


Sie bauten ihr Imperium aus Blut. Jetzt werden sie darin ertrinken. Am Tag seiner Hochzeit mit der reichen britische Aristokratin Julia erhält Caleb (William Moseley) einen bedrohlichen Anruf. Ein Attentäter, bekannt als „Der Wolf“ hat es auf ihnen abgesehen und zwingt Caleb eine tödliche Wahl zu treffen: Er soll seinen Schwiegervater vor Mitternacht töten, sonst wird seine Braut sterben. Umgeben von seiner ahnungslosen Familie und seinen engsten Freunden, steht er vor einer unmögliche Entscheidung und die Zeit läuft ihm davon… Wer soll leben, und wer soll sterben?
„An Enemy Within“ beginnt zunächst deutlich stärker, als man es vielleicht erwartet hätte. Der Film eröffnet mit einer angenehm dichten Atmosphäre, wirkt technisch sauber produziert und vermittelt gerade in seinen ersten Minuten den Eindruck eines wesentlich größeren Projekts. Ausstattung und Inszenierung hinterlassen dabei durchaus einen hochwertigen Eindruck, während die Grundidee genug Spannung erzeugt, um neugierig am Ball zu bleiben.
Gerade Zuschauer, die Filme wie You’re Next oder Ready or Not in den vergangenen Jahren zu oft gesehen haben, dürften sich hier relativ schnell heimisch fühlen — auch wenn der Vergleich letztlich nur bedingt greift. „An Enemy Within“ bewegt sich atmosphärisch stellenweise in ähnlichen Gefilden, erreicht jedoch nie ganz deren Konsequenz oder spielerische Dynamik. Stattdessen versucht der Film stärker über Dialoge, Wendungen und psychologische Erklärungen Spannung aufzubauen.
Die Besetzung funktioniert dabei insgesamt solide. Besonders William Moseley trägt den Film mit einer ruhigen Präsenz durch viele seiner längeren Szenen. Überhaupt lebt das Werk weniger von großen inszenatorischen Höhepunkten als vielmehr vom Zusammenspiel seiner Figuren innerhalb des begrenzten Schauplatzes. Über weite Strecken wirkt „An Enemy Within“ fast wie ein Kammerspiel, da sich ein Großteil der Handlung auf einen einzigen Raum konzentriert. Zwar gibt es hin und wieder kleinere Ortswechsel, doch die eigentliche Dynamik bleibt nahezu permanent eingeschlossen — was dem Film zunächst sogar zugutekommt.
Problematisch wird es allerdings bei der Art, wie die Geschichte ihre Spannung entfalten möchte. Der Film erklärt schlicht zu viel. Fast jede Entwicklung wird mehrfach ausgesprochen, analysiert oder durch zusätzliche Dialoge abgesichert, wodurch die Handlung zunehmend an Natürlichkeit verliert. Was anfangs noch wie kontrollierter Spannungsaufbau wirkt, beginnt mit der Zeit eher zu ermüden. Vor allem deshalb, weil die Geschichte ohnehin erstaunlich vorhersehbar bleibt. Viele Wendungen kündigen sich früh an, und selbst das Finale dürfte für die meisten Zuschauer kaum überraschend kommen.
Dabei versucht „An Enemy Within“ ständig, besonders clever und logisch zu erscheinen. Der Film konstruiert immer neue Richtungswechsel, neue Enthüllungen und neue Diskussionen über Motive und Zusammenhänge. Doch ausgerechnet die Dialoge, die all das glaubwürdig verankern sollen, erzeugen häufig eher das Gegenteil. Vieles klingt übererklärt, künstlich oder unnötig kompliziert formuliert, obwohl die eigentliche Handlung im Kern deutlich simpler ist, als der Film selbst offenbar glaubt.
Auch die Kameraführung bleibt eher funktional gehalten. Große visuelle Akzente oder besondere stilistische Ideen sucht man hier weitgehend vergeblich. Das muss grundsätzlich nichts Schlechtes sein, doch gerade in einem so dialoglastigen, räumlich eingeschränkten Thriller hätte etwas mehr visuelle Dynamik dem Film durchaus geholfen.
Misslungen ist „An Enemy Within“ deshalb keineswegs. Der Film besitzt genug Atmosphäre, eine ordentliche Besetzung und eine solide technische Grundlage, um durchgehend anschaubar zu bleiben. Gleichzeitig verliert er sich jedoch zu sehr in seinen eigenen Erklärungen. Weniger Dialoge, weniger permanente Rechtfertigungen der Handlung und etwas mehr Vertrauen in die Wirkung seiner Grundidee hätten dem Film vermutlich deutlich besser gestanden.
Das Bild überzeugt mit einem kräftigen Schwarzwert sowie einer klaren Schärfe, die feine Details sauber zur Geltung bringt. Lediglich einige Szenen wirken durch den sehr dunkel abgestimmten Kontrast etwas zu stark abgedunkelt.
Die wenig gelungene Synchronisation nimmt dem Klang etwas an Wirkung und Tiefe. Technisch präsentiert sich die Tonspur dennoch sauber und bietet eine ordentliche Dynamik.
Das Bonusmaterial fällt äußerst knapp aus und beschränkt sich ausschließlich auf den Trailer zum Film.