

Unser Planet wird attackiert! Nur einer kann die Zerstörung verhindern: Footballspieler und Superman Flash Gordon. Zusammen mit Dr. Zarkov und der Reiseleiterin Dale Arden fliegt er in einer Rakete zum Planeten Mongo. Dort herrscht der unbarmherzige Kaiser Ming, zusammen mit seiner Tochter Aura. Flash und seine Begleiter geraten in einen Strudel phantastischer Ereignisse…
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Perfektion kann beeindruckend sein. Kult entsteht jedoch nicht selten dort, wo Perfektion gar nicht erst versucht wird. „Flash Gordon“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Mike Hodges schickt seinen Helden in eine Science-Fiction-Welt, in der Vernunft offenbar schon vor Beginn der Dreharbeiten ihren Urlaub angetreten hat. Und genau das macht den Film bis heute so wunderbar unterhaltsam. Hier geht es nicht um wissenschaftliche Glaubwürdigkeit, physikalische Plausibilität oder einen halbwegs realistischen Blick auf die Zukunft. „Flash Gordon“ will Comic sein, Märchen, Abenteuerfilm und grell leuchtender Science-Fiction-Fiebertraum zugleich. Die Welt ist knallbunt, extravagant und völlig hemmungslos. Eine Kulisse wirkt noch verrückter als die vorherige, ein Kostüm noch absurder als das letzte und jede neue Figur scheint den Auftrag bekommen zu haben, den bereits vorhandenen Wahnsinn unbedingt noch ein kleines Stück weiterzutreiben. Das Ergebnis ist ein Film, der seine eigene Übertreibung nie versteckt. Die Dialoge sind so pathetisch, dass selbst einfache Sätze gelegentlich klingen, als würden sie für die Ewigkeit in Stein gemeißelt. Die Handlung bleibt vorhersehbar und manche schauspielerische Leistung bewegt sich auf einem Niveau, bei dem das Wort „charmant“ durchaus als diplomatische Umschreibung durchgehen darf. Nur stört das erstaunlich wenig. Vieles funktioniert gerade deshalb, weil der Film gar nicht versucht, seine offensichtlichen Schwächen zu kaschieren.
Max von Sydow ist dafür ein wunderbares Beispiel. Ein Schauspieler seines Formats hätte allen Grund gehabt, sich über das Material zu erheben und die ganze Angelegenheit mit einer gewissen intellektuellen Distanz zu betrachten. Stattdessen wirft er sich mit sichtbarer Spielfreude in diesen vollkommen durchgeknallten Kosmos. Er akzeptiert die Regeln dieser Welt, selbst wenn diese Regeln offenbar darin bestehen, möglichst wenige Regeln zu besitzen. Seine Präsenz verleiht dem absurden Treiben sogar eine gewisse Größe, ohne ihm den nötigen Unsinn zu nehmen. Der besondere Reiz entsteht aus diesem ständigen Augenzwinkern. „Flash Gordon“ nimmt sich selbst nicht allzu ernst und verlangt das auch von seinem Publikum. Wer versucht, hier jede Entscheidung logisch zu erklären, dürfte ziemlich schnell feststellen, dass der Film für solche Unternehmungen keinerlei Gesprächsbereitschaft zeigt. Die Logik wird kurzerhand über Bord geworfen und durch Fantasie, Farben und pure Abenteuerlust ersetzt. Aus heutiger Sicht wirkt vieles herrlich aus der Zeit gefallen. Die Inszenierung besitzt eine Art Größenwahn, den das moderne Blockbuster-Kino nur noch selten wagt. Die Kulissen sind überbordend, die Kostüme extravagant und die gesamte Bildwelt besitzt eine kreative Freizügigkeit, die viel stärker nach Comic aussieht als nach klassischer Science-Fiction. Hinzu kommt eine Atmosphäre, die sich nicht einfach reproduzieren lässt. Der Film fühlt sich nach einer ganz bestimmten Epoche an und macht daraus keinen Makel, sondern seine größte visuelle Stärke.
„Flash Gordon“ ist deshalb ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie ein Film objektiv betrachtet eine ganze Reihe von Schwächen besitzen und subjektiv trotzdem hervorragend funktionieren kann. Die Übertreibung, die Pathetik, die albernen Momente und die teilweise fragwürdigen schauspielerischen Leistungen gehören nicht nur zu seinem Charakter – sie sind sein Charakter. Man muss diesen Film nicht für perfekt halten. Das wäre vermutlich sogar ziemlich amüsant. Man muss sich nur auf seinen Wahnsinn einlassen. Dann wird aus der überdrehten Science-Fiction-Geschichte ein wunderbar trashiges Vergnügen voller Kultmomente, Farbenrausch und völlig hemmungsloser Fantasie. Hirn ausschalten, Augen auf und sich einfach von diesem filmischen Fiebertraum überrollen lassen. Für wissenschaftliche Genauigkeit ist hier ohnehin niemand zuständig.
Die 4K UHD präsentiert Flash Gordon im Format 2,35:1 und macht aus der bisherigen, ziemlich milchigen Bilddarstellung endlich wieder ein echtes Farbenfeuerwerk. Die alte Blu-ray litt unter einem deutlich zu hellen Kontrast, der dem Film einen regelrechten Schleier verpasste. Diese Trübung ist nun verschwunden und die Farben leuchten geradezu aus dem Bildschirm. Natürlich wirkt das Ganze völlig überzeichnet, doch genau dieser knallbunte Comic-Look passt hervorragend zum Film. Trotz der intensiven Farbgebung bleiben die Hauttöne erfreulich natürlich. Die Schärfe liegt konstant auf einem guten Niveau und bringt sichtbar mehr Details zum Vorschein. Die weiterhin vorhandene weiche Bildwirkung sollte man allerdings nicht als Schwäche der Restaurierung betrachten. Sie entspricht der bewussten gestalterischen Entscheidung von Mike Hodges und gehört damit zum Erscheinungsbild des Films.
Auch die deutsche Synchronfassung wurde hörbar verbessert und liegt nun in DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Erstmals handelt es sich tatsächlich um Stereo, während die alte Disc auf beiden Frontkanälen dasselbe Signal ausgab. Vor allem zu Beginn ist die bessere Kanaltrennung wahrnehmbar, später bleibt die räumliche Wirkung eher zurückhaltend. Dafür überzeugt die neue Spur mit sauberer Wiedergabe und deutlich besserer Dynamik. Dialoge, Effekte und vor allem Queens Musik bekommen mehr Raum und verteilen sich angenehm über die Bühne. Die Stimmen sind jederzeit klar verständlich und wirken erstaunlich frisch. Das englische Original steht in DTS-HD Master Audio 5.1 bereit und wurde ebenfalls überarbeitet. Hier darf der Subwoofer stellenweise etwas kräftiger zugreifen.
Audiokommentar von Mike Hodges, Audiokommentar von Brian Blessed, „Lost in Space: Nicolas Roeg’s Flash Gordon“, Hinter den Kulissen, Bildergalerie, Storyboard-Galerie, Original-Kinotrailer.