


Igby Slocumb, 17-jähriger Spross aus reichem Hause, ist ein Rebell von Dean‘schem Format, der aber sehr genau weiß, was er zutun hat: Nur weg von dieser Familie! Von der pillenschluckenden Mutter, dem schizophrenen Vater, dem angepassten Bruder und dem skrupellosen Onkel. Von älteren Frauen an-, von Freunden und Familien immer wieder heruntergezogen, kämpft der witzige, einfallsreiche Igby entschlossen darum, über Wasser zu bleiben – auch wenn alles untergeht.
Originaltitel: Igby Goes Down
Regie: Burr Steers (17 Again).
Drehbuch: Burr Steers (Wie werde ich ihn los in 10 Tagen).
Darsteller: Kieran Culkin (Wiener Dog), Claire Danes (Die Familie Stone), Jeff Goldblum (Die Fliege), Susan Sarandon (Der Klient), Jared Harris (Poltergeist), Amanda Peet (Einfach unwiderstehlich), Ryan Phillippe (Eiskalte Engel), Bill Pullman (Während du schliefst).
Genre: Drama / Komödie
Land: USA / Deutschland
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 98 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Auf den Spuren von Igby (Featurette), Nicht verwendete Szenen (mit Kommentar des Regisseurs), Audiokommentar mit Kieran Culkin und Regisseur Burr Steers.
Vertrieb: justbridge entertainment (Rough Trade Distribution)
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Filmbewertung: 5 von 5 Filmklappen.
Bei seiner ersten Veröffentlichung in Deutschland lief Igby Goes Down noch schlicht unter dem Titel „Igby“. Doch unabhängig vom Namen bleibt der Film bis heute eines der bemerkenswertesten Coming-of-Age-Werke seines Jahrzehnts — vielleicht sogar weit darüber hinaus. Denn was zunächst wie die Geschichte eines rebellischen Jugendlichen wirkt, entfaltet sich schnell zu einer bitterkomischen Tragödie voller scharf geschliffener Dialoge, emotionaler Verletzungen und herrlich bissiger Beobachtungen.
Der Film bewegt sich dabei permanent auf einem schmalen Grat zwischen Melancholie und schwarzem Humor. Gerade diese Mischung macht ihn so außergewöhnlich. Viele Szenen besitzen eine beinahe absurde Komik, gleichzeitig schwingt jedoch immer eine tiefe Traurigkeit mit, die unter der Oberfläche nie verschwindet. „Igby Goes Down“ erzählt von Orientierungslosigkeit, familiärer Entfremdung und dem verzweifelten Wunsch, irgendwo einen Platz zu finden — allerdings ohne jemals in typische Genre-Klischees abzurutschen.
Im Zentrum steht Kieran Culkin, der die titelgebende Figur mit einer Mischung aus Zynismus, Verletzlichkeit und sarkastischer Müdigkeit spielt, die den gesamten Film trägt. Seine Darstellung verleiht Igby genau jene widersprüchliche Energie, die notwendig ist, damit die Figur trotz aller Provokationen sympathisch bleibt.
Doch gerade die Nebenrollen machen den Film endgültig zu etwas Besonderem. Das Ensemble ist außergewöhnlich stark besetzt und jede Figur bringt ihre eigene exzentrische Dynamik mit ein. Susan Sarandon, Jeff Goldblum, Claire Danes und Ryan Phillippe verleihen dem Film eine fast schon literarische Figurenvielfalt, in der jede Begegnung neue Spannungen und neuen Humor erzeugt.
Der schräge, oftmals skurrile Witz entsteht dabei nie aus bloßen Gags, sondern direkt aus den Charakteren selbst. Ihre Unsicherheiten, neurotischen Eigenheiten und verbalen Spitzen machen nahezu jede Szene lebendig und unvorhersehbar. Gerade dadurch wirkt der Humor so natürlich und gleichzeitig so präzise beobachtet.
Hinzu kommt ein großartiger Soundtrack, der die Atmosphäre perfekt ergänzt. Die Musik verleiht dem Film jene leicht melancholische Coolness, die sich durch die gesamte Inszenierung zieht, und trägt entscheidend dazu bei, dass „Igby Goes Down“ seinen ganz eigenen Rhythmus entwickelt.
Am Ende bleibt ein Film, der Coming-of-Age nicht als bloßen Prozess des Erwachsenwerdens versteht, sondern als schmerzhaftes, oft chaotisches Suchen nach Identität und Halt. Bitter, komisch, traurig und unglaublich pointiert — ein moderner Kultfilm voller Charakter, Stil und außergewöhnlicher Dialogschärfe.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Damals im Kino von Solo Film getragen, auf DVD von United Artists gezeigt, scheint der Film nun mit justbridge entertainment sein Zuhause gefunden zu haben. Denn die Umsetzung auf High Definition Blu-ray Disc wird den Film am gerechtesten. Beim Bild wurden zwar einige Verschmutzungen nicht beseitigt, doch die Auflösung und die klare Schärfe waren nie besser. Auch die Farbwiedergabe kommt hier endlich mal ausreichend kräftig daher, vorher waren diese mehr als blass und fad.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Der Sound präsentiert sich hervorragend dynamisch und sauber. Klanglich sind Besonderheiten nicht zu erwarten, vor allem beim Thema Raumklang, dennoch sind einige Details auch die Dialoge hervorragend hervorgehoben.
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Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Das zusätzliche Bonusmaterial ist bereits von der früheren DVD-Veröffentlichung bekannt. Leider ist beim Making-of der deutsche Untertitel abgeschnitten und kein zusätzlicher hinzugefügt. Das Mediabook ist sauber verarbeitet und der Booklet Teil enthält einige wenige interessante aber gut gestaltete Informationen. Zu diesem Film passt ein Mediabook auch ausgezeichnet.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Aufkleber zum abziehen.
EAN: 4260646120517
VÖ-Kauf: 20. November 2020.