


Ein ebenso schonungslos brutaler wie provokanter Slasher: Um in eine Gruppe radikaler Tierschützer aufgenommen zu werden, filmt die schüchterne Mirthe heimlich die grausamen Methoden eines Schlachthofs. Als sie nachts darauf mit den militanten Aktivisten in den familiär geführten Betrieb einbricht, eskaliert die Situation zu einer blutigen Gewaltspirale, in der der Mensch zum Schlachtvieh wird.
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Dass ausgerechnet „Meat Kills“ als erster niederländischer Film in den USA ein NC-17-Rating wegen expliziter Gewalt erhalten hat, klingt zunächst nach einem bemerkenswerten Rekord. Verwunderlich ist diese Einstufung allerdings schon, denn aus den Niederlanden stammen durchaus Werke, die in ihrer Darstellung von Gewalt noch deutlich weiter gehen. „Meat Kills“ setzt zwar auf eine kompromisslose Gangart, doch wer aufgrund der amerikanischen Freigabe einen kaum erträglichen Splatter-Brocken erwartet, dürfte am Ende feststellen, dass die ganz große Grenzüberschreitung ausbleibt. Die Altersfreigabe ist angesichts einiger Szenen allerdings absolut nachvollziehbar, als sensationell brutaler Film lässt sich das Werk trotzdem nicht einordnen. Seine Wirkung bezieht der Film vielmehr aus dem bedrückenden Schauplatz einer Schweinefarm, der von Anfang an eine unangenehme Atmosphäre erzeugt. Zwischen Stallungen, Schlachtbetrieb und dem Gefühl permanenter Enge entsteht eine Umgebung, in der sich der moralische Konflikt des Films förmlich in die Kulisse eingebrannt hat. Physische praktische Effekte sorgen innerhalb der härteren Momente für eine angenehm handfeste Direktheit. Gerade in der zweiten Hälfte zieht „Meat Kills“ die Zügel deutlich an und scheut sich nicht davor, seinem Publikum einige unangenehme Bilder vorzusetzen. Die Effekte wirken greifbar und körperlich, wodurch die Gewalt wesentlich unmittelbarer erscheint als bei einer glattpolierten CGI-Inszenierung. Der Film weiß also durchaus, wie er seine Härte einsetzen muss, ohne daraus permanent einen Selbstzweck zu machen. Die größte Schwäche liegt ausgerechnet bei den Figuren, die diesen Konflikt tragen sollen. Sowohl die radikalen Tierrechtsaktivisten als auch die Metzgerfamilie werden derart unsympathisch und farblos gezeichnet, dass kaum ein emotionaler Anker entsteht. Der Film lässt seine Figuren immer wieder Entscheidungen treffen, die weniger wie nachvollziehbare Reaktionen als wie notwendige Bewegungen innerhalb des Drehbuchs wirken. Die Hauptdarstellerin hinterlässt ebenfalls keinen überzeugenden Eindruck. Ihre Figur wirkt orientierungslos, ohne dass daraus eine interessante Charakterzeichnung entsteht, und als zentrale Identifikationsfigur erweist sie sich schlicht als Fehlbesetzung. Anstatt die ohnehin schon bedrückende Situation emotional zu verdichten, sorgt die Figurenzeichnung eher für zusätzliche Distanz. Hinzu kommen Handlungsabläufe, deren Logik sich nicht immer erschließt. Gerade wenn sich die Geschichte zuspitzt und die Spannung eigentlich anziehen müsste, bremsen unlogische Entscheidungen und Entwicklungen den aufgebauten Druck wieder aus. Das ist umso ärgerlicher, weil die Ausgangssituation genügend Material für einen wirklich packenden Horrorfilm bereithält. Die Schweinefarm, die Konfrontation zwischen Tierrechtsaktivisten und Metzgerfamilie sowie die zunehmende Eskalation könnten problemlos eine wesentlich intensivere Spannung erzeugen. Stattdessen verliert die Handlung immer wieder an Glaubwürdigkeit und lässt dadurch einen Teil ihrer Wirkung liegen. Auch die satirische Ebene bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die Auseinandersetzung mit Tierschutz, Fleischkonsum und der Doppelmoral einer Gesellschaft, die zwischen Empörung und alltäglicher Gewohnheit pendelt, besitzt durchaus einen interessanten Ansatz. „Meat Kills“ deutet an, wohin seine Kritik zielen möchte, bohrt aber nicht tief genug. Die großen Fragen nach moralischer Konsequenz, gesellschaftlicher Heuchelei und dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier werden angerissen, entwickeln jedoch keine nachhaltige