


Matthias und Maxime sind schon seit ihrer Kindheit beste Freunde und können sich gar nicht vorstellen, plötzlich getrennte Wege zu gehen. Doch das Erwachsen werden bedeutet Veränderung und so zieht es Maxime für längere Zeit nach Australien. In den Tagen vor seiner Abreise ziehen die beiden im Kreis ihrer Freunde von einer Party zur nächsten. Als eine ihrer Freundinnen, eine Filmstudentin, für ihren neuesten Kurzfilm noch zwei Schauspieler sucht, werden Matthias und Maxime kurzerhand und nicht ganz gegen ihren Willen engagiert. Der Knackpunkt des Ganzen? Die beiden Freunde müssen sich vor der Kamera küssen und dies bringt plötzlich alles ins Wanken. Ungeahnte und unterdrückte Gefühle erwachen, die die beiden vor Entscheidungen und Herausforderungen stellen, die unüberwindbar scheinen. Denn während Matthias sich krampfhaft gegen seine Gefühle zu wehren versucht, wächst in Maxime mehr und mehr der Wunsch, Matthias noch näher zu kommen, bevor sie der Ozean endgültig trennt. Gibt es für die beiden doch noch ein Happy End?
Originaltitel: Matthias et Maxime
Regie: Xavier Dolan.
Drehbuch: Xavier Dolan.
Darsteller: Xavier Dolan, Gabriel D’Almeida Freitas, Pier-Luc Funk, Samuel Gauthier, Antoine Pilon, Adib Alkhalidey, Micheline Bernard, Anne Dorval, Catherine Brunet.
Genre: Drama / Liebesfilm
Land: Kanada
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 121 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080/24p).
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch.
Tonsystem: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Untertitel: deutsch, hebräisch.
Extras: Trailer, Trailershow.
Vertrieb: Pro-Fun Media
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Kaum ein junger Regisseur hat das Gefühlskino der vergangenen Jahre so geprägt wie Xavier Dolan. Seine Filme leben von intensiven Emotionen, schmerzhaften Wahrheiten und Figuren, die sich zwischen Sehnsucht, Unsicherheit und Selbstzweifeln verlieren. Mit Matthias & Maxime schlägt Dolan jedoch überraschend leisere Töne an. Statt großer stilistischer Ausbrüche oder bewusst aufwühlender Inszenierungen konzentriert er sich auf das Zwischenmenschliche – und genau darin liegt die besondere Stärke dieses Films.
Die Geschichte entfaltet sich beinahe beiläufig. Gespräche wirken nicht geschrieben, sondern gelebt, Blicke sagen oft mehr als ganze Dialogseiten, und die Kamera bleibt den Figuren so nah, dass man sich fast selbst als Teil dieser Freundesgruppe fühlt. Gerade diese Natürlichkeit macht den Film so glaubwürdig. Nichts wirkt künstlich oder dramatisch überhöht, sondern wie ein Stück Alltag, in dem sich plötzlich Gefühle ihren Weg bahnen, die lange verdrängt wurden.
Besonders beeindruckend sind die Dialoge. Sie gehören zu den besten, die Dolan bislang geschrieben hat. Sie klingen authentisch, besitzen Witz, Verletzlichkeit und jene kleinen Unsicherheiten, die echte Gespräche so lebendig machen. Dadurch entstehen Figuren, die niemals wie Filmcharaktere wirken, sondern wie Menschen, denen man tatsächlich begegnen könnte.
Auch inszenatorisch bleibt Dolan seiner Handschrift treu. Die Kamera ist ständig mittendrin, beobachtet statt zu bewerten und fängt kleinste Regungen ein. Dadurch entwickelt der Film eine intime Atmosphäre, die den Zuschauer tief in die Gedanken- und Gefühlswelt seiner Protagonisten hineinzieht. Gerade diese Nähe macht viele Szenen besonders berührend.
Dabei erzählt Matthias & Maxime weit mehr als eine Liebesgeschichte. Es geht um Freundschaft, um Identität, um verdrängte Gefühle und um die Angst, das eigene Leben durch Ehrlichkeit unwiderruflich zu verändern. Dolan gelingt es erneut, einen sehr authentischen und zugleich schmerzhaften Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen zu werfen. Viele Situationen besitzen einen hohen Wiedererkennungswert – unabhängig davon, ob man sich selbst darin wiederfinden möchte oder nicht.
Ganz ohne Schwächen bleibt der Film allerdings nicht. Nach seinem starken Aufbau verliert sich die Handlung stellenweise etwas in ihrer eigenen Melancholie. Einige Szenen verweilen länger als nötig, wodurch der Erzählfluss zeitweise an Dynamik verliert. Die Figuren scheinen sich in ihren Gedanken zu verlieren, was zwar durchaus zur Stimmung passt, dem Film aber gelegentlich etwas von seiner erzählerischen Spannung nimmt.
Dennoch bleibt Matthias & Maxime auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Vielleicht ist es nicht Dolans stärkstes Werk, doch selbst ein etwas zurückhaltender Xavier Dolan bewegt sich noch immer weit über dem Durchschnitt des modernen Autorenkinos. Gefühlvoll geschrieben, hervorragend gespielt und mit einer Ehrlichkeit erzählt, die man heute nur noch selten findet, entwickelt sich der Film zu einem stillen, aber nachhaltigen Erlebnis. Kein lauter Gefühlsausbruch, sondern ein leises Drama, dessen Nachhall oft erst lange nach dem Abspann seine volle Wirkung entfaltet.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Das Bild liefert neben hervorragenden Details auch eine gestochen-klare Schärfe. Der Kontrast punktet mit einer schönen Helligkeit und die Farbwiedergabe ist recht natürlich. Nur minimale Körnungen sind zu erkennen, die allerdings nur überempfindlichen Personen wie uns auffallen dürfte.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Danke dass man den Film ins deutsche synchronisiert hat. Die Wahl der Sprecher / Stimmen ist dabei ausgezeichnet. Auch Soundtechnisch klingt das wirklich sehr gut. Klanglich kommt dieser nämlich mit schönen Klangdetails daher. Insgesamt präsentiert sich der Ton auch sehr sauber und bietet sogar einige lebendige Raumklänge. Auch wenn der Ton im Großen und Ganzen recht leiser daher kommt.
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Hingegen man vom zusätzlichen Bonusmaterial enttäuscht sein dürfte. Mehr als den Trailer zum Film wird hier nicht angeboten.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: Enthalten ist auf der Disc nur die Originalkinofassung.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4031846042295
VÖ-Kauf: 03. Dezember 2021
www.profunmedia.com