


Lebendig begraben! Dieser entsetzliche Alptraum wird für den Familienvater Jeong-Su auf einen Schlag katastrophale Realität. Als er auf einer Geschäftsreise durch einen Autobahntunnel fährt, geschieht das Unfassbare: Der Tunnel stürzt ein und begräbt Jeong-Sus Auto unter Betonmassen und Geröll. Jeong-Su überlebt das Unglück in einer engen Luftblase. Fieberhaft läuft eine große Rettungsaktion an. Allerdings kann es Tage oder Wochen dauern, bis man zu ihm vordringt. Als Jeong-Sus Vorräte an Wasser und Nahrung zu Neige gehen und auch der Telefonkontakt abbricht, dämmert die entsetzliche Befürchtung, dass man ihn nicht mehr lebend bergen wird. Gibt es noch Hoffnung?
Originaltitel: Teo-neol
Regie: Seong-hun Kim.
Drehbuch: Seong-hun Kim.
Darsteller: Jung-woo Ha, Bae Doona, Dal-su Oh, Shin Jeong-geun, Nam Ji-Hyun.
Genre: Drama / Action
Land: South Korea
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 126 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080/24p).
Sprachen: Deutsch, Koreanisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailershow.
Vertrieb: Busch Media Group
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Kaum eine Vorstellung ist beklemmender, als lebendig begraben zu werden. Ein Tunnel gehört für die meisten Menschen zum Alltag, und doch kann sich während einer Durchfahrt ein merkwürdiges Unbehagen einstellen: Man befindet sich für einen kurzen Moment unter gewaltigen Mengen von Gestein und Beton, eingeschlossen in einem künstlich geschaffenen Hohlraum, dessen Sicherheit man einfach voraussetzt. Was aber geschieht, wenn diese Sicherheit plötzlich verschwindet, der Tunnel einstürzt und aus einer alltäglichen Strecke ein tödlicher Albtraum wird? „Tunnel“ nimmt genau diese Angst zum Ausgangspunkt und konfrontiert den Zuschauer mit einem Szenario, das auf erschreckend unmittelbare Weise nachvollziehbar bleibt. Die Vorstellung allein besitzt bereits eine Wucht, die kaum zusätzliche Ausschmückung benötigt. Der Film versteht es, die Katastrophe zu Beginn wirkungsvoll zu platzieren. Der Einsturz kommt mit einer erschütternden Konsequenz und verwandelt die vertraute Umgebung innerhalb kürzester Zeit in eine Falle. Für einen kurzen Moment entsteht tatsächlich blanker Horror: die Enge, die Dunkelheit, die Orientierungslosigkeit und das Wissen, dass über einem Tonnen von Material liegen. Der Gedanke, möglicherweise auf unbestimmte Zeit unter der Erde eingeschlossen zu sein, wirkt körperlich spürbar. Man kann sich dieser Situation nur schwer entziehen, weil sie nicht wie ein fantastisches Schreckensbild erscheint, sondern wie ein realistischer Unfall, der jederzeit auch außerhalb des Kinos denkbar wäre. Leider bleibt es bei diesem kurzen, ausgesprochen wirkungsvollen Gefühl des Schreckens. „Tunnel“ ist selbstverständlich kein Horrorfilm, sondern ein Katastrophendrama, das seine Spannung nicht aus Monstern, übernatürlichen Bedrohungen oder blutigen Schockmomenten bezieht, sondern aus dem Überlebenskampf eines Menschen in einer zerstörten Umgebung. Die eigentliche Katastrophe ist früh erzählt, und danach verschiebt sich der Schwerpunkt auf die langwierigen Folgen. Das ist als Ansatz durchaus legitim, doch der Film vermag es nur eingeschränkt, aus dieser Ausgangslage über die gesamte Laufzeit hinweg eine gleichbleibend packende Dramaturgie zu entwickeln.
Sehenswert ist „Tunnel“ vor allem wegen seiner vielen Details. Der Film richtet den Blick auf die organisatorischen, menschlichen und technischen Schwierigkeiten einer Rettungsaktion und zeigt, wie schnell ein Unglück nicht mehr allein das Schicksal eines Eingeschlossenen betrifft. Rettungskräfte, Verantwortliche, Angehörige und die Öffentlichkeit werden Teil eines zunehmend komplizierten Geschehens. In diesen Einzelheiten liegt die eigentliche Stärke des Films. Die Katastrophe wird nicht nur als spektakuläres Ereignis präsentiert, sondern als ein Problem, das von zahlreichen Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Ängsten und Vorstellungen bewältigt werden muss. Die Handlung gewinnt dadurch eine gewisse gesellschaftliche Dimension, ohne dass sie ihre zentrale Überlebenssituation aus den Augen verliert. Abseits dieser Details geschieht allerdings erstaunlich wenig. Nach dem starken Auftakt folgen über weite Strecken schleppende und zähe Spannungsbögen, die nur selten jene Intensität erreichen, die der Beginn verspricht. Die Situation bleibt zwar grundsätzlich dramatisch, doch aus der bloßen Tatsache, dass ein Mensch eingeschlossen ist, lässt sich nicht automatisch zwei Stunden lang fesselnde Spannung gewinnen. Der Film wiederholt seine Ausgangslage in unterschiedlichen Variationen, ohne sie immer spürbar weiterzuentwickeln. Vieles wirkt gedehnt, und die Erzählung scheint gelegentlich mehr Zeit verstreichen zu lassen, als sie tatsächlich neue dramatische Impulse erzeugt. Die Inszenierung setzt auf eine ruhige, beobachtende Erzählweise, die dem Katastrophendrama einen realistischen Anstrich verleihen soll. Dieser Ansatz kann funktionieren, wenn die