

Willkommen in Kettle Springs.Quinn (Katie Douglas) ist gerade mit ihrem Vater (Aaron Abrams) in die beschauliche Kleinstadt gezogen und hofft auf einen Neuanfang. Doch stattdessen finden sie eine zerrüttete Gemeinde vor, die sich nach dem Brand der Baypen Corn Syrup Factory in einer schwierigen Phase befindet. Während die Bewohner untereinander streiten und die Spannungen zunehmen, taucht eine finstere, grinsende Gestalt aus den Maisfeldern auf, um Kettle Springs von seiner Last zu befreien. Es ist Clown Frendo, das Maskottchen der Stadt, der es auf die verdorbene Jugend abgesehen hat…
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Mit „Yentl“ wagte Barbra Streisand 1983 einen ungewöhnlichen Schritt und bewies bereits mit ihrem Regiedebüt, dass sie weit mehr als eine herausragende Sängerin und Schauspielerin ist. Für ihre Regiearbeit erhielt sie den Golden Globe für die Beste Regie und schrieb damit Geschichte: Sie war die erste Frau überhaupt, die in dieser Kategorie bei den Golden Globes ausgezeichnet wurde. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Streisand inszeniert die Geschichte mit großer Leidenschaft und verbindet emotionale Tiefe, musikalische Elemente und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen zu einem ambitionierten Musikdrama, das sich spürbar von konventionellen romantischen Erzählungen seiner Zeit unterscheidet. Die literarische Vorlage von Isaac Bashevis Singer wird mit bemerkenswertem Gespür für feministische Themen und Fragen der Geschlechtsidentität auf die Leinwand übertragen. Yentls Wunsch nach Bildung und Selbstbestimmung steht in einer Welt, in der Frauen der Zugang zu religiösem und akademischem Wissen verwehrt bleibt. Ihre Entscheidung, sich als Mann auszugeben, ist deshalb weit mehr als ein erzählerischer Kunstgriff. Sie wird zum Ausdruck eines inneren Konflikts zwischen der eigenen Identität und den gesellschaftlichen Grenzen, die ihr auferlegt werden. Der Film betrachtet diese Situation mit Ernsthaftigkeit, ohne seine Figur auf eine bloße politische Botschaft zu reduzieren. Yentl bleibt vor allem ein Mensch, der nach einem Leben sucht, in dem sie ihre eigenen Entscheidungen treffen darf. Eine der schönsten Besonderheiten des Films liegt in seinen inneren Monologen. Yentls Gedanken erhalten eine unmittelbare Präsenz und ermöglichen einen Zugang zu ihren Gefühlen, der über klassische Dialogszenen hinausgeht. Die Stimme aus ihrem Inneren macht ihre Unsicherheit, ihre Sehnsüchte und ihre emotionalen Widersprüche nachvollziehbar, ohne die Figur vollständig zu erklären. Dadurch behält das Drama eine gewisse Realitätsnähe. Yentl wirkt nicht wie eine künstlich konstruierte Symbolfigur, sondern wie eine junge Frau, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, eigener Identität und ihren Gefühlen gefangen ist. Gerade die Verbindung aus musikalischem Ausdruck und innerem Monolog verleiht dem Film seine besondere emotionale Sprache. Die romantische Dreiecksgeschichte profitiert zugleich von einer überzeugenden Besetzung. Die Beziehungen zwischen den Figuren werden nicht ausschließlich über romantische Gefühle definiert, sondern sind immer auch von Geheimnissen, Unsicherheit und der Frage nach Identität geprägt. Die Darsteller verleihen diesen komplizierten Verhältnissen die notwendige Glaubwürdigkeit, sodass die emotionale Entwicklung nicht zur bloßen Musical-Romanze verkommt. Yentls persönliche Situation macht jede Annäherung komplizierter und verleiht den Beziehungen eine Spannung, die weit über die Frage hinausgeht, wer am Ende mit wem zusammenfindet. Streisands Regiearbeit besitzt zudem ein ausgesprochen malerisches Gespür für Bilder. Die Kamera fängt die historischen Schauplätze mit großer Sorgfalt ein und entwickelt eine visuelle Atmosphäre, die den Film ebenso sehr prägt wie seine Musik. Licht, Landschaften, Innenräume und Kostüme verschmelzen zu einer stimmungsvollen Welt, in der die Geschichte ihre eigene Zeitlosigkeit entwickelt. Die großartige Kameraarbeit unterstützt dabei nicht nur die romantische Seite des Films, sondern auch dessen nachdenkliche und teilweise melancholische Stimmung. Hinter der Inszenierung steckt sichtbar der Anspruch, nicht einfach eine literarische Vorlage