


Während des Zweiten Weltkriegs werden Kommandant Stan und eine Gruppe von Widerstandskämpfern mit einer selbstmörderischen Mission beauftragt. Sie sollen, unter der Mithilfe eines gefangenen, deutschen U-Boot Kommandanten, ein gestohlenes Nazi-U-Boot mit atomarem Uran aus dem von Belgien kontrollierten Kongo in die USA bringen. Gejagt von Hitlers Armee, muss die bunt zusammengewürfelte Truppe die unerbittlichen deutschen Zerstörer überlisten und ausmanövrieren, die vor nichts halt machen, um das U-Boot auf den Grund des Ozeans zu schicken …
Originaltitel: Torpedo
Regie: Sven Huybrechts.
Drehbuch: Johan Horemans, Sven Huybrechts.
Darsteller: Koen De Bouw, Thure Riefenstein, Ella-June Henrard, Joren Seldeslachts, Sven De Ridder, Stefan Perceval, Bert Haelvoet, Gilles De Schryver, Rudy Mukendi , Robrecht Vanden Thoren, Vic de Wachter, Martin Semmelrogge.
Genre: Action / Abenteuer / History / Krieg
Land: Belgien
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 103 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailer.
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
„U-235“ beginnt mit einem Versprechen, das der Film leider schon bei seiner ersten größeren Bewährungsprobe nicht einlösen kann. Der offensichtlich nicht gerade kleine Aufwand, der in die Produktion geflossen ist, macht zunächst durchaus neugierig. Die erste Szene vermittelt den Eindruck, hier könnte ein spannender, aufwendig inszenierter Kriegs- und U-Boot-Thriller entstehen, der seine begrenzte räumliche Situation zu einem intensiven Katz-und-Maus-Spiel nutzt. Für einen kurzen Moment scheint die Richtung zu stimmen. Doch sobald die erste größere Actionsequenz einsetzt, beginnt dieses Versprechen zu bröckeln – und das enttäuschende Gefühl zieht sich anschließend beinahe bis zum Ende durch. Das eigentliche Problem liegt weniger in der Filmidee als in ihrer handwerklichen Umsetzung. Ein U-Boot als zentraler Schauplatz bietet eigentlich alles, was ein spannender Thriller benötigt: Enge, Dunkelheit, technische Abhängigkeiten, eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und die ständige Gefahr, dass ein kleiner Fehler katastrophale Folgen haben kann. Hinzu kommt die historische und militärische Situation, die genügend Stoff für dramatische Konflikte liefern würde. „U-235“ besitzt also eine Ausgangslage, aus der sich einiges hätte machen lassen. Leider gelingt es der Inszenierung kaum, dieses Potenzial in echte Spannung umzuwandeln. Die Action wirkt häufig erstaunlich kraftlos. Szenen, die eigentlich Nervenkitzel erzeugen müssten, werden nicht konsequent genug ausgespielt und verlieren dadurch schnell ihre Wirkung. Der Film baut Situationen auf, in denen man einen wirklich drastischen oder packenden Moment erwartet, zieht dann aber wieder zurück. Genau dieses Verhalten wiederholt sich auffällig oft: Erst wird eine Szene so vorbereitet, als würde gleich etwas wirklich Schlimmes passieren, anschließend nimmt die Inszenierung dem Moment wieder den Wind aus den Segeln. Der gewünschte Schock bleibt aus, die Bedrohung verpufft und zurück bleibt das Gefühl, dass der Film selbst nicht recht weiß, wie weit er gehen möchte. Gerade dadurch entsteht eine merkwürdige Unentschlossenheit. „U-235“ möchte offensichtlich Spannung erzeugen, möchte schockieren und möchte seinem Kriegsszenario eine gewisse Härte verleihen, wagt sich aber häufig nicht konsequent genug an die Konsequenzen seiner eigenen Situationen heran. Vieles wirkt, als würde der Film kurz vor dem entscheidenden Moment die Handbremse ziehen. Das ist schade, denn gerade in einem solchen Szenario wären drastischere Entscheidungen durchaus angebracht gewesen. Die Geschichte hätte dadurch nicht automatisch brutaler werden müssen, sondern vor allem glaubwürdiger und fesselnder. Eine Szene mit einem Kind zeigt besonders deutlich, welches Potenzial hier verschenkt wurde. Eine solche Situation besitzt von Natur aus eine enorme emotionale Sprengkraft und könnte den Zuschauer wirklich treffen, wenn sie konsequent und mit entsprechendem Gespür inszeniert wird. Stattdessen entsteht erneut der Eindruck eines Films, der zunächst auf einen harten Moment zusteuert und dann doch wieder zurückweicht. Dadurch verpufft die Wirkung genau dort, wo sie eigentlich am stärksten sein müsste. Es hätte nicht zwingend mehr Gewalt gebraucht, sondern eine mutigere Inszenierung, die den aufgebauten Konflikt auch tatsächlich zu Ende denkt. Auch die Darsteller können die fehlende Spannung nur bedingt auffangen. Viele Figuren wirken nicht glaubwürdig genug, um ihre jeweilige Situation wirklich zu vermitteln. Gerade bei einem Film, der stark von der Glaubwürdigkeit seiner Figuren und ihrem Verhalten unter extremem Druck abhängig ist, fällt das erheblich ins Gewicht. Wenn die Schauspieler nicht überzeugend vermitteln können, dass sie um ihr Leben kämpfen, bleiben selbst gefährliche Situationen erstaunlich ungefährlich. Man sieht dann nicht Menschen in einer ausweglosen Lage, sondern Schauspieler, die in einer ausweglos gedachten Lage agieren.
