


Zombies sind auch nicht mehr das, was sie mal gewesen sind: Die „Lebensbeeinträchtigten“, wie die Untoten nun politisch korrekt genannt werden, sind ein friedliebender, aber verachteter Teil der Gesellschaft, denn sie verrichten preisgünstig niedere Arbeiten, verunstalten das Stadtbild und führen zu einer Überpopulation. Um sich der unliebsamen Untoten zu entledigen, bietet der Megakonzern Coleman einen sogenannten Ruhestandsservice an, der es Familien ermöglicht, ihre modrigen Angehörigen kostenpflichtig abholen zu lassen und der Wissenschaft zu spenden. Karl, Freddy und Maggie wissen diesen Dienst für sich zu nutzen: Sie kommen den Abholungen zuvor, kassieren das Entgelt und verticken die Gespendeten an zwielichtige Abnehmer – bis ihre Masche auffliegt…
Originaltitel: We Are Zombies
Regie: RKSS: François Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell.
Drehbuch: François Simard, Anouk Whissell, Jerry Frissen.
Darsteller: Alexandre Nachi, Derek Johns, Megan Peta Hill, Vincent Leclerc, Benz Antoine, Carlo Mestroni, Guy Nadon, Patrick Abellard, Rosemarie Sabor.
Genre: Horror / Komödie
Land: Kanada / Frankreich
FSK: 18 Jahren.
Laufzeit: 80 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailer, Trailershow.
Vertrieb: Capelight Pictures / AL!VE AG
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Filmbewertung: 4 von 5 Clapperboards.
Mit „Turbo Kid“ und „Summer of ’84“ hat das Regietrio RKSS – François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell – bereits bewiesen, wie lässig sich Genre-Kino mit einem kräftigen Schuss Nostalgie verbinden lässt. „We Are Zombies“ schlägt allerdings einen etwas anderen Weg ein. Der typische Retrotatsch der früheren Arbeiten steht hier nicht im Vordergrund, und trotzdem besitzt der Film genau jene eigenwillige Coolness, die man mit RKSS verbindet. Einige deutliche Hommage-Züge lassen sich entdecken, doch der Streifen versucht nicht, seine Vorbilder einfach nachzuahmen. Stattdessen entsteht eine eigenständige und angenehm schräge Variante des Zombiekinos, die trotz eines eher überschaubaren Budgets erstaunlich viele Ideen auf die Leinwand bringt. Gerade diese Ideenvielfalt macht einen großen Teil des Unterhaltungswertes aus. „We Are Zombies“ wirft mit Einfällen geradezu um sich und entwickelt daraus eine Zombiewelt, die sich angenehm von den üblichen Endzeit-Szenarien abhebt. Die Untoten sind hier nicht ausschließlich die klassische Bedrohung, sondern werden in eine Gesellschaft eingebettet, die auffällig nah an unserer eigenen Konsumwelt liegt. Aus dieser Verbindung entsteht eine bissige Ebene, die dem ansonsten ausgesprochen unterhaltsamen Genrestück zusätzliche Würze verleiht. Der Film hat sichtlich Spaß daran, seine Welt auszuprobieren und mit den Erwartungen an das Zombiegenre zu spielen, ohne daraus eine schwergewichtige Gesellschaftsanalyse machen zu wollen. Die Figuren selbst bleiben hingegen stärker in bekannten Mustern verhaftet. Typische Stereotypen werden präsentiert, ohne ihnen eine besonders große Entwicklung zu gönnen. Das fällt auf, beschädigt den Film jedoch nicht entscheidend, weil die Charaktere vor allem als Teil dieser verrückten Welt funktionieren. Viel wichtiger ist das Tempo, mit dem RKSS ihre Ideen präsentiert. Die Laufzeit fühlt sich angenehm knackig an, und auch die übertrieben-geniale Attitüde des Films passt hervorragend zu diesem bewusst ungezügelten Stil. Nichts wirkt darauf ausgerichtet, aus einer simplen Genreidee zwanghaft ein großes Drama zu machen. Stattdessen darf „We Are Zombies“ genau das sein, was es sein möchte: ein schräger, blutiger und ausgesprochen unterhaltsamer Spaß. Trotz all dieser Qualitäten bleibt am Ende ein kleiner Wermutstropfen zurück. Ausgerechnet die große Ideenfülle lässt erahnen, wie viel mehr aus diesem Szenario hätte herausgeholt werden können. Die Grundlage für eine noch ausgefeiltere Welt, interessantere Figuren und eine bissigere Auseinandersetzung mit der dargestellten Konsumgesellschaft wäre durchaus vorhanden gewesen. Vieles davon wird angerissen, aber nicht vollständig ausgeschöpft. Das verhindert zwar nicht den Spaß an diesem ungewöhnlichen Zombieausflug, sorgt jedoch dafür, dass der Eindruck eines beinahe perfekten Genrevergnügens entsteht, dem auf dem letzten Stück noch etwas Mut zur Konsequenz gefehlt hat. RKSS beweist mit „We Are Zombies“ erneut ein ausgesprochen gutes Gespür für schräge Genreideen und eine unverwechselbare filmische Attitüde. Der Film braucht den ausgeprägten 80er-Jahre-Retrotatsch der früheren Werke nicht, um zu funktionieren. Seine Stärke liegt vielmehr in der originellen Zombiewelt, dem angenehm bissigen Blick auf eine konsumorientierte Gesellschaft und der Fähigkeit, trotz begrenzter Mittel erstaunlich viel auf die Beine zu stellen. Ein fast perfekter Spaß, der mit etwas mehr Ausarbeitung aus seinem vorhandenen Potenzial noch deutlich mehr hätte machen können.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Die Farbwiedergabe wirkt passend kräftig, ebenso wie der sehr gute Schwarzwert. Die Bildauflösung zeigt sich dabei sehr detailreich und auch die klare Schärfe leistet sich keine Schwächen.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Neben einigen guten Soundeffekten bei den Actionszenen überzeugt der saubere Ton auch mit durchgehend dynamischen und klar verständlichen Dialogen.
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Hingegen bei den Extras tatsächlich Tote Hose herrscht. Hier ist nur der Trailer zum Film vorhanden.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: RKSS steht für Roadkill Superstars.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4042564228076
VÖ-Kauf: 29.08.2024