


Val Waxman war ein Starregisseur. Aber der Ruhm ist vergangen und statt großer Filmproduktionen dreht Waxman nur noch Fernsehwerbungen. Aus heiterem Himmel wird ihm eine große Blockbuster-Produktion angeboten. Wie sich herausstellt kommt das Angebot von seiner Exfrau Ellie, die mit dem Chef eines Filmstudios liiert ist – derselbe Mann, für den sie Waxman verlassen hat. Auf Zurede seines Managers Al Hack nimmt Waxman das Angebot an. Kurz vor Drehbeginn erleidet er psychosomatische Blindheit und versucht dennoch, das Projekt zu retten.
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Ein Regisseur, der ausgerechnet kurz vor Drehbeginn psychosomatisch erblindet und trotzdem versucht, seinen Film irgendwie zu realisieren – die Ausgangslage von „Hollywood Ending“ ist so absurd, dass daraus eigentlich eine herrlich bissige Branchenkomödie entstehen müsste. Und genau dort besitzt Woody Allens Film auch seine stärksten Momente. Als satirischer Blick hinter die Kulissen Hollywoods funktioniert das Werk erstaunlich gut, denn der sarkastische Humor nimmt die Filmbranche, ihre Eitelkeiten und ihre absurden Mechanismen mit jener typischen Allen-Bissigkeit auseinander. Die eigentliche Geschichte kann mit dieser Idee allerdings nicht immer mithalten. Die Inszenierung wirkt vorhersehbar und stellenweise ziemlich fade. Die Prämisse des erblindeten Regisseurs, der seinen Zustand vor dem Umfeld verheimlichen muss, besitzt zwar einen wunderbar absurden Charme, doch aus dieser Vorlage wird handwerklich erstaunlich wenig herausgeholt. Vieles wirkt etwas faul ausgearbeitet oder schlicht ideenarm. Von der Frische früherer Woody-Allen-Werke ist hier nicht mehr allzu viel zu spüren.
Das ist schade, denn gerade die Branchen-Satire hätte genügend Möglichkeiten geboten. Wenn sich der Film über Hollywood und dessen selbstverliebte Filmwelt lustig macht, blitzt der Woody Allen auf, den man sich über die gesamte Laufzeit wünschen würde. Der sarkastische Humor sitzt und manche Situationen besitzen jene herrlich trockene Absurdität, die seine Komödien auszeichnet. Der Film selbst scheint jedoch nicht immer zu wissen, wie viel er aus seiner eigenen Ausgangslage machen könnte. Eine Besonderheit erwartet Zuschauer bereits bei der Veröffentlichung: „Hollywood Ending“ wurde nie deutsch synchronisiert. Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, muss sich daher mit deutschen Untertiteln begnügen. OneGate Media hat der Veröffentlichung zwar deutsche Untertitel spendiert, doch deren Umsetzung ist nicht wirklich gelungen. Die Schriftgröße fällt deutlich zu klein aus und die weiße Schrift ist nicht gerade optimal lesbar. Eine gelbe Untertitelschrift hätte sich wesentlich klarer vom Bild abgehoben und das Lesen erheblich erleichtert. Gerade bei einem Film, der ausschließlich über die Originalfassung mit Untertiteln zugänglich ist, sollte die Lesbarkeit eigentlich keine Nebensache sein. „Hollywood Ending“ ist damit kein besonders starker Beitrag aus Woody Allens umfangreicher Filmografie. Die satirische Betrachtung der Filmbranche und der bissige Wortwitz funktionieren hervorragend, während die eigentliche Inszenierung deutlich hinter den Möglichkeiten der absurden Ausgangsidee zurückbleibt. Der blinde Regisseur, der seinen Film heimlich drehen muss, bleibt als wunderbar schräge Idee im Gedächtnis, auch wenn die Umsetzung längst nicht dieselbe Energie besitzt. Für einen unterhaltsamen Woody-Allen-Abend reicht es noch, für einen weiteren großen Klassiker eher nicht.
Die Blu-ray von Hollywood Ending präsentiert sich angenehm ruhig und besitzt eine farblich durchaus kräftige Gestaltung. Auffällig ist allerdings die stellenweise sehr ausgeprägte Gelbnote, die sich durch mehrere Szenen zieht. Das wirkt zunächst etwas übertrieben, lässt sich aber durchaus mit der gewählten Farbgestaltung des Films erklären und gehört damit eher zum visuellen Konzept als zu einem technischen Fehltritt. Bei der Schärfe gibt es deutlich weniger Anlass zur Kritik. Das Bild arbeitet klar und liefert auch bei feineren Strukturen einen ordentlichen Detailgrad. Gesichter, Umgebungen und kleinere Bildelemente bleiben sauber erkennbar und verleihen der Präsentation eine erfreuliche Präzision. Nur bei sehr hell ausgeleuchteten Einstellungen verliert die Darstellung etwas an Kontur. Solche Szenen wirken stellenweise leicht verwaschen und büßen dadurch etwas von ihrer Feinzeichnung ein. Abseits dieser kleinen Schwäche liefert die Blu-ray aber eine stimmige und angenehm filmische Präsentation.
Die Originalfassung bringt den typischen Allen’schen Gesprächscharme auch akustisch gut zur Geltung. Die Dialoge stehen klar im Mittelpunkt und werden sauber wiedergegeben. Die Abmischung wirkt dabei angenehm ordentlich und frei von störenden Unsauberkeiten. Räumlich bleibt die Tonspur allerdings eher zurückhaltend. Das Geschehen konzentriert sich überwiegend auf den vorderen Bereich, wodurch sich keine besonders breite Klangkulisse entwickelt. Die Dynamik fügt sich dafür stimmig in die Inszenierung ein und sorgt für genügend Bewegung, ohne sich unnötig aufzudrängen. Ein sauberer und funktionierender Klang, der seine Stärken vor allem bei den Dialogen ausspielt und ansonsten eher klassisch zurückhaltend bleibt.
Auch bei Hollywood Ending hält Woody Allen offenbar weiterhin wenig von zusätzlichem Bonusmaterial. Es gibt keinerlei Extras.