


Obwohl sein Vater, der berühmte Sturmjäger Bill Brody, in einem Tornado ums Leben gekommen ist, will der junge William (Daniel Diemer) unbedingt in dessen Fußstapfen treten. Gigantische Wirbelstürme zu verfolgen und zu dokumentieren, ist sein größter Traum. Um den riesigen Naturgewalten so nah wie möglich kommen zu können, schließt er sich dem dubiosen Geschäftsmann Zane Rogers (Alec Baldwin) an, der nicht davor zurückschreckt, Abenteuer-Touristen bis ins Auge des gefährlichsten Sturms aller Zeiten zu führen…
Originaltitel: Supercell
Regie: Herbert James Winterstern.
Drehbuch: Herbert James Winterstern, Anna Elizabeth James.
Darsteller: Daniel Diemer (Thug), Skeet Ulrich (Scream), Anne Heche (Ich weiss was du letzten Sommer getan hast), Jordan Kristine (We Are Who We Are), Alec Baldwin (The Cooler).
Genre: Drama / Abenteuer / Action
Land: USA
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 101 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailer.
Vertrieb: Capelight Pictures
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Schon der Titel weckt Erwartungen an ein spektakuläres Katastrophenkino voller zerstörerischer Naturgewalten. Tatsächlich schlägt Herbert James Winterstern jedoch einen ganz anderen Weg ein. Supercell nutzt Tornados nicht als pausenlosen Selbstzweck, sondern als Kulisse für eine persönliche Geschichte über Verlust, Familie und das Erwachsenwerden. Dabei fühlt sich der Film angenehm nach den großen Fernsehproduktionen der 1990er-Jahre an. Erinnerungen an Titel wie Tornado oder Twisters – Die Nacht der Wirbelstürme werden schnell wach, auch wenn dort die Naturgewalten deutlich stärker im Mittelpunkt standen. Supercell interessiert sich vielmehr für den jungen Protagonisten, der den Spuren seines verstorbenen Vaters folgt und dabei seinen eigenen Platz zwischen Faszination und Gefahr finden muss.
Wer pausenlose Spannung erwartet, dürfte deshalb zunächst überrascht sein. Der Film nimmt sich bewusst Zeit für seine Figuren und erzählt seine Geschichte mit ruhigen, beinahe melancholischen Bildern. Gerade diese entschleunigte Erzählweise verleiht dem Drama eine angenehme Nachdenklichkeit, ohne den Blick auf die gewaltigen Tornados völlig zu verlieren. Natürlich zeigt auch der sogenannte „Finger Gottes“, wie Tornados unter Sturmjägern häufig bezeichnet werden, eindrucksvoll seine zerstörerische Kraft. Wenn sich die Natur schließlich entfesselt, entstehen einige gelungene Momente, die den Staub nicht nur über den amerikanischen Ebenen, sondern auch innerhalb der Handlung gehörig aufwirbeln.
Das eigentliche Herzstück des Films stammt jedoch aus einer ganz anderen Richtung. Corey Wallace komponiert einen wundervollen Score, der den Zauber großer Filmmusiken vergangener Jahrzehnte wiederaufleben lässt. Immer wieder fühlt man sich an jene Zeit erinnert, in der Werke wie Die unheimliche Begegnung der dritten Art ihre Magie nicht nur durch ihre Bilder, sondern vor allem durch ihre Musik entfalteten. Genau dieses Gefühl von Abenteuer, Emotionen und einer fast greifbaren Sehnsucht trägt Supercell über weite Strecken in sich. Auch die Besetzung überzeugt und verleiht den Figuren die nötige Glaubwürdigkeit. So entwickelt sich Supercell weniger zu einem klassischen Katastrophenfilm als vielmehr zu einem ruhigen Drama mit einer feinen Coming-of-Age-Note. Wer bereit ist, seine Erwartungen entsprechend anzupassen, entdeckt einen stimmungsvollen Film, der nicht durch permanente Action, sondern durch Herz, Atmosphäre und einen außergewöhnlich schönen Score in Erinnerung bleibt.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 06. April 2023
www.capelight.de