

Vier Jahre lang hat Kampfsportler Joe unschuldig im Gefängnis gesessen. Nach seiner Freilassung erfährt er, dass sein Sohn eine teure Operation braucht, weil er an einem lebensbedrohlichen Tumor erkrankt ist. Joes einzige Chance, um ihn zu retten: ein brutales All-Styles-Turnier mit 100.000 Dollar Preisgeld. Nach einer harten Ausbildung durch Großmeister Wu betritt Joe den Ring mit einigen der stärksten Fighter der Welt – doch nicht alle seiner Gegner kämpfen mit sauberen Mitteln…
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Hier wird der Geist der alten Cannon-Filme wieder zum Leben erweckt – zumindest dort, wo es auf das Wesentliche ankommt: handgemachte Kampfsport-Action, kerniges Retro-Flair und eine ordentliche Portion Nostalgie. „Lion Fist – Kampf der Champions“ richtet sich damit ziemlich eindeutig an Zuschauer, die sich gerne an die B-Movies der 1980er und frühen 1990er Jahre zurückerinnern. Gerade der Nostalgiefaktor ist die größte Stärke des Films und verleiht ihm seinen besonderen Charme. Das Herzstück sind die Kampfszenen. Statt sich auf übertriebene digitale Effekte zu verlassen, setzt der Film auf handgemachte Martial-Arts-Action, die genau dadurch ihren Reiz entwickelt. Die Choreografien und das gesamte Retro-Flair vermitteln dieses angenehm altmodische Gefühl, das viele moderne Actionproduktionen längst verloren haben. Auch die Auftritte von Martial-Arts-Größen wie Gary Daniels, Kurt McKinney und Keith Cooke sorgen für echten 80er- und 90er-Jahre-Nostalgiefaktor. Allein solche Namen auf der Besetzungsliste dürften bei Genrefans einige Erinnerungen wachrufen.
Die Geschichte um den Ex-Häftling Joe, gespielt von Mathis Landwehr, besitzt grundsätzlich einen funktionierenden Ausgangspunkt. Um die Operation seines Sohnes finanzieren zu können, nimmt Joe an einem Turnier teil und gerät dabei zunehmend in die Verwicklungen rund um Drogengeschäfte. Leider verliert sich die Handlung in diesen Nebensträngen immer wieder selbst. Vieles wirkt vorhersehbar und entwickelt nur wenig Spannung. Eine große inhaltliche Tiefe sollte man ohnehin nicht erwarten, doch gerade die Nebengeschichten nehmen der eigentlichen Turnierhandlung immer wieder etwas von ihrer Wirkung. Auch der Hauptgegner Butsch wird erzählerisch nicht optimal genutzt. Er wird erst sehr spät, praktisch im Finale, zu einer wirklichen Bedrohung aufgebaut. Zuvor bleibt die Figur eher eine Randnotiz, wodurch sein späterer Auftritt zwar gefährlich wirken soll, aber nicht die Wirkung entfalten kann, die ein über den gesamten Film hinweg aufgebauter Gegenspieler gehabt hätte.
Daran kann auch die Besetzung nur teilweise etwas ändern. Mathis Landwehr trägt seine Rolle überzeugend durch die Action, während Gary Daniels, Kurt McKinney und Keith Cooke mit ihrer bloßen Präsenz schon einen erheblichen Teil des nostalgischen Reizes ausmachen. Das dünne Drehbuch von Sean David Lowe und Keith W. Strandberg können aber auch diese bekannten Gesichter nicht vollständig auffangen. Was bleibt, ist vor allem die coole Retro-Action. „Lion Fist – Kampf der Champions“ funktioniert immer dann am besten, wenn er sich auf seine handgemachten Kämpfe, sein 80er-Jahre-Flair und die nostalgische Atmosphäre konzentriert. Die schwachen Nebenhandlungen und der zu spät aufgebaute Hauptgegner bremsen den Film zwar aus, doch die Action besitzt genau den Charme, den Liebhaber klassischer B-Movies suchen dürften.
