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Interview mit Kevin Costner (zu The Guardian)

Walt Disney / Buena Vista International führte zum Kinostart von
„JEDE SEKUNDE ZÄHLT – THE GUARDIAN“ ein Interview mit Kevin Costner. Kevin Michael Costner wurde am 18. Januar 1955 in Lynwood (Kalifornien), USA geboren.
In seiner großartigen Kariere spielte und drehte der Oscarpreisträger in / an folgenden Filmen mit: Der mit dem Wolf tanzt (Hauptdarsteller, Regie), Open Range, Tin Cup, Waterworld, Bodyguard, uvm.
Weitere Informationen über Kevin Costner finden sie unter:
http://www.kevincostner.com

Walt Disney Pictures / Buena Vista International stellte uns dieses Interview zum Kinostart von "JEDE SEKUNDE ZÄHLT – THE GUARDIAN " zur Verfügung. Der Film läuft ab den 19.10.2006 in den deutschen Kinos!

1. Was für einen Menschen verkörpern Sie in Ihrer Rolle?
COSTNER: “Er hat seine Fehler, seine Ehe liegt in Scherben, da er seine Arbeit
über alles liebt. Er ist ein typischer Kerl, der nach einem Streit zu Hause zur
Arbeit fährt und darin voll und ganz aufgeht. Er liebt seine Arbeit und ich bin
sicher, dass er sich jeden Tag wie ein kleines Kind darauf freut. Als wir ihn zum
ersten Mal kennen lernen, wird er gerade von seiner Frau verlassen. Wir
erkennen, dass sie eine gute Ehe geführt haben, die durch seine Arbeit
auseinander gerissen wurde, wie so viele andere Beziehungen auch.“

2. Was konnten Sie über diese Rettungsschwimmer, wie ihren Charakter
Ben Randall, lernen? Sind diese Männer außergewöhnlich?
COSTNER: „Ich möchte mit dem Begriff „außergewöhnlich“ vorsichtig umgehen, da
jeder seine Macken hat. Sie sind außergewöhnlich, wenn sie ihren Beruf
ausüben, den sie gelernt haben. Sie können schon schwierige Persönlichkeiten
oder nicht sehr sozial sein, oder sie sind keine Leute, die man sehr gerne zu sich
einladen möchte. Ich will damit nicht sagen, dass sie unsozial sind, aber sie
könnten es sein. Sie sind einfach außergewöhnliche Rettungsschwimmer. Bei
der Arbeit, wenn sie ihren Job ausführen, sind sie extrem präzise und man kann
froh sein, von solchen Menschen gerettet zu werden. Sie wissen, was zu tun ist.
In dem Moment, in dem sie sich in einem Rettungseinsatz befinden, sind sie
außergewöhnlich.“

3. Welches Heldenbild verkörpern diese Coast Guard Schwimmer?
COSTNER: “Diese Männer setzen ihr Leben für einen völlig Fremden aufs Spiel und
das ist für den Menschen sehr einzigartig. Es ist einzigartig bei Menschen; kein
anderes Lebewesen hat diesen Instinkt. Ein Tier wird eventuell seinen Gefährten
verteidigen, aber es würde nicht raus fahren und nach Vermissten suchen, um sie zurück zu bringen und dabei das eigene Leben zu riskieren. Was uns als
menschliche Wesen einzigartig macht, sind diese großartigen Qualitäten, die
heroischen Qualitäten in jedem von uns.”

4. Was bedeutet Heldentum für Sie?
COSTNER: “Ich glaube man sieht Heldentum überall im Leben: Eine Mutter, die
morgens früh aufsteht und zwei Busse zur Arbeit nimmt, damit ihr Kind zur
Schule kann und satt wird – ich glaube, dass ist ziemlich heldenhaft. Wenn man
das in den richtigen Zusammenhang stellt und ihr Leben versteht und begreift,
was sie für Opfer bringt, dann ist sie eine Heldin.”

5. Sie spielen oft Helden. Denken Sie, dass Sie heldenhaft sind?
COSTNER: “Wir benehmen uns nicht oft heldenhaft. Ich kann das auch für mich
selbst sagen. Manchmal benehme ich mich recht kleinlich wegen irgendwelchen
Dingen. Aber ich versuche meistens, mir die andere Seite vorzustellen. Ich
versuche, stark zu sein und das Richtige zu machen. Aber manchmal benehme
ich mich auf eine Art, wie ich es nicht will. Manchmal ist Heldentum eine ganz
einfache Geste, zum Beispiel wenn man sagt: ‘Warum setzt du dich nicht zu
mir?’ Es geht nur darum, sensibel gegenüber anderen Leuten zu sein und
Mitgefühl zu zeigen. Heldentum ist etwas Universelles. Wir verstehen es alle,
wenn wir es sehen. Ich würde meinen, dass es für mich etwas ganz Ähnliches
beinhaltet wie für Sie. Man ist davon ergriffen. Wir können natürlich von verschiedenen Sachen gerührt sein, aber wir alle sind von großen Heldentaten
berührt. Wir teilen uns dieses Gefühl. Und das ist etwas Gewaltiges.”

