

Barb (Emma Thompson) fährt in die Einsamkeit des nördlichen Minnesotas, um den finalen Wunsch ihres verstorbenen Ehemanns umzusetzen: seine Asche an dem abgelegenen See zu verteilen, wo ihre gemeinsame Geschichte ihren Anfang nahm. Mitten in der Wildnis, ohne Mobilfunkempfang und kilometerweit von jeder Zivilisation entfernt, beobachtet Barb ein brutales Verbrechen: Eine junge Frau wird entführt und in einer verwaisten Hütte festgehalten. Vollkommen auf sich selbst angewiesen, unternimmt Barb alles, um das Mädchen zu retten. Es entbrennt ein atemberaubender Kampf ums Überleben, nicht nur gegen das rücksichtslose Entführerpaar (Judy Greer und Marc Menchaca), sondern auch gegen die lebensbedrohliche Kälte Minnesotas.
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Es gibt Thriller, die ihre Spannung aus Verfolgungsjagden und ständigen Wendungen ziehen. Und dann gibt es Filme wie The Winter Lake, die ihre stärksten Momente aus Stille, Kälte und Einsamkeit gewinnen. Schon nach wenigen Minuten wird deutlich, dass hier die verschneite Wildnis beinahe die eigentliche Hauptrolle übernimmt. Die in Finnland und Kanada entstandenen Aufnahmen vermitteln eine frostige, raue Schönheit, die gleichermaßen faszinierend wie bedrohlich wirkt. Die endlosen Schneeflächen, vereisten Wälder und die allgegenwärtige Kälte erzeugen ein Gefühl von Isolation, das den Film durchgehend trägt.
Unterstützt wird diese Wirkung von einer starken Kameraarbeit und einem zurückhaltenden, aber wirkungsvollen Soundtrack. Beides arbeitet nie gegen die Geschichte, sondern verstärkt die Atmosphäre auf subtile Weise. Gerade diese inszenatorische Ruhe hebt den Film von vielen Genrevertretern ab. Statt auf permanente Hektik setzt die Regie auf Geduld und darauf, die Zuschauer in diese unwirtliche Welt hineinzuziehen.
Im Zentrum steht Emma Thompson, die ihrer Figur eine angenehm bodenständige Glaubwürdigkeit verleiht. Ihre Überlebenskämpferin ist keine unverwundbare Actionheldin, sondern ein Mensch, der mit Angst, Schmerz und Unsicherheit umgehen muss. Genau dadurch wirken viele Situationen nachvollziehbarer. Eine besondere Überraschung liefert zudem Judy Greer, die in einer Rolle besetzt wurde, die man von ihr so kaum erwarten würde. Ihre Darstellung der skrupellosen Gegenspielerin verleiht dem Film einige seiner intensivsten Momente und sorgt dafür, dass man immer wieder aufhorcht.
Weniger überzeugend zeigt sich allerdings das Drehbuch. Die eigentliche Grundidee besitzt zwar Potenzial, wird jedoch durch einige erzwungen wirkende Hintergrundgeschichten unnötig aufgebläht. Mehrfach entstehen Situationen, in denen die Motivationen einzelner Figuren eher konstruiert als natürlich erscheinen. Dadurch verliert die Handlung gelegentlich an Dynamik und wirkt stellenweise länger, als sie eigentlich sein müsste.
Am Ende bleibt dennoch ein durchaus sehenswerter Thriller zurück. Nicht wegen seiner Geschichte, die oft recht schlicht bleibt, sondern wegen seiner Atmosphäre. Die eisige Landschaft, die überzeugenden Darsteller und die ruhige Inszenierung erzeugen eine Stimmung, die lange nachhallt. Dead of Winter – Eisige Stille überzeugt deshalb weniger durch nervenzerreißende Spannung als durch das Gefühl, selbst mitten in dieser kalten, verlassenen Wildnis festzustecken. Und manchmal reicht genau das aus.
Trotz der kräftigen Farbgebung verliert Dead of Winter – Eisige Stille nie seine frostige Ausstrahlung. Die verschneiten Landschaften und die abgelegene Umgebung wirken durchgehend kühl und unwirtlich, wodurch die bedrohliche Stimmung des Films bestens eingefangen wird. Die DVD liefert dabei eine erfreulich klare Schärfe, die Personen und Schauplätze sauber herausarbeitet. Unterstützt wird dies von einem eher dunklen Kontrast, der die winterliche Isolation zusätzlich unterstreicht und dem Geschehen eine passende, leicht beklemmende Atmosphäre verleiht.
Klanglich bewegt sich der Film auf sicherem Eis. Die Dialoge bleiben jederzeit gut verständlich und werden von einer gelungenen Dynamik begleitet, die sowohl ruhigere als auch intensivere Momente überzeugend transportiert. Die Tonspur wirkt insgesamt ausgewogen und sauber abgemischt. Dabei passt sich der Klang stets der jeweiligen Stimmung an: Wirken einzelne Szenen etwas wärmer oder menschlicher, spiegelt sich dies auch akustisch angenehm wider. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild aus Bild und Ton.
Das Bonusmaterial hält keine großen Überraschungen bereit, bietet aber durchaus einen lohnenden Blick hinter die Kulissen. Das rund 21-minütige Making-of vermittelt einige interessante Eindrücke von den Dreharbeiten und wird durch den Trailer zum Film ergänzt. Kein überladenes Paket, aber ein solides Zusatzangebot, das die Veröffentlichung sinnvoll abrundet.