


Dark Blood“ erzählt die Geschichte von Boy (River Phoenix), dessen Frau an den Folgen radioaktiver Tests in der Nähe ihrer Heimat verstorben ist. Nach ihrem Tod zieht sich Boy in die Wüste zurück und wartet auf das Ende der Welt. Harry (Jonathan Pryce) und Buffy (Judy Davis), ein Ehepaar in der Krise, unternehmen auf der Suche nach einer neuen Annäherung eine späte zweite Hochzeitsreise. Als sie mit ihrem Oldtimer durch die Wüste fahren, hat ihr Bentley einen Motorschaden und sie werden von Boy gerettet. Boy fühlt sich von Buffy angezogen und spinnt sie mit seinem Charme ein. In der Einöde der Wüste, abgeschnitten von der Welt, realisiert das Ehepaar zunehmend, dass Boy ihre Abreise bewusst vereitelt. Während Harry und Buffy an Flucht denken, möchte Boy zusammen mit Buffy eine bessere Welt erschaffen.
Originaltitel: Dark Blood
Regie: George Sluizer.
Drehbuch: Jim Barton.
Darsteller: River Phoenix (Stand by Me), Judy Davis (The Dressmaker), Jonathan Pryce (Fluch der Karibik), Karen Black (Landhaus der toten Seelen), T. Dan Hopkins, Lorne Miller, John Trudell, Rodney A. Grant, George Aguilar.
Genre: Thriller
Land: USA / UK / Niederlande
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 82 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen.
Sprachen: Englisch, Englisch.
Tonsystem: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Untertitel: deutsch, deutsch UT für Hörgeschädigte.
Extras: Interviews, Pressekonferenz auf der Berlinale, Fotogalerie, Trailer, Booklet, Trailershow.
Vertrieb: Indigo / Missing Films
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Ein Film, der von Anfang an unter einem besonderen Schatten steht. Dark Blood ist das unvollendete letzte Werk von River Phoenix – ein Projekt, das nach seinem tragischen Tod lange als verloren galt und erst Jahre später in einer rekonstruierten Fassung veröffentlicht wurde.
Diese Entstehungsgeschichte ist im fertigen Film spürbar. Man merkt ihm an, dass vieles angepasst werden musste – im Schnitt, im Erzählfluss, in der Struktur. Es bleibt das Gefühl, dass man nur eine Annäherung sieht, nie das eigentliche Werk, das einmal geplant war.
Und doch besitzt der Film eine eigentümliche Faszination. Vor allem durch die Präsenz von River Phoenix entsteht eine fast elektrische Wirkung, als würde jede Szene von seiner Ausstrahlung getragen werden.
Gleichzeitig bleibt der Thriller hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die emotionale Tiefe stellt sich nur selten ein, vieles wirkt distanziert und teilweise auch etwas gealtert.
So bleibt Dark Blood ein besonderer, aber auch unvollständiger Film – interessant, bewegend in seiner Geschichte, doch als Gesamtwerk eher ein Fragment dessen, was hätte sein können.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Bildtechnisch kann man mehr als zufrieden sein. Eine durchgehend klare Schärfe, ein heller Kontrast und eine natürliche Farbumgebung. Auch die Details sind sehr gut.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Es gibt keine deutsche Synchronfassung. Nur die Originalsprachfassung mit deutschen Untertitel und diese präsentiert sich sauber und klar verständlich bei den Dialogen. Klanglich gibt es allerdings nur wenig Atmosphäre.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Das zusätzliche Bonusmaterial besteht aus Interviews und weitere Interviews von der Berlinale. Das Highlight ist das beiliegende Booklet mit schönen Informationen nicht nur über River Phoenix.
Abspann: Nein. Da kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: 10 Tage vor Abschluss der Dreharbeiten für „Dark Blood“ im Jahr 1993 verstarb Hauptdarsteller River Phoenix (Stand by Me, My Own Private Idaho) im Alter von nur 23 Jahren. Regisseur George Sluizer (Spoorloos, The Vanishing) entschied, die fehlenden Szenen per Voice-Over aus dem Drehbuch vorzulesen. So kam sein Projekt fast 20 Jahre nach Drehbeginn zur Vollendung und wurde zu einem vielschichtigen Artefakt, das zugleich eine berührende Geschichte erzählt, die Stimme des Regisseurs materialisiert und an das ehemalige Teen-Idol erinnert.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4015698015188
VÖ-Kauf: 26. Januar 2018
www.missingfilms.de