


Es ist nicht meine Schuld, dass du die langweiligste Person der Welt bist!, so Daniel Bagnold. Er liebt Metallica und eigentlich auch seine Mutter, aber dass er nun gezwungenermaßen seine ganzen Sommerferien mit ihr in einer englischen Kleinstadt statt wie geplant mit seinem in Florida lebenden Vater verbringen muss, bringt den Teenager an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Regisseur Simon Bird gelingt eine wunderbare, witzige und gleichzeitig berührende Coming-of-Age-Komödie, die die Lust auf Urlaub, Musik und Fish & Chips definitiv entfacht.
Originaltitel: Days of the Bagnold Summer
Regie: Simon Bird.
Drehbuch: Lisa Owens.
Darsteller: Monica Dolan, Earl Cave, Rob Brydon, Elliot Speller-Gillott, Tamsin Greig, Alice Lowe, Ony Uhiara, Paul Bradley, Grace Hogg-Robinson.
Genre: Komödie
Land: UK
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 85 Minuten.
Bildformat: 2.38:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailer.
Vertrieb: Ascot-Elite Entertainment
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Der Sommer gilt eigentlich als die Jahreszeit, in der Erinnerungen entstehen. Abenteuer werden erlebt, Freundschaften geschlossen und Beziehungen verändern sich. In Days of the Bagnold Summer scheint die Zeit dagegen stillzustehen. Die Tage ziehen gemächlich vorbei, kleine Begegnungen lösen kaum große Gefühle aus und genau dieses gemächliche Tempo bestimmt den gesamten Film. Zwischen Mutter und Sohn entwickelt sich dabei ein beinahe lautloser Schlagabtausch. Es wird selten offen gestritten, vielmehr begegnen sich beide mit kleinen Sticheleien, Missverständnissen und einer gewissen Distanz, hinter der dennoch spürbar Zuneigung steckt. Immer wieder blitzen Momente auf, in denen beide füreinander Verständnis zeigen, ohne viele Worte darüber zu verlieren. Gerade diese leisen Augenblicke gehören zu den schönsten des Films.
Dennoch stellt sich während der gesamten Laufzeit immer wieder dieselbe Frage: Worauf möchte die Geschichte eigentlich hinaus? Die Ausgangssituation ist sympathisch, aber längst keine neue Idee. Umso wichtiger wären Ereignisse gewesen, die die Figuren verändern oder ihre Beziehung auf eine neue Ebene heben. Doch genau das bleibt aus. Wenn der Abspann läuft, stehen Mutter und Sohn emotional nahezu an derselben Stelle wie zu Beginn. Dabei wäre gerade dieses Thema reich an Möglichkeiten gewesen. Statt bissiger Beobachtungen oder fein geschriebenem Humor entscheidet sich der Film für einen zurückhaltenden Weg, der zwar authentisch wirkt, aber selten wirklich überrascht. Auch dramatische Höhepunkte sucht man vergeblich. Dadurch bewegt sich das Werk ständig zwischen Komödie und Drama, ohne sich jemals eindeutig für eine Richtung zu entscheiden.
Mit dem Sohn entwickelt man dabei deutlich leichter Mitgefühl. Seine Unsicherheiten und seine stille Sehnsucht nach Orientierung berühren durchaus, während die Mutter emotional auffallend verschlossen bleibt. Dadurch entsteht ein leichtes Ungleichgewicht, das der Geschichte etwas von ihrer emotionalen Kraft nimmt. Simon Birds Regiedebüt möchte offensichtlich kein lauter Film sein. Es interessiert sich mehr für kleine Gesten als für große Konflikte und beobachtet seine Figuren mit einer angenehmen Ruhe. Das ist durchaus sympathisch, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass kaum Szenen nachhaltig im Gedächtnis bleiben. So hinterlässt Mein etwas anderer Florida Sommer einen eigenartigen Eindruck. Weder Komödie noch Drama, weder besonders traurig noch wirklich heiter – vielmehr ein stilles Porträt zweier Menschen, die nebeneinander leben und sich trotzdem nur schwer erreichen. Wer melancholische Geschichten ohne große Höhepunkte schätzt, dürfte hier durchaus etwas finden. Wer hingegen auf prägende Wendungen, scharfzüngigen Humor oder bewegende Entwicklungen hofft, wird diesen Sommer vermutlich ebenso ruhig wieder verlassen, wie er begonnen hat.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Neben der natürlichen Farbwiedergabe und den auch dem ebenfalls natürlich-hellen Kontrast, überzeugt die Bildqualität durch jede Menge Details. Der Schwarzwert kommt eher selten zum Einsatz aber kommt aber ausreichend satt daher. Insgesamt bewegt das Bild sich genauso ruhig wie auch der Film.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Ruhe ist auch das Stichwort beim Sound. Ein Raumklang ist irgendwie vorhanden aber wird im Prinzip nicht benötigt, denn der Film lebt einzig und alleine von seinen ruhigen Dialogen. Bis auf eine ausreichende Dynamik bei den Dialoge und einem insgesamt sehr sauberen Klang, ist hier keinerlei Besonderheiten zu erwarten. Alles wurde harmonisch zusammen abgestimmt.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Auch beim zusätzlichen Bonusmaterial ist nichts Aufregendes zu erwarten.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 7613059328594
VÖ-Kauf: 16. Oktober 2020.