


Luke nimmt einen Job beim populären Start-Up Symbio an. Dort wird er von Vorgesetzen gedrängt, den firmeneigenen Kombucha zu trinken. Der Drink bewirkt Wunder, Luke arbeitet fokussiert und voller Energie. Doch die Nebenwirkungen sind fatal, sein Körper ändert sich grotesk. Lukes Freundin Elyse schöpft Verdacht und deckt eine gefährliche Verschwörung auf. Sie muss ihn retten, bevor es zu spät ist.
Originaltitel: Kombucha
Gesundheit aus der Flasche, mehr Leistung im Beruf und das Versprechen eines besseren Ichs – Kombucha nimmt genau diese Sehnsucht nach Selbstoptimierung ins Visier und verwandelt sie in einen schleimigen Body-Horror-Albtraum. Die Parallelen zu Die Körperfresser kommen sind dabei unverkennbar, dennoch versucht Jake Myers seiner Geschichte einen eigenen, zeitgemäßen Anstrich zu verleihen. Luke, ein Musiker ohne klare Perspektive, landet bei der geheimnisvollen Symbio Corporation. Dort gehört ein mysteriöser Kombucha-Tee zum Arbeitsalltag. Was zunächst wie ein harmloses Gesundheitsritual wirkt, entpuppt sich nach und nach als perfides System, das aus Menschen gehorsame und leistungsfähige Angestellte formt. Gerade diese Idee trifft den Nerv einer Gesellschaft, in der Produktivität oftmals wichtiger erscheint als Individualität.
Besonders gelungen ist der gezielte Einsatz der Body-Horror-Elemente. Die schleimigen Verwandlungen dienen nicht bloß dem Ekeleffekt, sondern unterstreichen die Kritik an Leistungsdruck und dem Zwang zur permanenten Selbstoptimierung. Wer mit diesem Subgenre allerdings wenig anfangen kann, dürfte an mehreren Stellen eher angewidert als fasziniert reagieren. Umso fragwürdiger erscheint die Altersfreigabe ab 12 Jahren, denn einige Szenen sind erstaunlich unangenehm geraten. Auch optisch weiß Kombucha zu überzeugen. Der makellose, fast sterile Look erzeugt eine eigentümliche Atmosphäre, die gleichzeitig kühl und beunruhigend wirkt. Handwerklich gibt sich der Film insgesamt solide und beweist ein gutes Gespür für seine Bildsprache.
Genau dort, wo die Geschichte eigentlich zupacken müsste, lässt sie jedoch nach. Tempo und Logik hätten einer gründlichen Überarbeitung gutgetan, viele Entwicklungen wirken unausgegoren und echte Spannung kommt kaum auf. Zwischen Thriller, Satire und Horror findet der Film nie vollständig seinen Rhythmus. So bleibt Kombucha ein interessanter Genrebeitrag mit einer cleveren Grundidee und einer gelungenen gesellschaftlichen Botschaft. Die Atmosphäre stimmt, der Body-Horror sitzt und die Kritik an moderner Arbeitskultur ist durchaus bissig. Was fehlt, ist eine mitreißende Geschichte, die diese starken Ansätze auch bis zum Ende konsequent trägt.
Die Bildqualität überzeugt mit einer angenehm natürlichen und ausgewogenen Präsentation. Der hell abgestimmte Kontrast verleiht den Aufnahmen eine freundliche Ausstrahlung, während die natürlichen Farben für einen authentischen Gesamteindruck sorgen. Auch bei der Detailzeichnung hinterlässt die Blu-ray einen guten Eindruck und wird von einer klaren Schärfe begleitet, die das Geschehen sauber und präzise wiedergibt.
Klanglich setzt Kombucha auf leise statt laute Töne. Die Dialoge bleiben jederzeit klar verständlich und werden von einer ausgesprochen sauberen Abmischung getragen. Die ruhige Klangkulisse unterstützt die entspannte Atmosphäre des Films und wirkt durchgehend stimmig. Lediglich bei der räumlichen Wiedergabe bleibt die Tonspur etwas zurückhaltend und schöpft ihr Potenzial nicht vollständig aus.
Beim Bonusmaterial bleibt die Auswahl äußerst überschaubar. Neben dem Trailer zum Film sind keine weiteren Extras enthalten – ein etwas dünner Nachgeschmack.