6. Von was handelt der Film Ihrer Meinung nach?
COSTNER: “Im Film geht es um einen jungen und einen älteren Mann und die
Beziehung zwischen ihnen. Das Einzige, was ein älterer Mann für einen
Jüngeren tun kann, ist ihm etwas Weisheit mitzugeben, wenn er selbst Weisheit
besitzt. Und das Einzige was ein junger Mann tun kann, ist diese Weisheit zu
akzeptieren, wenn er denkt, dass sie richtig ist. Es gehört zu unserer Aufgabe,
die Dinge, die wir wissen weiterzugeben, Leute zu führen und ihnen zu sagen,
wo Steine im Weg liegen und wo sie scheitern könnten.”

7. Was hat Sie an der Story und ihrem Filmcharakter gereizt?
COSTNER: “Es ist ein aufregendes Actiondrama. Zudem dachte ich, dass diese
Geschichte etwas Mystisches hat. Alle von uns denken gern, dass wenn wir uns
auf dem Meer verirren, jemand uns rettet. Das ist eine heldenhafte, aber auch
romantische Vorstellung. Mir gefällt dieser Aspekt und jeder hat einen Bezug zur
Romantik. Wenn mein Sohn, meine Tochter oder meine Frau in Not wären,
würde ich beten, dass es Gott wirklich gibt und dass Sie gerettet werden, dass
nicht alle Hoffnung verloren ist. Im Film geht es um Personen, die ihr Leben
immer aufs Spiel setzen. Es geht um eine Art spirituelle Kraft – egal, was es ist.
Ich mag diese Idee, denn in unserer modernen Kultur haben wir diese Art von
Mythen nicht mehr, wir haben unsere früheren Geschichten zerstört. Die altertümliche Idee, dass jemand oder irgendeine große Kraft dich aus einer
schwierigen Situation befreit, ist wunderbar.”

8. Wie war die Arbeit mit Andrew Davis, dem Regisseur?
COSTNER: “Er ist großartig. Er kann sehr effektiv ein großes Schiff in kurzer Zeit
herumdrehen. Es gibt eine Art Stenographie, die wir während den Dreharbeiten
sehr schnell entwickelt haben. Er weiß offenbar, dass ich ein physischer
Schauspieler bin, und wir arbeiten sehr gut zusammen.”

9. Es ist keine bequeme, glamouröse Arbeit. Welche Herausforderungen
mögen Sie an solchen Filmen?
COSTNER: “Ich möchte Geschichten erzählen, die Spaß machen, und ich möchte
auf meine Karriere und die interessanten Filme zurückblicken, die ich gemacht
habe. Ich sah dieses Projekt als einen unterhaltsamen, kommerziellen Film, der
eine aussagestarke Geschichte über eine Welt erzählt, von der wir nicht viel
wissen. Wir wissen, dass es Rettungsschwimmer gibt und sie sind auf unserem
Radar, aber wir wissen nicht so genau, was sie für eine Arbeit machen und wie
sie diese machen.”

10. Was für einen Einfluss hat Hurrikan Katrina auf diesen Film?
COSTNER: “Es bedeutete einfach, dass wir das richtige Gefühl hatten, einen Film
über Rettungsschwimmer zu machen, die während Katrina und den
Auswirkungen eine so wichtige Rolle spielten. Wir lagen richtig, eine Geschichte über diese heldenhaften Personen zu erzählen. Sie haben ihre Arbeit sehr
effektiv gemacht und jetzt sind sich die Leute der Rettungsschwimmer mehr
bewusst und interessieren sich auch mehr für sie.

11. Wie war die Zusammenarbeit mit Ashton Kutcher?
COSTNER: “Ich kannte ihn nicht vor den Arbeiten zu diesem Film. Aber ich glaube,
er ist sehr gut. Er hat das richtige Flair, einen dramatischen Moment zu finden. Er
ist wirklich gut darin, Möglichkeiten im Skript zu entdecken und er spürte
Nuancen, die nicht unbedingt im Skript waren und übertrug diese in großartige
Momente im Film. Einige Personen erkennen nicht, was sie aus einer Szene
herausholen können, aber er trifft gute theatralische Entscheidungen und bringt
die Bilder auf eine andere Stufe.”

