


Elwood (Christopher Abbott) ist ein Auftragskiller, der in einer Kleinstadt in Alaska einen Job erledigen soll. Aber anstatt nur den Mann zu töten für den er angeheuert wurde, richtet er ein Blutbad an.
Sam (Jon Bernthal) ist ein ehemaliger Rodeostar, der durch seinen Umzug von Virginia nach Alaska versucht hat, seine eher glücklose Vergangenheit hinter sich zu lassen. Jetzt ist er Besitzer des „Sweet Virginia“ Motels, in dem eines Tages ein seltsamer Kerl namens Elwood eincheckt. Lila (Imogen Poots) erträgt seit Jahren die Abarten ihres Mannes, bis sie eines Tages nicht mehr kann und einen Auftragsmörder anheuert. Frisch verwitwet muss sie aber feststellen, dass ihr Mann ihr mehr Schulden als Cash hinterlassen hat und sie den Killer nicht bezahlen kann. Schnell geraten die Dinge außer Kontrolle und eine Welle an Gewalt rollt über die Stadt, in der sich plötzlich jeder selbst der nächste ist.
Originaltitel: Sweet Virginia
Regie: Jamie M. Dagg.
Drehbuch: Benjamin China, Paul China.
Darsteller: Jon Bernthal (Baby Driver), Imogen Poots (Green Room), Christopher Abbott (It Comes at Night), Rosemarie DeWitt (Poltergeist), Jared Abrahamson (Fear the Walking Dead).
Genre: Drama / Thriller
Land: Kanada / USA
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 89 Minuten.
Bildformat: 2.40:1 / 16:9 Widescreen.
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailer.
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Sweet Virginia gehört zu jener Sorte Thriller, die weniger auf große Explosionen, spektakuläre Wendungen oder hektische Action setzen, sondern vielmehr auf Atmosphäre, stille Bedrohung und unterschwellige Spannung. Gerade dadurch entwickelt der Film eine unangenehm beklemmende Wirkung, die sich langsam aber konsequent entfaltet.
Schon früh macht der Film klar, dass hier keine gewöhnliche Hochglanz-Thrillerunterhaltung geboten wird. Stattdessen präsentiert sich Sweet Virginia rau, ruhig und beinahe melancholisch. Die Geschichte spielt in einer trostlosen Kleinstadtwelt voller Einsamkeit, Frustration und unterschwelliger Gewaltbereitschaft. Genau diese Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Film und erzeugt ein stetiges Gefühl von Unruhe.
Besonders stark sind dabei die Charakterzeichnungen gelungen. Die Figuren wirken glaubwürdig, fehlerhaft und menschlich. Niemand erscheint hier wie ein klassischer Held oder Bösewicht, vielmehr bewegen sich fast alle Charaktere irgendwo zwischen Schuld, Verzweiflung und innerer Leere.
Gerade diese ruhige, realistische Art macht den Thriller so interessant. Viele Dialoge wirken angenehm natürlich und die zwischenmenschlichen Spannungen entwickeln oft mehr Intensität als die eigentliche Kriminalgeschichte.
Storytechnisch bleibt der Film allerdings vergleichsweise schlicht. Große Überraschungen oder komplizierte Wendungen sollte man hier nicht erwarten. Manche Entwicklungen lassen sich recht früh erahnen und insgesamt wirkt die Handlung stellenweise sogar etwas blass oder zurückhaltend erzählt.
Doch erstaunlicherweise schadet genau das dem Film kaum. Denn Sweet Virginia lebt weniger von seiner Geschichte als vielmehr von seiner Stimmung. Die Spannung entsteht hier nicht durch spektakuläre Ereignisse, sondern durch Blicke, Schweigen und die ständige Ahnung, dass die Situation jederzeit eskalieren könnte.
Visuell unterstreicht die Inszenierung diese Stimmung hervorragend. Die kalten Farben, die düsteren Schauplätze und die oft trostlos wirkenden Bilder verleihen dem Film eine fast depressive Grundstimmung, die hervorragend zum Inhalt passt.
Auch die Besetzung trägt viel dazu bei, dass der Film funktioniert. Die Darsteller spielen angenehm zurückhaltend und glaubwürdig, ohne jemals unnötig zu übertreiben. Gerade dadurch wirken viele Szenen besonders intensiv.
Besonders gelungen ist zudem das Ende des Films. Ohne unnötig künstlich oder übertrieben dramatisch zu wirken, findet Sweet Virginia einen Abschluss, der sich stimmig und konsequent anfühlt. Kein lauter Knall, sondern vielmehr ein bitterer Nachhall, der gut zur gesamten Atmosphäre passt.
Natürlich ist der Film kein Thriller für Zuschauer, die pausenlose Action oder ständig neue Überraschungen erwarten. Dafür erzählt er zu ruhig und zu kontrolliert. Doch gerade Fans atmosphärischer Spannungsfilme dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Ein düsterer, ungewöhnlicher Thriller mit starken Figuren, bedrückender Atmosphäre und ruhiger Intensität – vielleicht nicht storytechnisch herausragend, dafür aber spannend, beklemmend und erstaunlich nachhaltig. Ein kleiner, aber richtig starker Streifen.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Neben den warmen Farben überzeugt die detailreiche und sehr klare Schärfe, Der Kontrast ist der Stimmung des Films angepasst und daher etwas dünkel/düster.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Der fehlerfreie Ton liefert einen soliden Raumklang ab mit klar verständlichen Dialogen. Sauber!
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Nur den Trailer zum Film. Mager!
Abspann: Nein. Da kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: –
Wendecover: Ja! Vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 25. Januar 2018
www.eurovideo.de