


Mark Lewis (Karlheinz Böhm) ist zurückhaltend und unscheinbar. Für seinen Chef fotografiert er Damen in recht eindeutigen Posen. Er selbst jedoch versteckt sich am liebsten hinter seiner Kamera. Nachts nimmt er jedoch Frauen auf, kurz bevor er sie umbringt. Eines Tages lernt er Helen (Anna Massey), die Tochter seiner Vermieterin, kennen. Diese jedoch ahnt nichts von dem verstörenden Geheimnis, das Mark in sich trägt.
Originaltitel: Peeping Tom
Regie: Michael Powell.
Drehbuch: Leo Marks.
Darsteller: Karlheinz Böhm, Anna Massey, Moira Shearer, Maxine Audley, Brenda Bruce, Miles Malleson, Esmond Knight, Martin Miller, Michael Goodliffe.
Genre: Thriller / Drama / Horror
Land: UK
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 101 Minuten.
Bildformat: 1.66:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch.
Tonsystem: PCM Mono, PCM Mono, PCM Mono.
Untertitel: deutsch, englisch, französisch.
Extras: Gespräch mit Sir Christopher Frayling, Featurette „Take me to your Cinema: Das Vermächtnis von Peeping Tom“, Über die Restaurierung, Dokumentation „The Eye of the Beholder“, Intro von Martin Scorsese (2007), Interview mit Thelma Schoonmaker (2007), Audiokommentar von Filmwissenschaftler Ian Christie, Originaltrailer, Bildergalerie, Booklet.
Vertrieb: Arthaus / Studiocanal
![]()
![]()
![]()
Filmbewertung: 4 von 5 Clapperboards.
Noch bevor das Kino begann, sich intensiv mit den Abgründen menschlicher Psyche auseinanderzusetzen, wagte Michael Powell etwas, das seiner Zeit weit voraus war. Peeping Tom zwingt den Zuschauer dazu, die Welt aus den Augen des Mörders zu betrachten – eine Idee, die später unzählige Thriller und Horrorfilme nachhaltig beeinflussen sollte. Gerade deshalb lässt sich der Film nur schwer in eine einzige Schublade stecken. Mal wirkt er wie ein stilles Drama, dann wieder wie ein fein beobachteter Psycho-Thriller. Im Kern ist Peeping Tom jedoch eine faszinierende Charakterstudie über einen zutiefst verletzten Menschen, dessen Obsessionen ihn immer weiter in den Abgrund treiben.
Auf klassischen Nervenkitzel verzichtet Michael Powell nahezu vollständig. Blutige Effekte oder spektakuläre Schockmomente sucht man vergeblich. Seine Spannung entsteht an einem völlig anderen Ort – in den Gesichtern der Figuren. Jeder Blick, jede Unsicherheit und jede Reaktion erzählt mehr als jede Gewaltdarstellung es könnte. Gerade dadurch entwickelt der Film eine eigentümliche Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Bemerkenswert ist zudem die ungewöhnlich helle Inszenierung. Statt dunkler Schatten und bedrohlicher Kulissen setzt Powell auf eine fast freundliche Bildgestaltung, wodurch die Ereignisse noch verstörender wirken. Gleichzeitig verleiht eine feine Prise Humor dem Geschehen immer wieder eine überraschende Leichtigkeit, ohne die psychologische Tiefe zu untergraben. Dadurch gewinnt die Figur des Tom eine beinahe tragische Sympathie, obwohl man seine Taten niemals gutheißen kann.
Peeping Tom ist kein Film, der seine Wirkung lautstark entfaltet. Er schleicht sich langsam unter die Haut und lebt von seiner außergewöhnlichen Perspektive sowie seiner psychologischen Präzision. Ein Meilenstein des Genres, dessen Einfluss bis heute spürbar ist und der vollkommen zurecht als großer Klassiker des britischen Kinos gilt.
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Das Bild wurde wirklich fantastisch restauriert, die kräftigen Farben und die Details sind absolut großartig. Auch die klare Schärfe ist sehr gut, lediglich beim Schwarzwert gibt es leichte Einschränkungen bei der Sättigung.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Neben der deutschen Synchronisation von 2006, gibt es auch die deutsche Synchronisation von 1960. Doch trotz besserer Stimmen ist diese nicht zu empfehlen, den klanglich ist sie schwer zu verstehen. Der 2006-Sound präsentiert sich sauber und klar verständlich, doch wirkt der Film mit Ihr nicht so stark eindringlich.
![]()
![]()
![]()
Bonusbewertung: 4 von 5 Sternen.
Auch hervorragend ist das zusätzliche Bonusmaterial das sehr interessante Informationen aber auch Einblicke liefert. Echte Highlights sind eine Dokumentation (leider mit krassen Bildstörungen) und ein Featurette über die Restaurierung.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 25.01.2024
www.studiocanal.de