


April 1942: Eine Einheit der US Navy übernimmt, getarnt als Wehrmacht-Soldaten, das manövrierunfähig gewordene deutsche U-Boot U-571. Der Coup gelingt, jedoch wird dabei das eigene U-Boot versenkt. Gefangen im feindlichen Schiff bleibt den Männern nur eine Chance: Sie müssen die englische Küste erreichen, ohne entdeckt zu werden. Doch an Bord befindet sich ein blinder Passagier, der droht, diesen Plan zu sabotieren…
Originaltitel: U-571
Regie: Jonathan Mostow.
Drehbuch: Jonathan Mostow, Sam Montgomery, David Ayer.
Darsteller: Matthew McConaughey (Killer Joe), Bill Paxton (Twister), harvey Keitel (Das Vermächtnis der Tempelritter), Jon Bon Jovi (Ally McBeal), Thomas Kretschmann (Wanted), Jake Weber (Dawn of the Dead), David Keith (Im Fadenkreuz), Jack Noseworthy (Überleben!), Will Estes, Tom Guiry.
Genre: Action / Krieg
Land: USA / Frankreich / Italien
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 116 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1080/24p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch für Hörgeschädigte.
Extras: Making of, Interviews, Trailershow.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Es gibt U-Boot-Filme, die Spannung erzeugen, und es gibt „U-571“, der die Klaustrophobie praktisch gleich mit ins Wohnzimmer liefert. Der Film gehört für mich zu den stärksten U-Boot-Action-Thrillern überhaupt und hat auch nach all den Jahren erstaunlich wenig von seiner Wirkung eingebüßt. Sobald das U-Boot unter Wasser gerät und die Enge des Schauplatzes spürbar wird, entwickelt sich eine Atmosphäre, die einen förmlich in die Handlung hineinzieht. Jede Bewegung scheint plötzlich zu viel zu sein, jeder technische Defekt kann zur Katastrophe werden und jede Sekunde unter Wasser vermittelt das Gefühl, dass der Spielraum für Fehler praktisch nicht vorhanden ist. Die unglaubliche Spannung ist dabei keineswegs nur ein Produkt des ersten Anschauens. „U-571“ funktioniert auch bei wiederholten Sichtungen ausgesprochen gut, weil sich mit jedem erneuten Durchlauf neue Details entdecken lassen. Die Inszenierung ist derart dicht, dass man sich trotz der bekannten Handlung immer wieder von einzelnen Situationen packen lässt. Kleine technische Abläufe, Bewegungen innerhalb des U-Boots, Blicke der Besatzung oder Veränderungen in der Atmosphäre fallen stärker auf, wenn man nicht mehr ausschließlich damit beschäftigt ist, herauszufinden, wie die Geschichte ausgeht. Der Film besitzt dadurch eine bemerkenswerte Wiedersehensqualität, die vielen Action-Thrillern nach einigen Jahren abhandenkommt. Natürlich trägt auch die Starbesetzung erheblich zum Gelingen bei. Die schauspielerischen Leistungen sind überzeugend und verleihen den Figuren innerhalb dieses extremen Szenarios die notwendige Glaubwürdigkeit. Es geht nicht nur darum, Befehle auszuführen und möglichst dramatisch dreinzublicken. Die Darsteller vermitteln den Druck, die Angst und die Verantwortung, die auf der Besatzung lasten. Dadurch bekommt die Action eine menschliche Dimension. Die Figuren sind nicht einfach Spielfiguren, die von einer Explosion zur nächsten geschoben werden, sondern Menschen, deren Entscheidungen über Leben und Tod bestimmen können.
Das eigentliche Hauptdarstellerpotenzial besitzt allerdings eindeutig das U-Boot selbst. Der technische Koloss wird beinahe zu einer eigenen Figur. Stahl, enge Gänge, Maschinen, Rohre, Ventile und die dunkle Umgebung erzeugen eine beklemmende Welt, in der sich die Besatzung wie in einem lebenden Organismus bewegt. Für Menschen mit Klaustrophobie dürfte der Film deshalb eine gewisse Vorbereitung erfordern. Die Enge wird nicht lediglich als Kulisse benutzt, sondern konsequent zum Bestandteil der Spannung gemacht. Man hat förmlich das Gefühl, dass die Wände näher zusammenrücken, wenn der Druck steigt. Erstaunlicherweise beschränkt sich dieses beklemmende Gefühl nicht einmal auf die Szenen unter Wasser. Auch über der Wasseroberfläche bleibt eine eigentümliche Bedrohlichkeit bestehen. Das Meer wirkt nicht wie ein sicherer Rückzugsort, sondern wie eine weitere riesige, unberechenbare Gefahrenzone. Die Umgebung ist weit und offen, doch ausgerechnet diese Weite kann ebenso bedrückend wirken wie die Enge des U-Boots. Man befindet sich mitten auf dem Wasser und ist trotzdem keineswegs frei. Genau dieser Gegensatz macht einen Teil der besonderen Atmosphäre des Films aus.
