


Kurz nachdem ein Fischtrawler auf mysteriöse Weise in den Tiefen des Atlantiks verschwindet, wird an Bord des Atom-U-Bootes HMS Vigil die Leiche eines Besatzungsmitgliedes aufgefunden. Obwohl eine Überdosis Heroin die Todesursache zu sein scheint, wird die Glasgower Kommissarin Amy Silva mit der Leitung der Ermittlungen betraut. Sie soll den Fall, den die Royal Navy nur als formale Angelegenheit abtut, schnell und geräuschlos untersuchen. Auf der Vigil taucht DCI Silva in eine Welt ein, in der es weder Tag noch Nacht gibt und in der startbereite Atomraketen zum Alltag der Besatzungsmitglieder gehören.
Originaltitel: Vigil
Regie: Isabelle Sieb, James Strong.
Drehbuch: George Aza-Selinger, Tom Edge, Chandni Lakhani, Ed Macdonald.
Darsteller: Suranne Jones, Rose Leslie, Shaun Evans, Paterson Joseph, Adam James, Connor Swindells, Gary Lewis, Lolita Chakrabarti, Anjli Mohindra Lorne MacFadyen, Stephen Dillane, Lois Chimimba.
Genre: Krimi / Drama / Mystery / Thriller
Land: UK
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 334 Minuten.
Bildformat: 1.78:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Interviews & Featurettes.
Vertrieb: EDEL MOTION
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Serienbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Eine Mordermittlung an Bord eines U-Bootes klingt bereits nach einer denkbar ungewöhnlichen Ausgangslage, doch bei „Vigil – Tod auf hoher See“ stellt sich zunächst eine viel grundlegendere Frage: Wer kommt eigentlich auf die Idee, eine Ermittlerin für einen solchen Auftrag ausgerechnet in ein U-Boot zu schicken? Die Anordnung für die Untersuchung an Bord der Vigil, die zugleich der Name des U-Bootes ist, wirkt zunächst ziemlich fragwürdig und in ihrer Ausgangssituation nur schwer nachvollziehbar. Eine Figur in der körperlichen und psychischen Verfassung, wie sie hier gezeigt wird, würde man wohl nicht unbedingt ohne Weiteres auf ein solches Boot schicken. Zumindest dürfte man darüber diskutieren, ob diese Entscheidung wirklich plausibel ist. Suranne Jones schafft es allerdings, diese anfängliche Skepsis mit ihrer Darstellung erstaunlich schnell ins Wanken zu bringen. Sie verleiht ihrer Figur eine enorme Stärke und eine Präsenz, die den zunächst unglaubwürdigen Einsatz zunehmend nachvollziehbarer erscheinen lässt. Plötzlich denkt man sich: Vielleicht war diese Entscheidung doch nicht so schlecht. Genau aus diesem Widerspruch bezieht die Staffel einen ihrer interessanten Punkte. Die Serie liefert keine Situation, bei der man die eigene Meinung einfach abhaken kann. Vielmehr lässt sich darüber diskutieren, ob die außergewöhnlichen Umstände nicht vielleicht genau eine außergewöhnliche Person erfordern. Die Stärke der Hauptfigur macht aus einer fragwürdigen Ausgangslage zumindest eine interessante erzählerische Frage.
