


Von Richthofen, der das Geschwader von seinem Vorgänger Oswald Boelcke übernimmt, hält nichts von den vorgeschriebenen Tarnanstrichen. Seinem ritterlichen Ideal entspricht es mehr, dass man dem Feind offen entgegentritt, daher lässt er seine Flugzeuge auffallend bunt bemalen. Sein Geschwader erhält den Spitznamen „Fliegender Zirkus“, von Richthofen wird aufgrund seines Adelstitels, seiner moralischen Ausrichtung und aufgrund des roten Anstrichs seines Flugzeugs, „der Rote Baron“ genannt.
Der Gegner ist zunächst vom mutig-unverblümten Auftreten des deutschen Geschwaders beeindruckt. Doch im Lauf des Krieges geht auch hier der ritterliche Kampfgeist verloren und die mörderische Brutalität tritt immer öfter in den Vordergrund. Von Richthofen steht mit seiner Haltung zunehmend alleine da und wird selbst von seinen Kameraden immer mehr hinterfragt. Auf der gegnerischen Seite trifft von Richthofen auf den ähnlich gesinnten kanadischen Piloten Roy Brown, der den Kampf gegen von Richthofen und den Sieg über ihn zu seinem persönlichen Ziel macht.
Originaltitel: Von Richthofen and Brown
Regie: Roger Corman.
Drehbuch: John William Corrington, Joyce Hooper Corrington.
Darsteller: John Phillip Law, Don Stroud, Barry Primus, Corin Redgave, Karen Ericson, Hurd Hatfield, Stephen McHattie, Brian Foley, Robert La Tourneaux.
Genre: Action / Biografie / Drama / Geschichte / Kriegsfilm
Land: USA
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 101 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD 2.0, DTS-HD 2.0
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailershow.
Vertrieb: Black Hill Pictures.
![]()
![]()
![]()
Filmbewertung: 4 von 5 Clapperboards.
Der Name Roger Corman wird meist sofort mit günstigen B-Movies, kultigen Genrefilmen und kreativen Low-Budget-Produktionen verbunden. Umso überraschender wirkt deshalb Von Richthofen and Brown, der hierzulande unter dem Titel Manfred von Richthofen – Der Rote Baron bekannt wurde. Wer einen typischen Corman erwartet, dürfte bereits nach wenigen Minuten feststellen, dass sich dieses Kriegsdrama deutlich von seinem sonstigen Schaffen unterscheidet und wesentlich ambitionierter ausfällt.
Schon der Auftakt macht einen positiven Eindruck. Eindrucksvolle Luftaufnahmen versetzen den Zuschauer unmittelbar in die Zeit des Ersten Weltkriegs. Zwar wirkt die Kamera in manchen Flugszenen aus heutiger Sicht etwas unruhig, doch genau das verleiht den Sequenzen zugleich eine gewisse Authentizität. Man spürt, dass hier echte Flugzeuge und praktische Effekte im Mittelpunkt stehen – etwas, das selbst Jahrzehnte später noch erstaunlich überzeugend wirkt.
Corman nimmt sich erfreulich viel Zeit für seine Einführung. Statt die Handlung überhastet voranzutreiben, entwickelt sich die Geschichte in ruhigem Tempo und gibt ihren Figuren ausreichend Raum. Gerade dieser eher klassische Erzählstil passt hervorragend zum historischen Stoff. Auch wenn die Handlung insgesamt recht geradlinig bleibt, entsteht dadurch ein angenehmer Erzählfluss, der den Zuschauer kontinuierlich durch die Geschichte begleitet.
Historisch erlaubt sich der Film durchaus einige Freiheiten. Nicht jedes Ereignis entspricht den tatsächlichen Abläufen rund um Manfred von Richthofen und seinen berühmten Gegenspieler Arthur Roy Brown. Wer den Film als dokumentarische Aufarbeitung betrachtet, wird deshalb einige Ungenauigkeiten entdecken. Als dramatische Verfilmung funktioniert die Geschichte jedoch erstaunlich gut und vermittelt ein stimmiges Bild der damaligen Zeit.
Besonders überzeugend fallen die Flugsequenzen aus. Gerade weil der Film überwiegend auf praktische Aufnahmen setzt, besitzen die Luftkämpfe eine Glaubwürdigkeit, die viele moderne Produktionen trotz aufwendiger Computereffekte nur schwer erreichen. Auch die Szenen am Boden überzeugen durch ihre solide Ausstattung und eine insgesamt glaubwürdige Atmosphäre. Man merkt, dass trotz begrenzter Mittel viel Wert auf eine authentische Darstellung gelegt wurde.
Natürlich sieht man dem Film sein Alter an. Einige inszenatorische Entscheidungen wirken heute etwas altmodisch, doch genau darin liegt auch ein Teil seines Charmes. Statt auf hektische Schnitte oder spektakuläre Effekte setzt Corman auf klassische Inszenierung und sorgfältig aufgebaute Szenen. Dadurch besitzt Manfred von Richthofen – Der Rote Baron eine ruhige Eleganz, die hervorragend zum historischen Stoff passt.
Am Ende überrascht der Film vor allem dadurch, wie weit er sich vom gewohnten Roger-Corman-Klischee entfernt. Statt eines schnellen B-Movies erhält man ein respektabel inszeniertes Kriegsdrama mit beeindruckenden Flugaufnahmen, glaubwürdiger Atmosphäre und einer klassischen Erzählweise. Auch wenn sich die Geschichte nicht immer streng an die historischen Fakten hält, bleibt sie bis heute ein überzeugendes Stück Luftfahrtkino, das wesentlich besser ist, als man es von seinem Regisseur zunächst erwarten würde.
![]()
![]()
Bildbewertung: 3 von 5 Fernsehern.
Mögen zwar die Farben kräftig daher kommen, so sind Schärfe und Kontrast viel zu matt. Für einen Film aus dem Jahr 1971 ist das Bild aber sehr schön anzusehen.
![]()
![]()
Tonqualität: 3 von 5 Soundboxen.
Der Sound präsentiert sich sauber und ausreichend dynamisch. Kommt aber nie über den Frontbereich hinaus.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Extras gibt es keine.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Nein! Ist nicht vorhanden.
EAN: 4250148723712
VÖ-Kauf: 25.08.2023
www.blackhillpictures.de