


Cédric Klapischs international besetzte Trilogie, die 2002 mit „L‘Auberge espagnole“ ihren Anfang nahm, 2005 mit „Wiedersehen in St. Petersburg“ fortgesetzt wurde und schließlich 2013 mit „Beziehungs-weise New York“ endete, dreht sich um Studenten des Erasmus-Programms und wie sie Jahre nach ihrem Auslandsjahr wieder aufeinandertreffen.
Originaltitel: L’auberge espagnole, Les poupées russes, Casse-tête chinois
Regie: Cédric Klapisch,
Drehbuch: Cédric Klapisch,
Darsteller: Romain Duris (Der Auftragslover), Kelly Reilly (Eden Lake), Judith Godrèche (The Overnight), Audrey Tautou (Mathilde), Cécile de France, Cristina Brondo, Barnaby Metschurat, Kevin Bishop.
Genre: Liebesfilm / Komödie /Drama
Land: Frankreich / Spanien / UK / Belgien
FSK: 6 Jahre.
Laufzeit: 368 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080/24p).
Sprachen: Deutsch, Französisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch für Hörgeschädigte.
Extras: Making of, Interviews mit Cast & Crew, Trailer.
Vertrieb: STUDIOCANAL / ARTHOUSE
![]()
![]()
![]()
Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Einige Filmreihen erzählen große Abenteuer, andere spektakuläre Schicksale. Die Trilogie von Cédric Klapisch interessiert sich hingegen für etwas viel Alltäglicheres: das Leben selbst. Für Freundschaften, Beziehungen, Zufälle, verpasste Chancen und die Frage, was eigentlich aus den Menschen wird, die uns in bestimmten Lebensphasen so wichtig waren. Genau deshalb besitzen L’Auberge Espagnole, Russian Dolls und Chinese Puzzle bis heute einen ganz besonderen Charme.
Der erste Teil, Barcelona für ein Jahr, ist dabei weit mehr als eine Komödie. Vielmehr handelt es sich um ein Studenten- und WG-Drama, das mit viel Wärme und Beobachtungsgabe vom Erwachsenwerden erzählt. Schon früh fällt auf, wie nah die Inszenierung am echten Leben bleibt. Die internationale Wohngemeinschaft wird nicht romantisiert, sondern mit all ihren kleinen Konflikten, Missverständnissen und chaotischen Momenten dargestellt. Gerade dadurch entsteht eine Authentizität, die viele ehemalige Studenten sofort wiedererkennen dürften. Hauptfigur Xavier, gespielt von Romain Duris, erlebt nicht nur ein Auslandsjahr, sondern auch eine wichtige Phase seines Lebens. Der Film ist voller Energie, jugendlicher Leichtigkeit und einer spürbaren Liebe zu seinen Figuren.
Mit Wiedersehen in St. Petersburg folgt einige Jahre später die Fortsetzung. Natürlich ist es interessant zu erfahren, was aus den ehemaligen Mitbewohnern geworden ist. Doch obwohl viele bekannte Gesichter zurückkehren, konzentriert sich die Handlung erneut hauptsächlich auf Xavier. Genau hier liegt auch die größte Schwäche des Films. Während der erste Teil vom Gefühl eines gemeinsamen Lebensabschnitts lebte, wirkt die Fortsetzung deutlich fokussierter und verliert dabei etwas von ihrer ursprünglichen Dynamik. Die Geschichte zieht sich stellenweise spürbar in die Länge und erreicht selten die Frische des Vorgängers. Zwar gibt es einige schöne Momente und interessante Entwicklungen, insgesamt wirkt der Film jedoch etwas ziellos und bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Umso erfreulicher fällt dann Beziehungsweise New York aus. Der dritte Teil findet wieder zu den Stärken der Reihe zurück. Inzwischen haben sich die Figuren weiterentwickelt, Beziehungen sind zerbrochen und neue Lebensentwürfe entstanden. Die Geschichte verlagert sich nach New York und greift erneut viele Beobachtungen aus dem echten Leben auf. Besonders die Fragen nach Liebe, Verantwortung und persönlichen Entscheidungen stehen diesmal im Mittelpunkt. Dabei gelingt es dem Film, ernste Themen mit Humor und Leichtigkeit zu verbinden. Die Komik wirkt niemals aufgesetzt, sondern entsteht ganz natürlich aus den Situationen und Figuren heraus.
Vielleicht ist es sogar passend, dass nicht mehr alle früheren WG-Bewohner ständig präsent sind. Auch darin bleibt die Trilogie erstaunlich ehrlich. Menschen begegnen sich, prägen einander und verlieren sich irgendwann wieder aus den Augen. Genau so verläuft das Leben oftmals auch außerhalb des Kinos. Diese Erkenntnis verleiht dem dritten Film eine angenehme Melancholie, ohne ihn jemals traurig wirken zu lassen.
Als Gesamtwerk betrachtet erzählt die Trilogie weniger eine klassische Liebesgeschichte als vielmehr eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Über Freundschaften, die bleiben oder verschwinden, über Träume, die sich verändern, und über die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Nicht jeder Teil erreicht dabei dieselbe Qualität, doch insbesondere der erste und dritte Film besitzen eine Ehrlichkeit und Wärme, die man nur selten findet. Eine ungewöhnliche, lebensnahe und sehr europäische Filmreihe, die ihre Figuren über viele Jahre begleitet – und den Zuschauer gleich mit.
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Überzeugend bei allen drei Filmen zeigt sich der helle Kontrast. Die Schärfe hingegen ist lediglich beim ersten Film nicht immer ganz so klar. Die Farbwiedergaben präsentieren sich durchgehend natürlich und insgesamt sind die Details bei allen drei Discs ausreichend gut fein und der Schwarzwert eher solide.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Immer ein sauberer Klang mit klaren Dialogen und einer durchaus authentischen Klangatmosphäre. Die Dynamik findet sich wahrlich bei den Dialogen wieder und beim dritten Teil direkt in den New Yorker Straßen.
![]()
![]()
Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Gespickt mit Standardextras, zusammengefasst aber recht mager wirkend.
Abspann: Während des einen oder anderen Abspanns ist noch etwas zu erwarten.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 09. September 2021
www.studiocanal.de