Schon beim ersten Blick auf die Bildqualität fällt angenehm auf, wie ruhig sich Lion Fist – Kampf der Champions auf der Blu-ray präsentiert. Hier wird nicht ständig mit künstlicher Nachschärfung oder übertriebener Bearbeitung in den Kampf zwischen Film und Technik eingegriffen. Stattdessen bleibt die Darstellung angenehm sauber und stabil. Gerade bei den ruhigeren Einstellungen entsteht dadurch ein sehr harmonischer Bildeindruck, der dem Film eine solide visuelle Grundlage gibt. Die Schärfe präsentiert sich klar und arbeitet die vorhandenen Strukturen zuverlässig heraus. Feinere Details in Gesichtern, Kleidung und den verschiedenen Schauplätzen bleiben ordentlich sichtbar, ohne dass das Bild dabei überzeichnet wirkt. Auch der Kontrast wurde eher hell abgestimmt, wodurch die Darstellung insgesamt freundlich und offen erscheint. Die dunkleren Bereiche verlieren dadurch zwar etwas von möglicher Tiefe, gleichzeitig bleibt das Bild aber angenehm zugänglich und frei von einem unnötig düsteren Look. Bemerkenswert ist vor allem die saubere Gesamtdarstellung. Das Bild selbst liefert keine zusätzlichen „Fights“ gegen störende Unruhen, Defekte oder eine hektische technische Präsentation. Es bleibt vielmehr konstant und ordentlich auf seinem Niveau. Gerade für eine moderne Produktion ist das eine erfreuliche Grundlage, auch wenn es sich insgesamt nicht um eine spektakuläre Referenzpräsentation handelt.
Bei den Dialogen schlägt sich die Tonspur ausgesprochen ordentlich. Die Stimmen bleiben durchgehend klar verständlich und werden sauber in das Klangbild integriert. Auch ansonsten präsentiert sich die Abmischung technisch gepflegt und frei von größeren Schwächen. Sobald allerdings die Fäuste fliegen, hätte man sich deutlich mehr Nachdruck gewünscht. Gerade ein Film wie Lion Fist – Kampf der Champions lebt natürlich davon, dass die körperlichen Auseinandersetzungen auch akustisch Wirkung entfalten. Hier bleibt die Tonspur jedoch etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück. Schläge, Tritte und die übrigen Actiongeräusche besitzen zwar eine gewisse Dynamik, ihnen fehlt aber die notwendige Schlagkraft. Man hört die Kämpfe, doch sie schlagen akustisch nicht mit derselben Wucht zu, die man von einem solchen Genrevertreter erwarten könnte. Dafür bleibt der Klang insgesamt sehr sauber. Die Dialoge gehen nicht unter und auch während der actionreicheren Passagen bleibt die Abmischung kontrolliert. Technisch gibt es somit wenig auszusetzen, nur an der nötigen körperlichen Präsenz hätte man durchaus noch eine Schippe drauflegen dürfen.
Das Bonusmaterial fällt überschaubar, aber zumindest nicht völlig belanglos aus. Einige kurze Einblicke vom Dreh vermitteln einen Eindruck von den Arbeiten hinter der Kamera. Dazu kommt ein längeres Videocall-Interview, das etwas mehr Raum für Hintergrundinformationen bietet und damit einen interessanteren Zusatz zur eigentlichen Produktion darstellt. Weniger gelungen sind allerdings die Behind-the-Scenes-Aufnahmen selbst. Der verwendete Retro-Filter mag vermutlich eine stilistische Idee dahinter gehabt haben, erweist sich bei der Betrachtung jedoch eher als Stolperstein. Durch die starke Verfremdung sind teilweise Details nur schwer zu erkennen, wodurch ausgerechnet das Material, das einen Blick hinter die Entstehung ermöglichen soll, unnötig an Aussagekraft verliert. Insgesamt also ein kleines, ordentliches Bonuspaket, bei dem vor allem das längere Interview einen Mehrwert bietet. Die Behind-the-Scenes-Aufnahmen hätten dagegen deutlich mehr gezeigt, wenn man sie einfach hätte sehen können.