| The Founder erzählt die Entstehungsgeschichte von McDonald’s nicht als einfache Erfolgsgeschichte, sondern vielmehr als bitteres Drama über Ehrgeiz, Kapitalismus und den Preis des amerikanischen Traums. Der Film beginnt beinahe leichtfüßig und sympathisch, entwickelt sich jedoch zunehmend zu einer erstaunlich kalten und unangenehmen Charakterstudie.
Und genau das macht ihn so faszinierend.
Im Mittelpunkt steht Ray Kroc, hervorragend gespielt von Michael Keaton. Anfangs erscheint seine Figur fast bemitleidenswert – ein älterer Verkäufer, der verzweifelt nach seiner großen Chance sucht. Man gönnt ihm seinen Erfolg beinahe automatisch.
Doch je weiter der Film voranschreitet, desto deutlicher zeigt sich eine ganz andere Seite.
Aus Ehrgeiz wird Gier.
Aus Charme wird Berechnung.
Und aus dem sympathischen Geschäftsmann entwickelt sich langsam ein Mann, der bereit ist, nahezu alles für Macht und Erfolg zu opfern.
Gerade diese schleichende Veränderung erzählt der Film bemerkenswert stark. Michael Keaton trägt das gesamte Werk mit einer faszinierenden Mischung aus Charisma, Unsicherheit und später fast erschreckender Kälte. Seine Darstellung gehört eindeutig zu den größten Stärken des Films.
Dabei gelingt es The Founder, die Geschichte von McDonald’s spannend zu erzählen, obwohl eigentlich jeder Zuschauer das Ergebnis bereits kennt. Gerade die frühen Szenen rund um die innovativen Ideen der Richard McDonald- und Maurice McDonald-Brüder wirken äußerst interessant. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie revolutionär ihr Konzept damals tatsächlich war.
Besonders gelungen bleibt außerdem, wie der Film den amerikanischen Traum gleichzeitig feiert und kritisiert.
Denn The Founder macht sehr deutlich, dass hinter großen Erfolgen oft auch Verlierer stehen. Loyalität, Moral und Freundschaft verlieren zunehmend an Bedeutung, sobald Geld und Expansion ins Spiel kommen. Genau dadurch entwickelt der Film seine unangenehme Ehrlichkeit.
Interessant bleibt dabei auch, wie glaubwürdig alles inszeniert wirkt. Natürlich wird man niemals mit absoluter Sicherheit wissen, ob sich sämtliche Ereignisse exakt so abgespielt haben. Doch die Darstellung wirkt durchgehend plausibel und erstaunlich authentisch.
Visuell fängt der Film außerdem hervorragend das Amerika der 1950er- und 60er-Jahre ein. Die nostalgische Ausstattung, die Restaurants, Autos und Werbewelten erzeugen ein stimmiges Bild einer Zeit, in der Fast Food begann, Teil einer neuen amerikanischen Kultur zu werden.
Dabei verliert der Film nie völlig seine Unterhaltungskraft. Trotz aller geschäftlichen Intrigen bleibt die Geschichte spannend und angenehm zugänglich erzählt. Gerade der Wechsel zwischen charmanten Momenten und immer kälter werdenden Entscheidungen sorgt dafür, dass die Spannung konstant erhalten bleibt.
Und genau dadurch funktioniert The Founder so gut.
Denn letztlich geht es hier nicht nur um Hamburger oder um McDonald’s, sondern um Macht, Ehrgeiz und die Frage, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um Erfolg zu haben.
Ein stark gespieltes und äußerst glaubwürdig inszeniertes Drama über den Aufstieg von McDonald’s und die Schattenseiten des Erfolgs. Michael Keaton überzeugt mit einer faszinierenden Darstellung zwischen Charme und Skrupellosigkeit. Spannend, bitter und überraschend fesselnd – ein Film über Gewinner, Verlierer und den Preis des amerikanischen Traums. |