


Eine Highschool-Clique um fünf Außenseiter findet eine mysteriöse aztekische Todes-Pfeife – nicht ahnend, dass ein grauenhafter Fluch auf ihr liegt. Wer auf der Pfeife spielt und einmal ihren furchterregend-schrillen Klang gehört hat, ruft den eigenen Tod auf den Plan und wird fortan von ihm gejagt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: Die Teenager versuchen verzweifelt, dem Geheimnis der Pfeife auf die Spur zu kommen und ihrem eigenen Tod zu entkommen.
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Ein einziger Ton oder auch Schrei, und irgendwo beginnt bereits der eigene Tod zu laufen. Whistle besitzt mit seiner aztekischen Todespfeife eine verdammt gute Idee: Wer ihren Klang hört, beschwört den Tod, der für ihn ohnehin bereits vorgesehen ist. Was daraus entsteht, ist eine Sammlung von Todesarten, bei denen man durchaus zweimal hinschauen möchte. Kreativ, hart und teilweise ziemlich abgefahren setzt Corin Hardy die einzelnen Kills in Szene und beweist dabei vor allem eines: Wenn es ums Sterben geht, mangelt es diesem Film nicht an Fantasie. Auch handwerklich kann sich das Ergebnis sehen lassen. Besonders das Labyrinth-Set ist erstklassig gestaltet und verleiht dem Film eine greifbare, düstere Welt, in der man sich nur äußerst ungern verlaufen möchte. Die Ausstattung und die Effekte funktionieren überzeugend, dazu kommt eine dichte, dunkle Atmosphäre, die Whistle über weite Strecken angenehm unheimlich hält. Visuell besitzt der Film damit durchaus den nötigen Biss und schafft es, seine Horrorwelt glaubwürdig wirken zu lassen.
Dann stehen da allerdings die Figuren. Oder besser gesagt: Sie stehen dort, weil der Film sie offensichtlich für seine nächste Todesnummer benötigt. Über die Charaktere erfahren wir erschreckend wenig. Sie bleiben blass, stereotyp und emotional dünn gezeichnet, sodass kaum eine wirkliche Bindung entsteht. Wenn jemand aus der Gruppe verschwindet, fehlt dadurch nicht nur eine Figur – es fehlt vor allem der emotionale Schock. Die Jugendlichen werden letztlich zu Kanonenfutter, und selbst der schönste Kill verliert an Wirkung, wenn einem die Person davor ziemlich egal ist. Auch die Geschichte selbst wandelt auf bekanntem Teenie-Horror-Terrain. Die Grundidee mit der Todespfeife ist originell, doch drumherum greift das Drehbuch immer wieder auf vertraute Muster zurück. Dadurch entsteht stellenweise der Eindruck, als hätte Whistle eine außergewöhnliche Waffe gefunden, aber vergessen, ihr auch eine ebenso außergewöhnliche Geschichte zu geben. Einige Nuancen erinnern zudem an Final Destination, insbesondere dort, wo das unvermeidliche Sterben mit ausgeklügelten Todesfallen verbunden wird. Ein wenig eigene Identität hätte dem Konzept deshalb gutgetan.
Und dann kommt das Finale – und gerade dort hätte der Film noch einmal kräftig nachlegen können. Stattdessen wirkt dieser Abschnitt stellenweise erstaunlich kraftlos. Nach den starken Effekten, dem gelungenen Labyrinth und den teilweise krassen Kills bleibt am Ende das Gefühl zurück, dass hier mehr möglich gewesen wäre. Whistle ist deshalb ein merkwürdiger kleiner Widerspruch: Die Todespfeife ist ein großartiger Einfall, die Kills sind krass, die Effekte stark und die Inszenierung sieht gut aus. Doch hinter der hübschen Horrorhülle fehlt es an Charakter. Die Figuren sind austauschbar, die Geschichte bedient sich zu häufig bekannter Klischees und das Finale verschenkt einen Teil der zuvor aufgebauten Wirkung. Handwerklich gelungen, atmosphärisch dicht und beim Sterben erstaunlich kreativ – aber leider bleibt der Film selbst ziemlich uninspiriert.
Whistle präsentiert sich auf DVD erfreulich kraftvoll. Besonders die kräftige Farbgebung verleiht den Bildern eine intensive Wirkung, während der stimmig abgestimmte Kontrast die unheimliche Atmosphäre unterstützt. Für das DVD-Format fällt zudem die Schärfe überraschend klar aus und sorgt dafür, dass auch feinere Strukturen ordentlich zur Geltung kommen. Gerade bei den dunkleren Schauplätzen bleibt das Bild angenehm präzise und vermittelt dem Horrorfilm die passende visuelle Tiefe.
Akustisch zeigt sich die Veröffentlichung deutlich bissiger. Die Tonspur ist sehr sauber abgemischt und bringt eine ordentliche Dynamik mit. Geräusche und musikalische Akzente werden präzise eingesetzt und verleihen den einzelnen Szenen durchaus Nachdruck. Nur bei den eigentlichen Schreckmomenten verpufft der gewünschte Effekt etwas, da die Jump-Scares meist zu früh zu erkennen sind. Das liegt allerdings weniger an der technischen Umsetzung als an der Inszenierung selbst. Klanglich liefert die DVD dennoch eine ausgesprochen starke Vorstellung.
Das Bonusmaterial bietet mit einem rund 30-minütigen Making-of einen durchaus brauchbaren Blick hinter die Entstehung des Films. Ergänzt wird das Ganze durch den Trailer. Damit fällt die Ausstattung zwar nicht üppig, aber insgesamt ausreichend aus.