Die Geschichte selbst ist mitreißend und versteht es hervorragend, den Zuschauer von einer bedrohlichen Situation in die nächste zu treiben. Die Action besitzt Gewicht, weil sie fast immer mit den räumlichen und technischen Bedingungen des U-Boots verbunden bleibt. Explosionen, Verfolgungen, Beschuss und technische Probleme sind nicht bloß spektakuläre Einlagen, sondern haben unmittelbare Auswirkungen auf die Figuren. Der Film schafft es dadurch, Action und Spannung miteinander zu verbinden, anstatt die beiden Elemente voneinander zu trennen. Es geht nicht nur darum, etwas Großes auf der Leinwand zu zeigen. Es geht darum, dass dieses Große für die Figuren tatsächlich eine Gefahr darstellt. So überzeugend der Film als Thriller und Actionfilm funktioniert, so problematisch bleibt allerdings sein historischer Hintergrund. Die extreme historische Ungenauigkeit ist nicht einfach eine kleine kreative Abweichung, die man nebenbei zur Kenntnis nehmen könnte. Sie betrifft einen wesentlichen Bestandteil der Geschichte und lässt einen erheblichen Schatten auf das ansonsten hervorragende Filmerlebnis fallen. „U-571“ erzählt seine Geschichte mit einer Selbstsicherheit, die leicht vergessen lässt, wie weit die filmische Darstellung von den tatsächlichen historischen Umständen entfernt ist. Als spannendes Kriegsabenteuer funktioniert das hervorragend; als historisch zuverlässige Darstellung ist es dagegen äußerst fragwürdig. Noch unangenehmer fällt die Darstellung der Deutschen auf. Der Film bedient hier teilweise sehr deutliche Feindbilder und reduziert deutsche Figuren beziehungsweise die deutsche Seite auf eine Darstellung, die einen aus heutiger Sicht durchaus verärgern kann. Natürlich handelt es sich um einen amerikanischen Kriegsfilm, und eine gewisse Vereinfachung der Fronten ist innerhalb des Genres nichts Ungewöhnliches. Trotzdem wäre etwas mehr Differenzierung wünschenswert gewesen. Wenn historische Ereignisse ohnehin stark verändert werden, sollte man wenigstens bei der Darstellung der beteiligten Menschen etwas genauer hinsehen. Stattdessen bekommt man teilweise genau jene schwarz-weiße Betrachtungsweise präsentiert, die bei einem Film dieses Alters vielleicht erwartbar, aber deshalb nicht automatisch weniger störend ist. Dieser Widerspruch macht „U-571“ zu einem interessanten Fall. Auf der einen Seite steht ein herausragender Action-Thriller, der seine Spannung über Jahre hinweg bewahrt hat und dessen Inszenierung noch immer bemerkenswert intensiv funktioniert. Auf der anderen Seite steht ein Film, der sich bei seiner historischen Grundlage erhebliche Freiheiten nimmt und diese Veränderungen nicht gerade dazu nutzt, ein differenzierteres Bild der Geschichte zu zeichnen. Man kann „U-571“ also hervorragend als packendes Kino genießen und gleichzeitig erhebliche Kritik an seinem Umgang mit der historischen Realität üben. Beides schließt sich nicht aus.
Seine eigentliche Stärke bleibt ohnehin die Spannung. „U-571“ versteht wie kaum ein anderer Film, was es bedeutet, einen begrenzten Schauplatz zur permanenten Bedrohung werden zu lassen. Das U-Boot ist nicht einfach der Ort, an dem die Geschichte spielt. Es ist der Grund dafür, warum die Geschichte so intensiv funktioniert. Jeder Gang, jede Luke und jedes technische Detail kann zum entscheidenden Faktor werden. Dazu kommen die starken Darsteller, die dichte Atmosphäre und eine Actioninszenierung, die auch bei wiederholtem Anschauen kaum an Druck verliert. „U-571“ ist deshalb auch nach all den Jahren ein beeindruckender U-Boot-Action-Thriller, der seine unglaubliche Spannung bewahrt hat und bei jeder erneuten Sichtung neue Details offenbaren kann. Das U-Boot selbst wird zum heimlichen Star und sorgt für eine beklemmende Atmosphäre, die selbst über Wasser nicht vollständig verschwindet. Die schauspielerischen Leistungen und die mitreißende Geschichte machen den Film zu einem ausgesprochen intensiven Erlebnis. Der große Haken bleibt seine historische Ungenauigkeit, die nicht einfach ignoriert werden sollte, ebenso wie die teilweise ärgerlich eindimensionale Darstellung der Deutschen. Als Film funktioniert „U-571“ hervorragend – als Geschichtsstunde sollte man ihm allerdings besser nicht blind vertrauen.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Beim Bild sind leichte Körnungen gegeben, doch im Vergleich zur DVD-Ausgabe von Highlight Video damals erscheint der Kontrast jetzt heller und die Schärfe sehr viel klarer. Gute Details! Der Schwarzwert zeigt sich solide. Nicht so prickelnd ist der durchgehend Orange ähnliche Farbstich.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Für den Sound gab es einen Academy Award, doch die Blu-ray-Veröffentlichung hält sich da irgendwie visuell zurück. Der Tonschnitt wirkt hier nicht so brillant und doch immer noch überdurchschnittlich gut. Der sehr saubere Klang bietet eine ausgezeichnete Dynamik und gute Soundeffekte. Auch Räumlich wird man mit gutem Details bedient, ausgeschöpft wird hier allerdings nicht alles.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Mit dem zusätzlichen Bonusmaterial gibt es abschließend keine weitere Spannung.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 22. April 2021
www.studiocanal.de