


Mitten in den geheimnisvollen Sümpfen Louisianas beginnt für eine Gruppe ahnungsloser Touristen ein Ausflug, den sie so schnell nicht vergessen werden. Auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer verlassen sie die sichere Route und dringen immer tiefer in die unheimliche Wildnis vor. Doch was sie dort erwartet, hätte niemand für möglich gehalten: In den dunklen Gewässern lauert ein hungriges Nilpferd – unberechenbar, aggressiv und bereit, alles zu zerfleischen, was seinen Weg kreuzt. Aus einer harmlosen Bootstour wird ein gnadenloser Überlebenskampf. Und plötzlich ist klar: In diesem Sumpf gibt es keinen sicheren Ort.
Bestellen: >SHOP!<
Ein Nilpferd statt der üblichen Haie, Alligatoren oder Krokodile: „Hungry“ versucht, dem inzwischen reichlich abgegrasten Tierhorror-Genre eine etwas andere Geschmacksrichtung zu verpassen. Die Idee ist durchaus erfrischend, schließlich gehören Flusspferde nicht gerade zu den Kreaturen, die das Horrorkino regelmäßig auf seine menschliche Beute loslässt. Das ungewöhnliche Tier verspricht eine willkommene Abwechslung vom vertrauten Raubtier-Einerlei und bringt zumindest auf dem Papier genügend Potenzial für einen unterhaltsamen Überlebenskampf mit. Doch ein interessanter tierischer Hauptdarsteller allein macht noch keinen spannenden Horrorfilm. Handwerklich kann „Hungry“ durchaus einige Pluspunkte verbuchen. Die praktischen Effekte und animatronischen Elemente des Nilpferds sehen ordentlich aus und verleihen dem Tier eine greifbare Präsenz. Die Kreatur wirkt dadurch stellenweise überzeugender als so manches vollständig am Computer erschaffene Monster. Die CGI-Effekte fallen qualitativ hingegen eher durchwachsen aus. Wirklich schwer wiegt dieser Schwachpunkt allerdings nicht, da das digitale Tier ohnehin nur vergleichsweise selten zu sehen ist. Was kaum ins Bild rückt, kann schließlich auch nur begrenzt negativ auffallen. Hier verschenkt der Film allerdings zugleich eine Chance, denn ausgerechnet sein ungewöhnlicher tierischer Schrecken hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Das größere Problem liegt im Erzähltempo. Während der Film mit seiner Ausgangsidee zunächst neugierig macht, verliert er in den mittleren Abschnitten spürbar an Schwung. Die Handlung zieht sich, während der eigentliche Tierterror zunehmend in den Hintergrund rückt. Ausgerechnet das Element, das den Film von anderen Genrevertretern abheben könnte, muss über längere Strecken warten, bis es wieder zum Zug kommt. Die Spannung bleibt dadurch weitgehend auf der Strecke. Wo man eine stetige Eskalation, gefährliche Begegnungen und das unangenehme Gefühl erwarten würde, dass hinter jeder Ecke ein hungriges Ungetüm lauern könnte, herrscht zu häufig erzählerischer Leerlauf. Das Nilpferd mag Appetit haben, der Film selbst scheint seinen Hunger nach packenden Horrormomenten zwischenzeitlich vergessen zu haben. Auch die Figuren tragen nur wenig dazu bei, diese Durststrecken zu überbrücken. Die Charaktere wirken austauschbar, bedienen vertraute Klischees und bleiben in ihrer Zeichnung ausgesprochen oberflächlich. Tiefgründige Persönlichkeiten oder emotionale Konflikte sollte man hier nicht erwarten. Dadurch fällt es schwer, eine wirkliche Verbindung zu den Menschen aufzubauen, deren Überlebenskampf eigentlich für zusätzliche Anspannung sorgen müsste. Wenn die Figuren kaum über bekannte Muster hinauskommen und die Handlung gleichzeitig ihren zentralen Schrecken vernachlässigt, fehlt es dem Film an gleich mehreren Stellen an Zugkraft. Wer einen anspruchslosen, rund 90-minütigen Tierhorror-Snack für zwischendurch sucht, bekommt mit „Hungry“ immerhin etwas Abwechslung innerhalb eines Genres, das sich gerne auf die immer gleichen tierischen Bedrohungen verlässt. Das Nilpferd ist eine willkommene Alternative, die praktischen Effekte überzeugen überwiegend, und für eine unkomplizierte Genreportion reicht es durchaus. Große Härte, tragische Momente oder anhaltende Spannung sollte man allerdings nicht auf der Speisekarte erwarten. Das Menü fällt schlicht zu dürftig aus, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Am Ende könnte man daher durchaus hungriger zurückbleiben als zuvor – nur diesmal nicht wegen des Nilpferds, sondern wegen all der Möglichkeiten, die dieser Tierhorror leider ungenutzt lässt.
Die Blu-ray Disc macht es vor, wie eine gelungene Ausleuchtung aussehen kann. Der Kontrast präsentiert sich hervorragend hell und sorgt dafür, dass die Bildinhalte jederzeit gut zur Geltung kommen, ohne dass dabei der Schwarzwert auf der Strecke bleibt. Dieser zeigt sich nämlich ausgesprochen kräftig und verleiht der Darstellung trotz der hellen Abstimmung genügend Tiefe. Auch die Farben bewegen sich auf einem angenehm natürlichen Niveau, während feine Details sauber herausgearbeitet werden. Eine überzeugende Bildqualität, bei der man sich erfreulicherweise nicht durch unnötig dunkle Szenen kämpfen muss, um überhaupt etwas erkennen zu können.
Akustisch liefert die Blu-ray einen dynamischen und ausgesprochen sauberen Klang. Die Dialoge bleiben jederzeit klar verständlich und werden weder von anderen Tonelementen verschluckt noch unnötig in den Hintergrund gedrängt. Die Abstimmung funktioniert also genau dort, wo es darauf ankommt. Lediglich bei der räumlichen Gestaltung bleibt die Tonspur etwas zurückhaltend. Ein wirklich immersives Klangbild will sich nicht einstellen, wodurch die akustische Atmosphäre weniger ausgeprägt ausfällt. Sauber und dynamisch ist das Ganze dennoch.
Ein wirklich sättigender Happen wird auch beim Bonusmaterial nicht serviert. Auf der Disc findet sich lediglich der Trailer zum Film. Für zusätzliche Einblicke oder einen kleinen Nachschlag hinter den Kulissen reicht das leider nicht.