

Eigentlich sollte die vorübergehende Versetzung in die verschlafene Kleinstadt Normal für Sheriff Ulysses (Bob Odenkirk) eine willkommene Auszeit von Eheproblemen und beruflichen Rückschlägen sein. Doch als ein misslungener Banküberfall die trügerische Ruhe der Stadt durcheinanderbringt, wird schnell klar, dass die Bewohner weit mehr zu verbergen haben, als zunächst angenommen. Ulysses merkt plötzlich: Diese Kleinstadt ist alles andere als „normal“…
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Der Name Normal könnte kaum passender gewählt sein – zumindest auf den ersten Blick. Eine beschauliche Kleinstadt, ein ehemaliger Sheriff auf der Suche nach Ruhe und eine Atmosphäre, die stark an Das Ende – Assault on Precinct 13 (Remake mit Ethan Hawke) erinnert. Doch was zunächst wie eine entspannte Auszeit wirkt, entwickelt sich schneller als gedacht zu einem blutigen Chaos aus Verschwörungen, Verrat und gnadenloser Action. Ben Wheatley beweist dabei erneut sein Gespür für ungewöhnliche Genre-Mischungen. Normal verbindet düsteren Kleinstadt-Thriller, trockenen Humor und kompromisslose Action zu einem erstaunlich gut abgestimmten Gesamtpaket. Der Mix wirkt nicht überladen, sondern ist überraschend präzise portioniert.
Die Geschichte folgt Ex-Sheriff Ulysses, gespielt von Bob Odenkirk, der in der kleinen Stadt Normal aushilft. Doch die vermeintliche Ruhe endet abrupt, als ein Banküberfall eine Reihe von Ereignissen auslöst und nach und nach sichtbar wird, dass nahezu die gesamte Stadt in eine gefährliche Verschwörung verwickelt scheint. Ja, die Handlung ist vorhersehbar. Doch das spielt hier kaum eine Rolle. Denn verdammt, Normal macht einfach Spaß. Der Film lebt von seiner Energie, seinen skurrilen Figuren und der Frage, wann die zurückgehaltene Gewalt endlich explodiert. Und genau diesen Moment beherrscht Wheatley perfekt.
Während der Film zu Beginn bewusst etwas langsamer erzählt und sich Zeit für seine Charaktere nimmt, schaltet er im letzten Drittel endgültig in den Overdrive. Dann entfesselt Normal ein kreatives und kompromissloses Actionfeuerwerk, das mit überraschender Härte und einigen herrlich absurden Momenten überzeugt. In dieser Stadt voller fragwürdiger Gestalten gibt es sogar Kills, die beinahe den makaberen Charme von Final Destination besitzen.
Mit einer Laufzeit von gerade einmal 90 Minuten bleibt das Ganze angenehm knackig. Nichts wird unnötig aufgebläht, jede Szene arbeitet auf den nächsten Ausbruch hin. Der anfängliche ruhigere Aufbau zahlt sich aus, denn dadurch erhalten die Figuren genügend Profil, bevor das Chaos seinen Lauf nimmt. Normal ist sicherlich nicht der Film, der das Action-Genre neu erfindet. Aber er versteht genau, was er sein möchte: ein schwarzhumoriger, blutiger und herrlich überdrehter Kleinstadt-Thriller. Hier wird nicht gefackelt, nur am Anfang etwas zu viel geschnackelt. Doch genau dadurch trifft der spätere Ausbruch umso härter.
Die visuelle Gestaltung von Normal verweigert sich bewusst jeder klassischen Farbenpracht und präsentiert eine fast vollständig entsättigte Welt. Der beinahe farblose Look wirkt kühl, nüchtern und unterstreicht die ernüchternde Atmosphäre des Films. Dadurch rückt weniger die Farbwirkung, sondern vielmehr die Bildgestaltung selbst in den Vordergrund. Trotz dieser zurückgenommenen Optik liefert die DVD eine solide technische Umsetzung: Die Schärfe bleibt angenehm klar und arbeitet zahlreiche Details sauber heraus. Gerade Gesichter und Umgebungen profitieren von einer ordentlichen Darstellung, auch wenn die bewusst triste Bildsprache den Gesamteindruck dominiert.
Akustisch zeigt sich Normal deutlich lebhafter. Sobald die Action einsetzt, entwickelt die Tonspur ordentlich Druck und bringt die intensiveren Momente kraftvoll zur Geltung. Trotz der wuchtigeren Passagen bleiben die Dialoge jederzeit verständlich und gehen nicht im Geschehen unter. Die Abmischung wirkt insgesamt sauber und ausgewogen, sodass sowohl ruhigere Szenen als auch die härteren Momente überzeugend transportiert werden.
Das Bonusmaterial bietet das übliche Programm aus Interviews, B-Roll-Material und Trailern. Solide Standardkost, die einige zusätzliche Eindrücke zur Produktion liefert, aber keine größeren Überraschungen bereithält.