Details genügend Spannung erzeugen oder die Figuren eine starke emotionale Entwicklung durchlaufen. In „Tunnel“ führt die Zurückhaltung jedoch häufig dazu, dass sich die Handlung eher hinzieht, als dass sie sich verdichtet. Die bedrückende Grundsituation bleibt vorhanden, verliert aber durch die lange Ausdehnung an Wirkung. Was am Anfang wie ein unerträglicher Albtraum erscheint, wird mit fortschreitender Laufzeit zunehmend zu einer zähen Angelegenheit, bei der man sich unweigerlich fragt, wann der Film seine nächste entscheidende Wendung erreichen wird. Hinzu kommt ein Humor, der für westliche Zuschauer mitunter befremdlich wirken kann. Die südkoreanische Mischung aus Tragik, Gesellschaftskritik, Groteske und schwarzem Humor folgt anderen Tonlagen, als man sie aus vergleichbaren westlichen Katastrophendramen gewohnt ist. Szenen, die innerhalb der dortigen Erzähltradition durchaus nachvollziehbar erscheinen mögen, wirken aus einer anderen kulturellen Perspektive gelegentlich irritierend oder unpassend. Der Humor nimmt der Geschichte nicht grundsätzlich ihre Ernsthaftigkeit, steht aber bisweilen in einem eigentümlichen Spannungsverhältnis zu der lebensbedrohlichen Situation. Gerade bei einem Stoff, dessen Ausgangslage so beklemmend ist, kann dieser Wechsel zwischen Tragik und skurriler Auflockerung den Zuschauer eher aus dem Geschehen herauslösen, als ihn tiefer hineinzuziehen.
Emotional findet der Film gegen Ende noch einmal einen deutlich stärkeren Zugang. Wenn das Schicksal des Hundes sichtbar wird, erhält die Geschichte eine unerwartet rührende Note. Ausgerechnet dieses Detail, das zunächst wie ein Nebenmotiv erscheinen mag, entwickelt eine emotionale Kraft, die viele der vorherigen Längen zumindest teilweise vergessen lässt. Die eine oder andere Träne ist an dieser Stelle durchaus möglich, weil der Film hier nicht über große dramatische Gesten arbeiten muss. Ein einzelnes Schicksal genügt, um die menschliche Tragweite der Katastrophe wieder in Erinnerung zu rufen. Es ist ein wirkungsvoller Moment, der zeigt, dass „Tunnel“ durchaus weiß, wie man Gefühle wecken kann, wenn man sie nicht durch übermäßige Dehnung oder erklärende Dialoge ausbremst. Nach diesem emotionalen Höhepunkt bleibt allerdings eine gewisse Ernüchterung zurück. Man blickt auf die zurückliegenden zwei Stunden und fragt sich unweigerlich: Das ist alles? Die Ausgangsidee ist stark, die Details sind interessant, der Verlauf besitzt eine nachvollziehbare Dramaturgie, und einzelne Momente treffen durchaus ins Herz. Doch der Film macht aus seinem beklemmenden Szenario nicht die durchgehend eindringliche Erfahrung, die möglich gewesen wäre. Die Katastrophe selbst ist wirkungsvoll, die anschließende Erzählung aber häufig zu langatmig, um die Spannung dauerhaft zu halten. „Tunnel“ ist deshalb ein guter, handwerklich ordentlicher und in seinen Einzelheiten durchaus sehenswerter Katastrophenfilm, der seine Wirkung vor allem aus der plausiblen Grundsituation und den vielen Nebenaspekten bezieht. Die Angst, lebendig begraben zu werden, wird zu Beginn erschreckend greifbar, doch der blanke Horror ist schnell vorbei. Was folgt, ist ein überwiegend schleppendes Drama mit kulturell mitunter ungewohntem Humor, einigen gelungenen Beobachtungen und einem emotionalen Schlussmoment, der noch einmal berührt. Für einen wirklich herausragenden Film fehlt es an Tempo, Konsequenz und dramaturgischer Verdichtung. „Tunnel“ ist gut, aber auch recht überbewertet – ein Katastrophendrama mit einer starken Idee, das aus dieser Idee deutlich mehr hätte herausholen können.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Der Kontrast ist ein wenig zu hell ausgefallen, schafft es aber dennoch mit einem satten Schwarzwert daher zu kommen. Die Farben wirken recht natürlich. Die Schärfe bietet feine Details und ist insgesamt hervorragend klar.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Klare Dialoge ja und auch die Dynamik zeigt sich klanglich stimmig, räumlich ist da nur minimal etwas zu hören aber immerhin. Der Sound präsentiert sich sehr sauber und das ist die Hauptsache.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Wer unter dem Schutt noch Extras hofft zu finden, wird leider enttäuscht.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: An den Synchronstimmen ist nichts dran auszusetzen, doch auch hier fehlt die Dynamik um den deutschen Ton dramaturgisch glaubwürdiger erklingen zu lassen. Stattdessen wirkt vieles unfreiwillig komisch und daher die Geschehnisse im Film auch weniger überzeugend. Zwar verstehen wir kein Koreanisch und daher können wir auch nichts über die Original-Dialoge sagen, sollte man diese exakt ins deutsche übernommen haben ist das sehr enttäuschend. Denn nicht nur die Stimmen sondern auch die Dialoge wirken flach und kraftlos. Dennoch kann man von einer sauberen Arbeit sprechen. Auch bei der Lippensynchronarbeit hat man sich mühe gegeben.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4260080328890
VÖ-Kauf: 16. April 2021
www.buschmediagroup.de