


> ORIGINALTITEL: Le chant des forêts
> INHALT: Eine Ode an Flora und Fauna der Vogesen, ein Brückenschlag zwischen Vater, Sohn und Enkel, zwischen Menschen und Natur, zwischen Fotografie und Film, zwischen Tag und Nacht, zwischen Persönlichem und Universellem.
> BEWERTUNG: 4 von 5 Punkte.
> UNSERE REZENSION: Nebelschwaden ziehen wabernd durch langsam auftauchende dichte Nadelwälder. Ein Knabenchor singt eine gespenstische und zugleich schöne Melodie. Dazu die tiefe und beruhigende Stimme von Michel Munier. Ein Naturforscher, zuhause in den Vogesenwäldern Ostfrankreichs, getrieben von einer tiefen Verbindung zu Beständigem, Vergänglichem und ganz besonders Lebendigem: die Wunderwelt unseres Ökosystems. Eine Leidenschaft, die er bereits in dritter Generation an seinen Enkel Simon weitergibt.
Begleitet von seinem Sohn, dem Naturfilmer Vincent Munier, erzählt „Le Chant des Forêts“ eine Geschichte über Achtsamkeit, Verantwortung und Sinnlichkeit in den gerne von uns übersehenen kleinen Dingen der Natur und dem atemberaubenden Uhrwerk Ökosystem.
Durch die Augen von Simon erleben wir, wie Michel uns in die Natur entführt, und lernen dabei eine wichtige Lektion in Geduld und Aufmerksamkeit. Der Film vermittelt wenig direktes Wissen, sondern will vielmehr ein Bewusstsein schaffen, welches wir Menschen schon lange Zeit verloren zu haben scheinen. Er lenkt den Fokus auf kleine Details, dessen Wunder wir vergessen. Er spielt mit der kritischen Frage, ob wir alle unseren Ursprung überhaupt noch kennen und wertschätzen können. Immer weiter und immer weiter unseren eigenen Fortschritt bestaunend, unfähig dabei, nach links und rechts zu schauen. Die Magie des Lebens rückt in den Hintergrund, und das Erbe vorangegangener Generationen verliert an Bedeutung.
Mit Hilfe eines Soundtracks, der unter die Haut geht, bombastisch schönen Bildern und einem extrem immersiven Sounddesign beobachten wir den Wald und seine Flora und Fauna. Immer begleitet von Michels Geschichten. Ob draußen in der Wildnis oder in der geborgenen Hütte bei Kerzenschein lauschen wir „Le Chant des Forêts“, dem „Flüstern der Wälder“.
Ein Film, auf den man sich langsam einlassen muss, der dafür aber viel Potenzial birgt, ein tiefes Gefühl der Sinnlichkeit zu hinterlassen. Ein Appell an mehr Geduld und Bescheidenheit. Das alles, ohne unnötig verkopft und kompliziert zu sein. Ein Blick auf das Große und Ganze und die darin verwobene Rolle des Menschen. Weg von Egoismus und Schnelllebigkeit.
Wer hierfür bereit ist, wird viel Schönes in „Le Chant des Forêts“ finden.
> REGIE: Vincent Munier.
> BESETZUNG: Michel Munier, Simon Munier, Vincent Munier.
> GENRE: Dokumentarfilm
> KINOSTART: 19. Februar 2026.
> LAUFZEIT: 93 Minuten.
> ALTERSFREIGABE: 6 Jahren.
> VERLEIH: PANDORA FILM Verleih.
> INFO: Rezension von den Filmemachern Robin Henkel & Michael M. Schuff. Gesehen am 12.12.2025 während einer PV in Köln.