

Das hier eingebundene Video des Kanals „Filmisches Allerlei“ entspricht nicht zwangsläufig den Ansichten unserer eigenen Bewertungen. Unser Anliegen ist es vielmehr, Ihnen zwei unterschiedliche Perspektiven zu einem Film zu präsentieren.
Bitte beachten Sie, dass beide dargestellten Meinungen nicht zwingend Ihren persönlichen Geschmack widerspiegeln müssen. Unser Ziel ist es, Ihnen eine Grundlage zu bieten, auf deren Basis Sie sich Ihre eigene, individuelle Meinung zu den jeweiligen Filmen bilden können.
Wir bitten darum, die unterschiedlichen Auffassungen zu respektieren – denn letztlich können verschiedene Meinungen auch bereichern und verbinden.
> ORIGINALTITEL: Star Wars: The Mandalorian and Grogu
> INHALT: Das Dunkle Imperium ist gefallen und die imperialen Kriegsherren sind weiterhin über die Galaxis verstreut. Während die aufstrebende Neue Republik daran arbeitet, alles zu schützen, wofür die Rebellion gekämpft hat, sichern sie sich die Unterstützung des legendären mandalorianischen Kopfgeldjägers Din Djarin (Pedro Pascal) und seines jungen Lehrlings Grogu.
> BEWERTUNG: 3 von 5 Arena-Monstern.
> UNSERE REZENSION: Der neue Eintrag in Disney’s Star Wars Universum „The Mandalorian and Grogu“ von Dave Filoni und Jon Favreau führt die Streaming-Serie mit ihren Charakteren fort und konfrontiert sie mit einer neuen Mission, die die beiden Protagonisten gegen Kartelle und organisiertes Verbrechen in den Kampf schickt.
Mando und Grogu werden von der Neuen Republik auf die Jagd nach dem ehemaligen Imperialen Commander Lord Coin geschickt, der wichtige Informationen über die verbleibenden Kräfte des untergegangenen Imperiums besitzt. Im Zuge dessen müssen sie sich mit den Hutten einlassen und den Sohn von Jabba the Hutt befreien, damit die Hutten ihnen Informationen über den Aufenthaltsort des ehemaligen imperialen Lords geben. Wer die Hutten kennt, kann sich schon denken, dass bei dieser Mission nicht alles mit rechten Dingen zugeht und schnell sehen sich Mando und Grogu in eine verzwickten Lage, in der sie von allen Seiten unter Beschuss genommen werden.
Als jemand, der die Serie nicht gesehen hat, war ich durchaus daran interessiert, ob ich dem Film vom Plot her folgen könnte. Wurden in den drei Staffeln Charaktere und Geschichten etabliert, die man auf ihrem Weg hätte begleiten müssen, damit man Mehrwert aus dem Film bekommt? Gibt es Verstrickungen, die es mir nicht möglich machen, gut in den Film zu finden? Kann ich überhaupt so schnell eine Bindung zu den Charakteren aufbauen?
Ich hatte tatsächlich keine Probleme, in die Geschichte des Films oder dessen Charaktere einzusteigen. Ich kenne jetzt natürlich nicht die Hintergründe aus der Serie, aber die Charaktere scheinen relativ einfach gehalten zu sein: Mando ist ein semi-unabhängiger Kopfgeldjäger, der für die Republik arbeitet und Grogu ist verflixt süß und kann ein bisschen was mit der Macht.
Das „Grau“ von Mando ist (mittlerweile) zu einem sehr, sehr hellen Ton geworden. Ich weiß nicht, ob er innerhalb der Serie öfter mal moralisch fragwürdige Entscheidungen getroffen hat, aber allerspätestens in diesem Film ist er ein Full-on Good Guy mit ein, zwei Schrammen.
Das sorgt für eine recht unterkomplexe Charakterzeichnung und auch der Plot an sich ist sehr simpel, vorhersehbar und überschaubar, aber macht es für Nicht-Kenner:innen der Serie ein leichtes in die Welt von Mando und Grogu einzutauchen.
Tatsächlich fühlen sich die 112 Minuten des Films auch eher nach mehreren kurzen Episoden einer Fernsehserie als nach einem kohärenten Film an. Recht einfach lässt sich der Film in separat funktionierende Kapitel unterteilen, die alle ihre eigenen dramaturgischen Entwicklungen vorweisen.
Tut das dem Spaß Abbruch? Nein.
Wer ins Kino gehen möchte, weil er Bock auf harmlose Star Wars Action mit schönen Schauwerten, drolligen Charakteren und einer guten Prise Imagination hat, der kann sich getrost in den Film setzen. Hier und da mischen die Favreau und Filoni der durchaus vertretenden Star Wars Formel auch Prisen ihres eigenen Gewürzes bei. Wenn es zum Beispiel in ein Kolosseum oder in den Bau der Hutten geht, so bekommen wir hier Bilder, die zumindest ich so noch nicht in Star Wars gesehen habe. Das hält bei der Stange. Dazu der gut portionierte Humor und die wirklich herzergreifende Mischung aus Grogu und Mando als Team tragen einen Film, der in seiner Substanz ansonsten eher dünn ist.
Manchmal stieß ich hier durchaus an Punkte, an denen ich kurz ein uncanny-valley Gefühl hatte, weil ich finde, dass der Film teilweise schon sehr eigen mit der IP umgeht, aber im Endeffekt würde ich das dem Film eher als ein Plus zuschreiben. Wenn zum Beispiel der Soundtrack in eine Hip-Hop-Drum-and-Base-Drill-Trap Mischung überschwappt, wirkt das erst befremdlich, aber mich persönlich hat der vibe doll aus den Socken gehauen. Und als der Track während der Credits dann nochmal lief, konnte ich auch nicht anders als mitzunicken und breit zu grinsen. Und solche Momente, in denen mit der alten Star Wars Formel gebrochen und/oder experimentiert wird, gibt es zum Glück immer wieder.
Abschließend bleibt mein Fazit: Wer Lust auch ein leicht unorthodoxes Star Wars Action-Spektakel hat und über den ein oder anderen unangenehmen Dialog hinwegsehen kann, ist mit dem Film gut beraten. Wer tiefe Charaktere und vielschichtige, überraschende Handlungen sucht, der muss leider etwas weiter schauen.
> REGIE: Jon Favreau (Der König der Löwen).
> DREHBUCH: Jon Favreau, Dave Filoni, Noah Kloor.
> BESETZUNG: Pedro Pascal, Martin Scorsese, Sigourney Weaver, Jeremy Allen White, Steve Blum, Matthew Willig, Henky Madera.
> GENRE: Action, Abenteuer, Fantasy, Sci-Fi.
> KINOSTART: 20. Mai 2026.
> LAUFZEIT: 132 Minuten.
> ALTERSFREIGABE: 12 Jahren.
> VERLEIH: © 2026 Disney.
> INFO: Rezension von Arie Jaspers.