abzubilden, sondern eine eigenständige filmische Welt zu erschaffen. Musikalisch geht „Yentl“ ebenfalls einen ambitionierten Weg. Der Film gewann den Oscar für die Beste Filmmusik, den Michel Legrand sowie Alan und Marilyn Bergman erhielten. Die Musik ist zweifellos wunderschön und trägt entscheidend zur emotionalen Atmosphäre bei. Gerade im Zusammenspiel mit den inneren Monologen entstehen einige sehr gefühlvolle Momente. Als Gesamtkomposition für den Film wirkt die musikalische Gestaltung allerdings stellenweise zu eintönig. Die wiederkehrende musikalische Struktur verliert mit zunehmender Laufzeit etwas von ihrer Wirkung, sodass die zunächst reizvolle Verbindung aus Drama und Musik gelegentlich an Spannung einbüßt. Das schmälert die Qualität einzelner Stücke nicht, zeigt aber, dass eine schöne Musik nicht automatisch eine abwechslungsreiche Filmmusik ergeben muss. „Yentl“ bleibt damit ein bemerkenswertes Regiedebüt und ein emotionales Musikdrama, das seine feministischen Themen und die Auseinandersetzung mit Geschlechteridentität mit ungewöhnlicher Ernsthaftigkeit behandelt. Barbra Streisand verbindet leidenschaftliche Regie, starke Darsteller, malerische Bilder und eine große emotionale Nähe zu einer Geschichte, die auch Jahrzehnte später nichts von ihrer thematischen Relevanz verloren hat. Die teilweise eintönige musikalische Komposition verhindert zwar, dass das musikalische Konzept durchgehend dieselbe Wirkung entfaltet, doch die emotionale Tiefe, die innere Perspektive der Hauptfigur und die beeindruckende visuelle Gestaltung machen „Yentl“ zu einem besonderen Werk. Ein ambitionierter Film, der Streisands Auszeichnung als erste Golden-Globe-Regisseurin nicht nur historisch bemerkenswert, sondern auch künstlerisch nachvollziehbar macht.
Die Blu-ray überrascht mit einer außergewöhnlich klaren Schärfe und einer Detailzeichnung. Feine Gesichtszüge und kleinste Strukturen bleiben hervorragend erkennbar. Der warme Gelbstich passt allerdings nicht wirklich zum ansonsten gelungenen Bild und wirkt stellenweise eher störend als künstlerisch reizvoll. Kontrast und Schwarzwert überzeugen, wobei dunkle Szenen leider sichtbar Details verschlucken. Dezente Verschmutzungen und feines Filmkorn fallen kaum störend auf. Ein echter Schönheitsfehler zeigt sich bei Minute 15: Für einen einzelnen Frame erscheint oben rechts ein schmaler, versetzter Bildstreifen. Derselbe Fehler findet sich auch auf der DVD. Abgesehen davon bleibt ein ausgesprochen guter Transfer mit überzeugender Schärfe und Detailzeichnung.
Die deutsche DTS-HD-Master-Audio-Spur 2.0 überrascht mit einem offenen Klangbild, bei dem Musik und Umgebungsgeräusche gelegentlich auch über die rückwärtigen Kanäle wahrnehmbar sind. Die Stimmen wirken dagegen dumpf und eingeengt. Auch die englische DTS-HD-Master-Audio-Spur 5.1 nutzt ihre räumlichen Möglichkeiten nur unregelmäßig und klingt stellenweise beinahe wie Mono. Hinzu kommt ein unausgewogenes Lautstärkeverhältnis: Die Dialoge sind sehr leise, während die Musikeinlagen deutlich zu laut ausfallen. Ein wirklich harmonisches Klangbild entsteht dadurch nicht. Zusätzlich tritt bei Minute 6 ein kurzer Rauschfehler im rechten Frontkanal auf, der ebenfalls auf der DVD vorhanden ist. Beide Fassungen sind noch ordentlich, haben aber hörbare Schwächen.
Das Booklet liefert interessante Informationen zur langwierigen Entstehung des Films und macht durchaus Lust auf weitere Hintergründe. Auf den Discs herrscht dagegen gähnende Leere. Abgesehen vom Booklet ist keinerlei Bonusmaterial vorhanden. Gerade angesichts der umfangreichen Extras früherer Veröffentlichungen ist das ausgesprochen enttäuschend.
Die matte Oberfläche fühlt sich angenehm an und die zurückhaltende Gestaltung passt grundsätzlich gut zum Film. Leider wirkt das Mediabook selbst ziemlich wackelig und wenig stabil. Die Disc-Halterungen sind zwar sauber verklebt, vermitteln aber nicht unbedingt den Eindruck besonderer Langlebigkeit. Auch die Fotos im Booklet könnten deutlich schärfer sein. Inhaltlich ist das Begleitheft durchaus gelungen, bei der Verarbeitung bleibt die Edition jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück. Eine hübsche, aber handwerklich nur durchschnittliche Sammlerausgabe.