Schärfe. Nach dem Abspann bleibt deshalb nicht sonderlich viel zurück, worüber man länger nachdenken müsste. Die Provokation funktioniert eher auf der Ebene des unmittelbaren Schocks als auf jener einer wirklich bissigen gesellschaftlichen Satire. Das Finale dürfte die Zuschauer vermutlich spalten. Die eine Seite kann darin einen bitteren, nihilistischen Schlusspunkt sehen, der die ohnehin düstere Grundstimmung konsequent zu Ende führt. Die andere Seite könnte den Ausgang als zu konstruiert oder vorhersehbar empfinden. Für unsere Redaktion hielt sich die Überraschung jedenfalls in Grenzen, denn der weitere Verlauf ließ sich bereits vor dem tatsächlichen Ende ziemlich deutlich erahnen. Die Idee hinter dem Schluss besitzt durchaus Konsequenz, doch die Umsetzung nimmt dem letzten Schlag einen Teil seiner Wirkung. „Meat Kills“ ist damit ein niederländischer Horrorfilm, der vor allem über Atmosphäre, praktische Effekte und seine zunehmend kompromisslose zweite Hälfte funktioniert. Die Härte sitzt, ohne tatsächlich das Gewaltlevel zu erreichen, das der Ruf des NC-17-Ratings zunächst vermuten lässt. Schwache und unsympathische Figuren, unlogische Handlungsschritte sowie eine nur oberflächlich ausgearbeitete satirische Ebene verhindern jedoch, dass aus dem interessanten Ansatz ein wirklich nachwirkendes Genrewerk wird. Cool ist das Ganze durchaus, verwunderlich bleibt eher, dass ausgerechnet dieser Film als niederländischer Vorreiter beim amerikanischen NC-17-Rating in die Geschichte eingehen musste.
Für einen so schweinischen Mix aus Torture-Porn und Extrem-Slasher fällt das Bild zunächst erstaunlich hell aus. Die Farbgestaltung wurde zudem etwas blasser angelegt, wodurch die blutige Härte des Geschehens nicht unbedingt noch zusätzlich optisch angefeuert wird. Dafür kann der Schwarzwert ordentlich kräftig zupacken. Wirklich überzeugen können vor allem Schärfe und Detaildarstellung: Beides präsentiert sich hervorragend und bleibt auch bei feineren Strukturen angenehm klar. Technisch zeigt die Blu-ray damit eine sehr saubere und präzise Präsentation, auch wenn man sich für dieses Genre durchaus einen etwas dreckigeren und dunkleren Bildeindruck vorstellen könnte.
Akustisch stimmt das Verhältnis der einzelnen Elemente erfreulich gut. Die Dialoge kommen klar und kräftig aus den Lautsprechern, während der räumliche Sound den Überlebenskampf auch klanglich entsprechend begleitet. Gerade bei den entsprechenden Momenten wird die Umgebung sinnvoll in die Abmischung einbezogen, ohne dass dabei etwas unnötig überladen wirkt. Die Tonspur bleibt durchgehend sehr sauber und kann zudem mit soliden Klangdetails punkten. Hier bekommt der Kampf ums Überleben also auch auf den Lautsprechern die nötige Unterstützung.
Das Bonusmaterial fällt überschaubar, aber durchaus interessant aus. Ein rund zweiminütiges Behind-the-Scenes-Video wurde zwar lediglich mit dem Handy gedreht, liegt dafür aber in erstaunlich guter Qualität vor. Wesentlich ausführlicher fällt der etwa halbstündige Videocall zwischen dem Regisseur und der Busch Media Group aus, der einen interessanten Einblick hinter die Produktion ermöglicht. Trailer und Trailershow vervollständigen das Bonuspaket.
Beim Mediabook hat man sich ebenfalls ein paar Gedanken gemacht. Das abnehmbare Deckblatt mit FSK-Logo besteht diesmal erfreulicherweise nicht aus dem üblichen dünnen Papier, sondern aus stabiler Pappe und lässt sich entsprechend angenehmer handhaben. Das Cover-Artwork ist schön gestaltet und zeigt einen Einblick, das der Film selbst letztlich gar nicht zu bieten hat. Die Disc-Halterungen sind sauber verklebt und nehmen sowohl die Blu-ray als auch die DVD auf. Beide Scheiben sind zudem passend bedruckt. Die Innenseiten des Mediabooks präsentieren sich stimmig gestaltet, bleiben allerdings eher unspektakulär. Das 24-seitige Booklet – Vorder- und Rückseite bereits mitgerechnet – liefert weitere Informationen zu Dreh und Produktion und wird durch schöne Film- und Set-Fotos ergänzt. Kein spektakuläres Sammlerstück, aber durchaus eine nette Ausstattung, die das Mediabook sinnvoll abrundet.