


Als der zurückgezogen lebende Rentner Harold Fry sich zum Postamt aufmacht, um einer alten, todkranken Freundin einen Brief zu schicken, hört er einfach nicht auf zu gehen – bis zu ihrem 450 Meilen entfernten Hospiz. Mit jedem Schritt befreit er sich von seiner Lustlosigkeit und entdeckt die Schönheit des Lebens und der Natur neu für sich, während seine zurückgelassene Frau Maureen die Welt nicht mehr versteht. Bald ist klar: dies ist eine Reise, in der erst jeder der beiden zu sich selbst finden muss, bevor sie einander wiederfinden können.
Originaltitel: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry
Regie: Hettie Macdonald.
Drehbuch: Rachel Joyce.
Darsteller: Jim Broadbent, Penelope Wilton, Earl Cave, Linda Bassett, Joseph Mydell, Daniel Frogson, Naomi Wirthner, Monika Gossmann.
Genre: Drama
Land: UK
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 109 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Hörfilmfassung, Featurette, Interviews.
Vertrieb: Constantin Film / LEONINE
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Filmbewertung: 4 von 5 Clapperboards.
Manche Filme erzählen ihre Geschichten nicht mit großen Gesten oder spektakulären Ereignissen, sondern mit kleinen Schritten. Genau diesen Weg geht The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry. Was zunächst wie eine ungewöhnliche Reisegeschichte wirkt, entwickelt sich zu einem stillen, nachdenklichen Drama über Verlust, Schuld, Hoffnung und die Kraft menschlicher Begegnungen. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der sich eines Tages spontan auf den Weg macht und dabei Schritt für Schritt mehr über sich selbst erfährt. Anders als viele andere Pilgergeschichten setzt der Film nicht auf große Offenbarungen oder dramatische Wendungen. Stattdessen entfaltet sich die Handlung in einem ruhigen Tempo, das den Zuschauer bewusst dazu einlädt, die Reise gemeinsam mit Harold zu erleben. Gerade diese Zurückhaltung entwickelt ihren eigenen Reiz. Die Geschichte wirkt nie aufdringlich oder künstlich emotional. Vielmehr entstehen ihre stärksten Momente aus den Begegnungen und Erinnerungen, die Harold auf seinem Weg begleiten. Immer wieder gibt es Szenen, die überraschend tief berühren und manchmal regelrecht das Herz brechen. Diese Momente kommen leise, entfalten ihre Wirkung und ziehen weiter – ganz so wie die Reise selbst.
Dabei überzeugt vor allem Jim Broadbent in der Titelrolle. Mit großer Feinfühligkeit verleiht er Harold eine stille Menschlichkeit, die den Film trägt. Seine Darstellung lebt weniger von großen Ausbrüchen als von kleinen Blicken, Gesten und Zwischentönen. Gerade dadurch wirkt die Figur glaubwürdig und nahbar. Allerdings zeigt sich auch eine kleine Schwäche des Films. Wer bereits andere Geschichten über Pilgerreisen, Selbstfindung oder späte Lebensveränderungen kennt, wird vieles vertraut finden. Die Gründe, die Menschen zu einer solchen Reise antreiben, sowie die Erkenntnisse, die sie unterwegs gewinnen, folgen häufig bekannten Mustern. Dadurch fehlt der Handlung stellenweise etwas von jener Originalität, die sie noch nachhaltiger hätte machen können. Das ist jedoch weniger ein Problem der Inszenierung als vielmehr eine Eigenheit des Themas selbst. Viele Geschichten dieser Art bewegen sich zwangsläufig um ähnliche Fragen des Lebens. Der Film erzählt diese zwar ehrlich und respektvoll, fügt ihnen jedoch nur selten völlig neue Perspektiven hinzu. Hinzu kommt der Vergleich mit der literarischen Vorlage. The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry besitzt noch etwas mehr Raum für innere Gedanken, Gefühle und persönliche Reflexionen. Wie so oft gelingt es einem Roman leichter, die emotionalen Prozesse seiner Figuren unmittelbar erlebbar zu machen. Die Verfilmung bleibt nah an der Geschichte, erreicht jedoch nicht immer dieselbe emotionale Tiefe.
Dennoch schmälert das die Qualitäten des Films nur bedingt. Die ruhige Erzählweise, die einfühlsame Inszenierung und die starken schauspielerischen Leistungen sorgen dafür, dass die Reise bis zum Ende fesselt. Es ist kein Film, der laut nach Aufmerksamkeit verlangt, sondern einer, der seine Wirkung langsam entfaltet. So bleibt „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ ein bewegendes Drama über Hoffnung, Vergebung und die Bedeutung kleiner Entscheidungen. Eine stille Reise voller Melancholie, die immer wieder berührt, manchmal traurig stimmt und dennoch einen hoffnungsvollen Blick auf das Leben bewahrt. Ein schöner, oft sehr emotionaler Film – auch wenn der Roman letztlich noch etwas inspirierender und persönlicher wirkt.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Ein schönes Bild an natürlichen Farben und Kontrast. Die Schärfe präsentiert sich klar und mit guten Details. Der Schwarzwert zeigt sich solide aber nicht perfekt.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Der Film ist ruhig, der Ton ebenso. Wenn auch ein wenig zu weich aber sehr sauber, erklingt er insgesamt sehr stimmig.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Wie üblich bei Constantin Film sind die Extras sehr kurz und knapp gehalten. Standard.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4001976353188
VÖ-Kauf: 08.02.2023
www.leoninedistribution.com