Abseits dieser anfänglichen Unglaubwürdigkeit entwickelt sich ein ausgesprochen spannender Thriller, der sein Tempo sehr gut kontrolliert. Die Spannung nimmt nur an wenigen Stellen etwas ab und hält ansonsten erstaunlich konstant das Gleichgewicht. „Vigil“ muss nicht permanent mit großen Effekten oder spektakulären Ereignissen um Aufmerksamkeit kämpfen. Die Serie versteht es, Informationen zurückzuhalten, neue Fragen entstehen zu lassen und die Untersuchung Schritt für Schritt weiterzuführen. Dadurch entsteht ein Verlauf, der seine Spannung nicht nur aus dem eigentlichen Fall bezieht, sondern auch aus der Umgebung, in der sich die Figuren befinden. Das U-Boot selbst wird dabei zu einem wesentlichen Bestandteil der Atmosphäre. Enge Räume, begrenzte Bewegungsmöglichkeiten und die permanente Nähe zu anderen Menschen erzeugen eine beklemmende Stimmung, die sich immer wieder bemerkbar macht. Wer mit klaustrophobischen Situationen Schwierigkeiten hat, könnte sich hier durchaus etwas eingeengt fühlen. Die Serie übertreibt diesen Aspekt allerdings nicht. Die Atmosphäre bleibt beklemmend, ohne den Zuschauer permanent mit einer künstlich verstärkten Klaustrophobie zu konfrontieren. Niemand muss befürchten, dass „Vigil“ plötzlich auf eine spezielle Weise mit solchen Ängsten spielt oder daraus einen Selbstzweck macht. Wer allerdings bereits selbst auf einem U-Boot war, könnte die räumliche Situation vermutlich noch einmal mit ganz anderen Augen betrachten.
Interessant ist auch, wie die Serie mit ihren Thriller-Elementen umgeht. Vieles wirkt gut durchdacht und wird nicht einfach nur möglichst schnell abgearbeitet. Die Geschichte nimmt sich die notwendige Zeit, um Verdachtsmomente entstehen zu lassen, Zusammenhänge aufzubauen und ihre Figuren in das zunehmend komplizierte Geschehen einzubinden. Genau diese Ruhe ist eine Stärke der ersten Staffel. Spannung bedeutet hier nicht, dass jede Minute etwas explodieren muss. Die Serie kann auch dann Spannung erzeugen, wenn zunächst scheinbar wenig passiert. Das sorgt für eine angenehm kontrollierte Erzählweise, die dem Stoff deutlich besser steht als eine permanente Übertreibung. Die Ausgangssituation bleibt zwar ein Punkt, über den man durchaus streiten kann, doch gerade diese Diskussion macht die erste Staffel interessanter. Die Serie schafft es, aus einer zunächst fragwürdigen Entscheidung eine Figur entstehen zu lassen, die ihren Einsatz durch ihre Stärke zumindest emotional rechtfertigt. Zusammen mit der konstanten Spannung, der beklemmenden U-Boot-Atmosphäre und den sorgfältig entwickelten Thriller-Elementen ergibt sich ein Auftakt, der seine Geschichte nicht überstürzt erzählen muss. Wer sich auf den ungewöhnlichen Schauplatz einlässt, bekommt einen spannenden Thriller auf hoher See, der seine Ruhe gezielt einzusetzen weiß und dadurch einen gelungenen Start für „Vigil“ schafft.
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Bildbewertung: 5 von 5 Fernsehern.
Auf Blu-ray macht die Serie einen sehr guten Eindruck, das Bild ist knackig also gestochen klar und leistet sich da auch keine Fehltritte. Der Schwarzwert zeigt sich dabei immer satt. Der Kontrast kommt bei allen Folgen stimmig daher. Luft nach oben gibt es immer, aber das hier gebotene ist völlig ausreichend und überzeugend.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Die Soundgeräusche an Land und unter Wasser halten sich immer etwas zurück, räumlich wäre da durchaus mehr Hörbares drin gewesen, aber man kann wirklich zufrieden sein. Die Dialoge sind durchgehend klar und haben eine recht natürliche Dynamik. Insgesamt präsentiert sich der Sound ausgezeichnet sauber.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Bei den Extras handelt es sich nicht wie angegeben um Interviews und Featurettes, sondern um ein einziges Featurette, das auch Interviews beinhaltet. Es ist somit nur ein Extra, und das ist leider nur durchschnittlich und Standard. Schade!
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: „Vigil“ heißt übersetzt „Wache“ oder auch „Nachtwache“.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4029759176534
VÖ-Kauf: 18. Februar 2022.
www.edel.com