


Cam und Greg, ein glückliches schwules Paar, beschließen nach Jahren in einer monogamen Beziehung, sich an einer offenen Beziehung zu versuchen, um so ihr Liebesleben aufzupeppen. Offen für jede neue Erfahrung, stürzen sich die beiden in die Suche nach abwechslungsreichen Abenteuern. Doch die Büchse der Pandora zu öffnen kann gefährlich sein und Greg und Cam werden mit einigen skurrilen und sexy Überraschungen konfrontiert. Wer darf oben sein? Warum will der Dritte nur mit einem von beiden schlafen? Und wer hostet eigentlich das nächste Date? Und spätestens als der heiße Princeton auftaucht, bricht das Chaos aus.
Originaltitel: Open to It
„Open to It“ folgt einem homosexuellen Paar, das seine Beziehung bewusst für einen dritten Partner öffnet und damit in ein Feld zwischen Nähe, Chaos und neuen Beziehungsmodellen eintritt. Die erste Staffel wirkt dabei noch recht unausgegoren. Vieles erscheint chaotisch, stellenweise wenig strukturiert und erzählerisch nicht immer sauber durchdacht. Auch die Dialoge wirken gelegentlich konstruiert, und der Fokus verschiebt sich teils stärker in Richtung Freizügigkeit als in Richtung wirklich entwickelter Figuren oder konsequenter Handlung.
Ganz anders die zweite Staffel: Hier findet die Serie deutlich besser zu sich selbst. Der Ton wird fokussierter, der Humor sitzt sicherer, und vor allem rücken Themen wie Kommunikation, Konsens und Verantwortung in polyamoren Beziehungen stärker in den Mittelpunkt. Genau hier entfaltet die Serie ihre eigentliche Stärke.
Besonders positiv fällt auf, wie offen und gleichzeitig alltagsnah die Serie mit Polyamorie und ethischer Nicht-Monogamie umgeht. Statt zu bewerten, beobachtet sie eher — und vermittelt dabei überraschend viel Verständnis für ein Thema, das im Serienkontext selten so unaufgeregt behandelt wird.
Auch der Humor funktioniert in der zweiten Staffel deutlich besser. Bissige Pointen, schwarzer Humor und eine gewisse Selbstironie sorgen dafür, dass die Serie trotz ernsthafter Themen nie zu schwer wird. Die Charaktere wirken insgesamt authentisch und oft sogar liebenswert, gerade weil sie nicht perfekt geschrieben sind, sondern menschlich bleiben — mit Fehlern, Unsicherheiten und Widersprüchen.
So bleibt „Open to It“ am Ende eine Serie mit zwei Gesichtern: ein holpriger Start, der vieles noch sucht, und eine deutlich stärkere zweite Staffel, die zeigt, welches Potenzial tatsächlich in dem Konzept steckt. Wer leichte Unterhaltung mit ungewöhnlichem Thema und überraschendem Tiefgang sucht, findet hier durchaus etwas Interessantes.
Aus den kurzen Episoden der beiden Staffeln wurden für diese Veröffentlichung kurzerhand zwei längere Filme zusammengestellt. Das verändert zwar die ursprüngliche Episodenstruktur, an der technischen Präsentation gibt es dafür erfreulich wenig auszusetzen. Beide Teile bewegen sich auf DVD-Niveau in einem guten, gehobenen Standard und hinterlassen insgesamt einen ansprechenden Eindruck. Vor allem die Schärfe kann überzeugen. Sie präsentiert sich ausgesprochen klar und sorgt dafür, dass auch feinere Strukturen sauber sichtbar bleiben. Der Kontrast wurde deutlich hell abgestimmt, wodurch die gesamte Darstellung offen und freundlich wirkt. Dazu gesellt sich eine sehr kräftige, teilweise beinahe grelle Farbwiedergabe. Das ist sicherlich nicht die zurückhaltendste Farbgestaltung, passt aber durchaus zum lebendigen Erscheinungsbild der Produktion. Insgesamt ergibt sich damit ein überraschend frisches DVD-Bild. Keine spektakuläre Referenzpräsentation, aber eine technisch saubere und visuell ansprechende Umsetzung, bei der insbesondere die Klarheit und die leuchtenden Farben positiv auffallen.
Akustisch konzentriert sich die Veröffentlichung erwartungsgemäß vor allem auf die Dialoge. Diese werden sauber und makellos wiedergegeben und bleiben jederzeit gut verständlich. Die Stimmen besitzen genügend Präsenz und werden ordentlich in das Klangbild eingebettet. Große Überraschungen sollte man allerdings nicht erwarten. Die Tonspur arbeitet zuverlässig, bietet eine ordentliche Dynamik und erfüllt ihren Zweck, ohne dabei mit außergewöhnlicher Räumlichkeit oder spektakulären Soundeffekten auf sich aufmerksam zu machen. Unterm Strich also eine solide und saubere Abmischung: nichts, was einem die Ohren aus dem Kopf pustet, aber auch nichts, was Anlass zur Beschwerde gäbe.
Nach den beiden zusammengestellten Filmen ist die Bonusabteilung allerdings komplett leer. Zusätzliches Material zur Produktion, Interviews oder sonstige Einblicke sucht man vergeblich. Hier gibt es schlicht keine Extras. Die Veröffentlichung setzt damit ganz auf die beiden zusammengefassten Staffeln und verabschiedet sich anschließend ohne weiteres Bonusprogramm.