


Ein Mordfall wie jeder andere – so scheint es. Erin Bell (NICOLE KIDMAN), Polizistin in Los Angeles wird schnell eines Besseren belehrt: Indizien am Tatort deuten darauf hin, dass eine verschollen geglaubte Person aus ihrer Vergangenheit wieder zurück ist. Silas (TOBY KEBELL) ist der Grund, warum Erin heute ein Schatten ihrer selbst ist, eine gebrochene, innerlich wie äußerlich zerstörte Frau, die durch ihr Leben stolpert wie eine Untote. 17 Jahre sind vergangen, seit Erin als verdeckt arbeitende FBI-Agentin Silas zum ersten Mal auf der Spur war. Damals endete die Ermittlung in einer Katastrophe. Jetzt sieht Erin die Gelegenheit gekommen, ihre Sünden von einst wieder gut zu machen und Silas zur Strecke zu bringen. Koste es, was es wolle…
Originaltitel: Destroyer
Regie: Karyn Kusama.
Drehbuch: Phil Hay, Matt Manfredi.
Darsteller: Nicole Kidman (The Hours), Toby Kebbell (Fantastic Four), Tatiana Maslany (Orphan Black), Sebastian Stan (Avengers: Endgame), Scoot McNairy (Mosnters), Bradley Whitford (Get Out), Toby Huss (Rescue Dawn), Jade Pettyjohn (School of Rock – TV).
Genre: Krimi / Action / Drama / Thriller
Land: USA
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 122 Minuten.
Bildformat: 2.40:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Mini-Making-of, Interviews, Trailer (deutsch/englisch), Trailershow.
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
![]()
![]()
![]()
Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Manchmal reicht eine einzige herausragende Leistung aus, um einen Film auf ein deutlich höheres Niveau zu heben. Bei Destroyer ist genau das der Fall. Zwar verfügt der Film über eine ausgezeichnete Besetzung bis in die kleinsten Nebenrollen, doch letztlich entwickelt sich das Ganze zu einer beeindruckenden One-Woman-Show, die nahezu vollständig von Nicole Kidman getragen wird. Ihre Darstellung gehört zweifellos zu den größten Stärken des Films. Fernab von Glamour und klassischen Hollywood-Rollen verkörpert sie eine gebrochene, erschöpfte und von ihrer Vergangenheit gezeichnete Polizistin mit einer Intensität, die den Zuschauer vom ersten Moment an fesselt. Dabei verlässt sie sich nicht auf große Gesten, sondern auf viele kleine Nuancen, die ihrer Figur eine bemerkenswerte Glaubwürdigkeit verleihen. Es ist eine jener Leistungen, bei denen man irgendwann nicht mehr die Schauspielerin sieht, sondern nur noch die Figur.
Auch atmosphärisch hinterlässt „Destroyer“ einen starken Eindruck. Fans düsterer Copfilme kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Inszenierung präsentiert sich rau, schmutzig und unangenehm realistisch. Der heruntergekommene Look des Films passt hervorragend zur Geschichte und spiegelt den inneren Zustand der Hauptfigur wider. Die Bilder wirken oft beinahe trostlos und erzeugen eine Stimmung, die sich konsequent durch den gesamten Film zieht. Dabei versucht Regisseurin Karyn Kusama weit mehr zu erzählen als einen gewöhnlichen Polizeithriller. Im Kern handelt es sich um die Geschichte einer Frau, die von ihren Entscheidungen eingeholt wird und mit den Konsequenzen ihrer Vergangenheit leben muss. Genau deshalb funktioniert „Destroyer“ letztlich deutlich besser als Drama denn als klassischer Thriller.
Die Handlung selbst besitzt allerdings nicht ganz die Stärke der Inszenierung und der schauspielerischen Leistungen. Zwar bleibt die Geschichte durchgehend interessant, doch stellenweise gerät der Verlauf etwas ins Straucheln. Einige Entwicklungen wirken weniger zwingend, als sie sein könnten, und nicht jede Wendung entfaltet die gewünschte Wirkung. Hier hätte man der Story durchaus noch etwas mehr Komplexität und Konsequenz abverlangen können. Ähnliches gilt für viele Nebenfiguren. Trotz der starken Besetzung bleiben einige Charaktere überraschend blass und erhalten zu wenig Raum, um sich wirklich zu entfalten. Im Gegensatz dazu ist die Hauptfigur hervorragend ausgearbeitet, was den Eindruck verstärkt, dass der gesamte Film bewusst um sie herum konstruiert wurde. Vermutlich war genau das auch die Absicht.
Etwas weniger überzeugend fällt der Versuch aus, Gewalt mit einer besonderen philosophischen oder emotionalen Tiefe aufzuladen. Nicht jede dieser Passagen erreicht die gewünschte Wirkung, und manche Momente wirken eher bemüht als wirklich tiefgründig. Glücklicherweise schadet dies dem Film insgesamt nur wenig. Denn dort, wo „Destroyer“ am stärksten sein möchte, gelingt ihm nahezu alles. Als Charakterstudie und Drama funktioniert der Film hervorragend. Die intensive Atmosphäre, die kompromisslose Inszenierung und vor allem die herausragende Leistung von Nicole Kidman sorgen dafür, dass man über kleinere Schwächen hinwegsehen kann. „Destroyer“ ist ein düsteres, unbequemes und eindringliches Drama im Gewand eines Copfilms. Die Geschichte mag nicht immer ihr volles Potenzial ausschöpfen und einige Nebenfiguren bleiben etwas unterentwickelt, doch die Wucht der Hauptfigur und die beeindruckende Darstellung von Nicole Kidman machen den Film zu einem bemerkenswerten Erlebnis. Rau, intensiv und schauspielerisch nahezu makellos – eine erstklassige One-Woman-Show.
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Der Film verwendet einen düsteren und depressiven Farbstil. Dennoch ist die Qualität recht hervorragend. Ordentliche Details bei der Auflösung mit einer glasklaren Schärfe. Der Schwarzwert präsentiert sich zudem ordentlich satt.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Die Dynamik ist besonders bei den Dialogen und bei den Actionszenen hör-und-spürbar. Ein eindringlicher aber auch fesselnder Klang, die Sound-Atmosphäre hinterlässt schon mal einen verstörenden Eindruck.
![]()
Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
In der Kürze liegt die Würze. Hier leider nicht! Nur Standard.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: Die Altersfreigabe ab 12 Jahren ist grenzwertig. Viele Szenen sind nämlich nichts für schwache Nerven.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4010324204042
VÖ-Kauf: 18. Juli 2019.
https://www.concorde-movie-lounge.de/