


Für den derben Gangster Albert Spica (Michael Gambon) gibt es nichts Besseres, als vor seinen Komplizen allabendlich in seinem Restaurant „Le Hollandais“ den Gourmet mit dem feinen Gaumen heraushängen zu lassen, der Stil schätzt. Die Selbstdarstellung hat aber nur wenig mit der Realität eines Mannes zu tun, der gegenüber seiner Frau Georgina (Helen Mirren) keinen Anstand kennt und immer wieder als pöbelnder Proll im schönen Zwirn in Erscheinung tritt. Georgina fi ndet in der leidenschaftlichen Affäre zu Michael (Alan Howard), einem regelmäßigen Gast im Hollandais, einen Fluchtpunkt. Allerdings bleibt ihr Verhältnis nicht unbemerkt, sodass Albert alle Hebel in Bewegung setzt, um Michael in seine Finger zu bekommen. Er will, dass der Nebenbuhler getötet wird und er droht, ihn anschließend zu verspeisen. Georgina und Michael können vorerst entkommen, aber Albert lässt nicht locker.
Originaltitel: The Cook, the Thief, His Wife & Her Lover
Regie: Peter Greenaway.
Drehbuch: Peter Greenaway.
Darsteller: Richard Bohringer (Diva), Michael Gambon (Harry Potter), Helen Mirren (Die Queen), Alan Howard (Der Herr der Ringe), Tim Roth (Rob Roy), Ciarán Hinds (Die Frau in Schwarz), Gary Olsen (Outland).
Genre: Krimi / Drama
Land: Niederlande / UK / Frankreich
FSK: 18 Jahre.
Laufzeit: 119 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 2.0, Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Booklet.
Vertrieb: justbridge entertainment (Rough Trade Distribution)
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Filmbewertung: 5 von 5 Filmklappen.
Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber ist kein Film, den man einfach konsumiert — er wird serviert wie ein exzentrisches, schwer verdauliches Menü voller Dekadenz, Provokation und makabrer Schönheit. Was Peter Greenaway hier erschaffen hat, ist weniger klassisches Kino als vielmehr ein groteskes Kunstwerk voller symbolischer Bilder und bitterer Gesellschaftssatire.
Der Film wirkt dabei gleichermaßen abstoßend wie faszinierend. Jede Szene ist bis ins kleinste Detail stilisiert und komponiert, beinahe wie ein lebendes Gemälde. Die opulente Farbgestaltung, die künstlich wirkenden Räume und die theatralische Inszenierung erzeugen eine einzigartige Atmosphäre, die gleichzeitig wunderschön und zutiefst unangenehm erscheint.
Besonders beeindruckend bleibt dabei die brillante Besetzung. Michael Gambon liefert als vulgärer, brutaler Dieb eine erschreckend intensive Performance ab, während Helen Mirren dem Film mit Eleganz und emotionaler Tiefe zusätzliche Stärke verleiht. Die Figuren bewegen sich wie groteske Karikaturen durch diese bizarre Welt aus Macht, Gewalt, Lust und Dekadenz.
Gerade die künstlerische Sichtweise des Regisseurs macht den Film so außergewöhnlich. Hinter all der Übertreibung und dem bewusst geschmacklosen Exzess verbirgt sich eine bissige gesellschaftliche Kritik, die genügend Raum für eigene Interpretationen lässt. Der Film spricht über Machtmissbrauch, Konsum, kulturelle Verrohung und menschliche Gier — jedoch nie auf direkte Weise, sondern über Symbolik, Bilder und extreme Kontraste.
Hinzu kommt die außergewöhnliche Ausstattung von Jean Paul Gaultier, die dem Film zusätzlich seine unverwechselbare Optik verleiht. Alles wirkt künstlich, überhöht und beinahe surreal, gleichzeitig jedoch hypnotisch faszinierend.
Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber ist somit ein kompromissloses, groteskes und zugleich brillantes Kunstwerk, das sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft, gerade deshalb aber bis heute einzigartig bleibt.
Ein provokantes, groteskes und visuell überwältigendes Meisterwerk voller bitterer Gesellschaftssatire. Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber verbindet makabren Exzess mit außergewöhnlicher Kunstfertigkeit und bleibt ein einzigartiges Sinneserlebnis zwischen Schönheit und Abscheu.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Im Vergleich zur 2003-DVD-Veröffentlichung ist das Bild nur minimal besser und noch um einiges von HD entfernt. Nicht einmal Verschmutzungen wurden beseitigt, zugegeben dadurch erhält der Film seinen ganz eigenen Look aber eine bessere Sichtweise auf die vielen kleinen Details wären einen lieber gewesen. Zumindest ist die kräftige Farbwiedergabe sehr ansprechend.
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Tonqualität: 3 von 5 Soundboxen.
Anders als die makaberen Gerichte kommt der Sound fad und ohne Nuancen daher. Alles erklingt sehr eintönig, besitzt keinen Raumklang, ist vielmehr stumpf und verwendet auch keine Gewürze. Dadurch ist der Ton auch nicht immer ganz so sauber wie man es eigentlich hören möchte.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Auch ein zusätzliches Dessert gibt es keines. Die Mediabook ist zwar recht nett gestaltet und auch die Informationen im Booklet sind informativ und interessant (übrigens gut geschrieben) und insgesamt auch gut verarbeitet, aber so beendet man einfach kein Menü das so köstlich anfing.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4260646120654
VÖ-Kauf: 28. August 2020.