12. Sie sind richtig in Form. Wie viel haben Sie für diesen Film trainiert?
COSTNER: “Ich bin viel geschwommen und gelaufen und das war nicht einfach für
mich. Es gibt olympische Schwimmer im Film. Ich musste also einigen
Erwartungen gerecht werden, gut aussehen und wenn man den Anzug der
Rettungsschwimmer trägt, wird man ziemlich schwer. Es ist schwierig, schnell zu
schwimmen, weil er so schwer ist und du stark sein musst.”

13. Mussten Sie viel Spezialtraining für den Film absolvieren?
COSTNER: “Es gab ein Ausbildungslager, das sehr intensiv war. Die Art, in der man
mit lauter Stimme dauernd angeschrien wird. Man rennt drei oder vier Meilen und muß lange Strecken schwimmen. Aber ich machte nicht das ganze Programm
mit, da mein Filmcharakter eine Führungsposition innehat. Ich musste also nicht
die Rumpfbeugen und kalten Duschen ertragen wie Ashton und die anderen
Schwimmer in Ausbildung, weil ich deren Ausbilder bin. Generell habe ich aber
das gleiche wie sie gemacht. Ich dachte, dass das wichtig sei, nur damit sie zur
Seite schauen konnten und sahen, dass ich auch hart gearbeitet habe. Bei
einem gewissen Punkt musste ich mich zurückhalten, weil ich fast die Linie
zwischen Student und Ausbilder überschritt. Ashton übernahm im Training und
im Ausbildungslager eine Schlüsselrolle weil er total eintauchte und die strenge
Disziplin und Sprache wie ‘Sir, ja, Sir!’ und die Kameradschaft gleich akzeptierte
und die Schauspieler dazu brachte, sich wohl zu fühlen. Es waren echte Coast
Guards, die das Ausbildungslager leiteten. Wir haben also nichts erfunden, alles
war sehr authentisch.”

14. Was für Herausforderungen stellen sich Ihnen an diesem Punkt Ihrer
Karriere?
COSTNER: “Ich hatte Angst, das Schauspielern verlernt zu haben. Ich hatte vor
JEDE SEKUNDE ZÄHLT – THE GUARDIAN ein Jahr lang nicht gearbeitet. Ich
hatte zwar THE UPSIDE OF ANGER gemacht und eine kleine Rolle in RUMOR
HAS IT übernommen, aber ich hatte lange nichts Substanzielles mehr gemacht.
Schon etwa dreimal in meiner Karriere habe ich das Gleiche gemacht und
einfach für eine Weile aufgehört zu arbeiten. Und jedes Mal habe ich wirklich
gedacht, ich wüsste nicht mehr wie das Schauspielern geht als ich wieder angefangen hatte. Aber diese Angst treibt und regt mich an. Ich nehme nichts als
selbstverständlich. Als ich diesen Film begann, zweifelte ich an mir. Aber es ist
mir immer wichtig, mich selbst zu verbessern und weiter zu gehen. Als Erwachsene erhalten wir keine Zeugnisse mehr wie wir es in der Schule taten und manchmal waren wir über diese besorgt oder auch stolz auf sie. Aber wir wussten, dass jemand anderes wie unsere Eltern oder Lehrer die Zeugnisse anschauen würden. Das motivierte uns. Und es gibt einen Punkt im Leben, wenn das nicht mehr so ist. Man kriegt keine Zeugnisse mehr. Wie benotet man also sich selbst? Man kann das nicht jeden Tag machen, aber manchmal ist es wertvoll sich selbst zu betrachten und sich zu fragen: ‘Gehe ich den richtigen Weg? Gebe ich in meinen Leben mein Bestes?’”

15. Wie benoten Sie sich selbst in Ihrem Leben?
COSTNER: “Ich betrachte mich in allen Gebieten: Als Schauspieler, als
Ehemann, als Vater. Ich betrachte mich und frage: ,Bin ich zu egoistisch und
selbstsüchtig geworden und habe ich jemand anderes vergessen?’ Ich benote
meine Arbeit. Für diesen Film war ich gut vorbereitet, weil ich noch immer dieses
Gefühl aus der Schule in mir trage, wenn ich nicht genug gut vorbereitet war und
ich kenne den Unterschied. Ich weiß, dass ich nur so gut sein kann wie ich es
heute bin. Ich gebe mein Bestes, und wenn ich trotzdem keine gute Leistung
erbringe, dann liegt der Grund nicht darin, dass ich nicht vorbereitet war.”

