

Eine junge Frau reist zu einem Vorstellungsgespräch nach Detroit und mietet sich ein Ferienhaus. Als sie jedoch spät in der Nacht dort ankommt, muss sie feststellen, dass das Haus doppelt vermietet wurde und bereits ein fremder Mann dort wohnt. Trotz ihrer Zweifel beschließt sie, den Abend dort zu verbringen. Schon bald locken mysteriöse Geräusche sie in andere Teile des Hauses, wo erschreckende Entdeckungen beweisen, dass sie weit mehr zu befürchten hat als nur einen unerwarteten Hausgast.
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Ein Airbnb kann vieles sein: praktisch, gemütlich und im besten Fall deutlich angenehmer als ein Hotelzimmer. In „Barbarian“ wird daraus allerdings ein Ort, an dem sich Urängste, Misstrauen und eine zunehmend beklemmende Atmosphäre hervorragend miteinander verbinden. Die erste Hälfte des Films spielt mit genau dieser Unsicherheit und lässt den Zuschauer lange im Dunkeln darüber, was hier eigentlich vor sich geht. Die Spannung funktioniert zunächst erstaunlich gut, weil die Figuren nicht sofort sämtliche offensichtlichen Dummheiten begehen. Ihre Reaktionen wirken intelligent und nachvollziehbar, was die Situation umso unangenehmer macht. Man schaut nicht dabei zu, wie sich Menschen wider besseres Wissen in den Horror hineinmanövrieren, sondern erlebt zunächst einen vorsichtigen Umgang mit dem Unbekannten. Erst später kippt dieses Verhalten zunehmend in dümmliche Klischees. Die Atmosphäre gehört klar zu den stärksten Seiten des Films. Das Airbnb-Haus wird zu einem klaustrophobischen Schauplatz, an dem jede Tür und jeder Gang neue Fragen aufwirft. Zach Cregger versteht es, mit den Erwartungen des Publikums zu spielen und die klassischen Genrekonventionen nicht einfach brav abzuarbeiten. Der Film hält sich einige Überraschungen zurück und sorgt dadurch immer wieder für echte Unvorhersehbarkeit.
Einen der größten Schocks liefert ausgerechnet der Blick nach draußen. Nach der Nacht im Airbnb verändert sich die Wahrnehmung des bisherigen Geschehens, sobald die nähere Umgebung sichtbar wird. Die Erkenntnis über den tatsächlichen Schauplatz besitzt eine Wirkung, die deutlich stärker ausfällt als manch vorheriger Schockmoment. Plötzlich erscheint das Problem nicht mehr auf einen einzelnen Raum begrenzt. „Barbarian“ besitzt den Mut, ungewöhnliche, skurrile und teilweise geradezu absurde Twists einzubauen. Diese Bereitschaft, sich nicht an die erwartbaren Grenzen des Genres zu halten, sorgt für einige herrlich schräge Momente. Mit zunehmender Laufzeit verliert der Film allerdings etwas von seiner anfänglichen Konsequenz und driftet zeitweise ins Trashige ab. Auch die Logik verabschiedet sich gegen Ende zunehmend. Was zunächst noch clever konstruiert erscheint, wird immer stärker von Entscheidungen und Entwicklungen getragen, die sich nur schwer nachvollziehen lassen. Die Figuren verlieren einen Teil ihrer anfänglichen Intelligenz, während die Geschichte ihre eigenen Regeln stellenweise etwas großzügig behandelt.
Seine eigentliche Überraschung bleibt trotzdem erhalten. „Barbarian“ ist in seiner Essenz vielleicht weniger originell, als es die erste Hälfte vermuten lässt, schafft es aber, mit seiner bitterbösen Art und seinen ungewöhnlichen Richtungswechseln einen eigenen Eindruck zu hinterlassen. Der Film weiß zu provozieren, zu verstören und Erwartungen bewusst gegen die Wand laufen zu lassen. Gerade deshalb dürfte „Barbarian“ die Zuschauer auseinanderbringen. Für die einen ist es ein mutiger Horrorfilm, der mit den Konventionen spielt; für die anderen ein zunehmend absurder Streifen, dem gegen Ende die Logik abhandenkommt. Beides steckt in diesem Film. Und vielleicht liegt genau darin seine eigentliche Stärke: Er möchte nicht unbedingt gefallen, sondern lässt sein Publikum mit sehr unterschiedlichen Gefühlen zurück.