16. Frage: Neben der Schauspielerei traten Sie kürzlich auch mit Ihrer Band auf.
Wie viel Freude bereitet Ihnen Ihre Musik?
COSTNER: “Ich trete gerne auf, weil es eine Möglichkeit ist, meinen Fans etwas
Handfesteres als ein Autogramm zu geben. Wenn ich bei Veranstaltungen in den
USA oder sonst auf der Welt bin, wollen die Leute nur, dass ich ein Autogramm
unterschreibe. Aber ich habe bemerkt, dass ich durch die Musik eine Beziehung
zu vielen Menschen aufbauen kann und ihnen etwas geben kann, was sie nicht
erwarten. Meinen Namen auf ein Stück Papier zu schreiben, ist für mich sehr
unerfüllend, und ich liebe die Musik so sehr, dass meine Frau schließlich sagte:
,Wieso machst du nicht wieder Musik?’. Ich hatte eine Weile nicht mehr gespielt.
Dann haben mich ein paar Freunde, die Musiker sind, gefragt, ob ich bei ihnen
nicht mitmachen wolle. Zuerst war ich sehr zurückhaltend und lehnte ab, aber
jetzt spiele ich und genieße das Auftreten. “

17. Wie hat Ihre Ehe ihre Ansichten und Ihre Weltperspektive verändert?
COSTNER: “Ich bin mit meinem Leben zufrieden, so zufrieden wie eine Person sein
kann. Ich dachte nicht, dass Verheiratetsein wieder Teil meines Lebens werden
würde. Aber jetzt bin ich so glücklich, dass ich es wieder tun wollte. Ich bin froh,
dass ich keine Angst hatte, diese Verpflichtung einzugehen. Ist das heldenhaft?
Vielleicht. Einige Leute denken, dass eine zweite Ehe nicht funktionieren kann,
weil es wieder schief gehen könnte. Aber ich habe mich entschieden, dass ich
zum Leben mehr ‘ja’ sage als ‘nein’. Ich werde ‘ja’ sagen zu den Möglichkeiten,
die vor mir liegen und die Angst hinter mich bringen. Ich will versuchen, mein Leben voll und hoffnungsvoll zu leben. In einem gewissen Rahmen werden
meine Kinder dieses Lebensmodell übernehmen, damit sie nicht ängstlich
werden. Ich sage ihnen immer, dass es gut ist Fehler zu machen, auch wenn das
ein Scheitern beinhaltet. Scheitern als Erfahrung wird sehr unterbewertet.

18. Wie wichtig ist Ihnen Ihre Vaterrolle – Ihre Kinder sind jetzt älter?
COSTNER: “Meine Kinder sind meine wichtigste Priorität. Sie müssten sie kennen
lernen, um zu verstehen, wie unberührt sie von meinem Erfolg sind. Sie gehen ihren eigenen Weg, doch sie haben alle diese Erfolgsfallen um sich herum, die ich nie hatte. Ich schaue sie an und staune, weil sie gute, liebe Menschen sind mit eigenen Persönlichkeiten.

19. Werden Sie wieder Regie führen?
COSTNER: “Ich werde wahrscheinlich dieses Jahr bei einem weiteren Cowboy-Film
Regie führen, aber ich werde dies auf meine eigene Art tun müssen, ganz unabhängig und ich werde herausfinden, wer mitmachen und sich mit mir auf diese Reise begeben will.”

20. Sie scheinen zu tun, was Sie wollen und unabhängige Entscheidungen zu
treffen – Was sind Ihre Kriterien, um einen Film zu machen?
COSTNER: “Ich denke, wenn mein Leben mein eigener Film wäre, würde ich mich
selbst nicht mögen, wenn ich ängstlich werde. Meine Entscheidungen basieren
deshalb nicht auf Angst. Ich ging immer dorthin, wo ich hingehen wollte, weil ich mich nicht als Schauspieler oder Regisseur wiederholen will. Ich will enthusiastisch bleiben. Sobald ich dieses Gefühl nicht mehr habe, bedeutet mir die Arbeit nichts mehr. Ich will nicht hinter einem Lohncheck her rennen, um meinen Lifestyle zu unterstützen. Ich habe Enttäuschungen erlebt, aber ich habe in meinem Leben auch wirklich gute Dinge erlebt. Ich weiß im Herzen ob ein Film gut oder schlecht ist, egal wie viel Geld damit eingespielt wird und das ist, was für mich zählt.”

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