Mit der Veröffentlichung von Barbarian bekommt der Film erstmals seine physische Heimkino-Auswertung spendiert. Die Blu-ray liefert dabei eine durchaus gelungene Bildqualität ab. Die Detailzeichnung präsentiert sich ordentlich und auch die Schärfe bleibt angenehm klar. Feinere Strukturen kommen sauber zur Geltung und die Farbwiedergabe hinterlässt einen guten Eindruck. Ein kleiner Wermutstropfen zeigt sich allerdings in den dunkleren Momenten. Der Schwarzwert kommt hier nicht immer ganz mit und verliert stellenweise etwas an Tiefe. Gerade bei einem Film, der seine Atmosphäre nicht zuletzt aus seinen dunklen Szenen zieht, wäre an dieser Stelle etwas mehr Sättigung wünschenswert gewesen. Davon abgesehen macht die Blu-ray aber eine gute Figur. 4K UHD: Die UHD legt bei der Bildqualität dann noch einmal ordentlich nach. Vor allem der Schwarzwert spielt jetzt in einer völlig anderen Liga. Der präsentiert sich derart satt und tief, dass Schwarz hier tatsächlich aussieht, als hätte man die Nacht persönlich auf die Disc gebannt. Auch bei der Farbgestaltung gibt es einen sichtbaren Unterschied. Die Farben wirken wärmer und verleihen der gesamten Darstellung eine angenehmere Tiefe. Gleichzeitig profitiert die Detailzeichnung vom höheren Format und präsentiert sich nochmals feiner. Strukturen, Oberflächen und kleinere Bildelemente treten präziser hervor. Wer auf diese Veröffentlichung gewartet hat, darf sich also durchaus bestätigt fühlen. Die UHD holt aus der visuellen Gestaltung noch einmal mehr heraus und macht vor allem beim Schwarzwert deutlich, was gegenüber der Blu-ray zusätzlich möglich ist.
Bei den Tonspuren wird zunächst einmal ordentlich Auswahl geboten: Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch als Hörfilmfassung Dolby Digital 2.0 sowie Italienisch, Japanisch, Spanisch und lateinamerikanisches Spanisch jeweils in Dolby Digital 5.1. Auch auf der UHD bleibt die Auswahl samt Formaten identisch. Viele Sprachen sind also vorhanden, doch irgendwann drängt sich die Frage auf: Musste es bei den Synchronfassungen wirklich überall Dolby Digital 5.1 sein? Sauber klingt die Abmischung durchaus. Die Dialoge bleiben verständlich und besitzen eine ordentliche Dynamik. Technisch wirkt der Klang keineswegs schmutzig oder störend, auch wenn man sich von einem solchen Horrorfilm akustisch etwas mehr erwartet hätte. Denn ausgerechnet bei der Atmosphäre bleibt die Tonspur erstaunlich zurückhaltend. Räumliche Wirkung will sich nur sehr eingeschränkt einstellen. Gerade bei einem Film wie Barbarian, der von seinen unheimlichen Situationen und dem Gefühl permanenter Unsicherheit lebt, hätte eine intensivere Klangkulisse wesentlich mehr Spannung erzeugen können. Die saubere Wiedergabe und die ordentliche Dialogdynamik stimmen, doch atmosphärisch bleibt der Ton deutlich hinter den Möglichkeiten zurück.
Das Bonusmaterial besteht aus einem Audiokommentar von Regisseur Zach Cregger und Produzent Roy Lee, der zusätzliche Einblicke in die Entstehung des Films ermöglicht. Hinzu kommt die Featurette „Making Barbarian“ sowie eine Auswahl an gelöschten Szenen. Allerdings fällt ausgerechnet das Making-of mit etwas mehr als zwölf Minuten ziemlich knapp aus. Viel Raum für einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen bleibt da nicht. Und dann wäre da noch die heimliche Wunschvorstellung: eine alternative zweite Hälfte des Films. Nach der Enttäuschung über die Entwicklung der zweiten Hälfte wäre eine komplett andere Variante natürlich ein ziemlich großes Bonus-Highlight gewesen. Eine alternative Schnittfassung oder gar eine andere zweite Hälfte wäre tatsächlich spannend gewesen. Leider bleibt das Wunschdenken. Das vorhandene Bonusmaterial ist ordentlich, aber gerade bei der kurzen Featurette wäre deutlich mehr möglich gewesen.