Der vermutlich vorhandene Produktionsaufwand wird dadurch ebenfalls entwertet. Auf den ersten Blick scheint „U-235“ durchaus einiges auf die Beine gestellt zu haben. Doch je länger der Film läuft, desto weniger groß wirkt das Ganze. Es entsteht der Eindruck, dass entweder das Budget nicht ausgereicht hat oder die vorhandenen Möglichkeiten nicht effektiv genug genutzt wurden. Selbst wenn tatsächlich finanzielle Grenzen eine Rolle gespielt haben sollten, hätte man mit einer präziseren Inszenierung deutlich mehr herausholen können. Spannung kostet schließlich nicht zwangsläufig Millionen. Ein guter Aufbau, überzeugende Figuren, geschickte Kameraarbeit, eine beklemmende Atmosphäre und konsequent ausgespielte Konflikte können wesentlich mehr bewirken als teure Schauwerte. Ein weiteres Problem sind die Nebengeschichten, die den Film eher ausbremsen als bereichern. Statt sich konsequent auf das U-Boot und die dortige Situation zu konzentrieren, öffnet „U-235“ immer wieder zusätzliche Handlungsebenen, die für die eigentliche Geschichte kaum notwendig erscheinen. Das nimmt dem Film den Fokus und verhindert, dass sich die Spannung an einem zentralen Punkt verdichten kann. Viel sinnvoller wäre es gewesen, direkt mit dem U-Boot zu beginnen und die Figuren innerhalb dieser Situation zu entwickeln. Ihre Vergangenheit hätte man über ihre Handlungen, Gespräche und Beziehungen vermitteln können, ohne ständig aus der eigentlichen Geschichte herauszugehen. Vor allem hätte der Film auf die Rückblenden verzichten können. Die Vergangenheit der Figuren wäre durchaus interessant genug gewesen, um in die Gegenwart integriert zu werden. Statt den Erzählfluss durch zusätzliche Zeitebenen zu unterbrechen, hätte man die Charaktere während der Mission langsam kennenlernen können. Das hätte nicht nur die Dramaturgie gestrafft, sondern auch dafür gesorgt, dass die Figuren tatsächlich als Teil des Geschehens wahrgenommen werden. So wirken manche Nebengeschichten eher wie angehängtes Material, das erklären soll, warum bestimmte Personen wichtig sein sollen, anstatt diese Bedeutung innerhalb der eigentlichen Handlung entstehen zu lassen. Die Grundidee bleibt trotzdem interessant. Ein U-Boot-Thriller vor historischem Hintergrund besitzt genügend Potenzial, um auch mit begrenzten Mitteln zu funktionieren. „U-235“ scheitert nicht an einer schlechten Ausgangsidee, sondern vor allem daran, dass aus dieser Idee zu wenig gemacht wird. Der Film wirkt uninspiriert, wo er eigentlich beklemmend sein müsste, vorsichtig, wo Konsequenz gefragt wäre, und langatmig, wo Spannung entstehen sollte. Ausgerechnet ein Szenario, das durch seine räumliche Enge eigentlich automatisch Druck erzeugen könnte, wird dadurch erstaunlich selten wirklich intensiv.
Am Ende bleibt daher vor allem der Eindruck einer verpassten Gelegenheit. Der Film hätte mit einer konzentrierteren Handlung, ohne unnötige Nebengeschichten und Rückblenden, glaubwürdigeren Figuren und einer mutigeren Inszenierung deutlich stärker werden können. Es hätte genügt, sich konsequent auf das U-Boot und die dort entstehende Situation zu konzentrieren, die Charaktere innerhalb dieser Bedrohung zu entwickeln und die entscheidenden Momente nicht immer wieder abzuschwächen. So bleibt von dem zunächst vielversprechenden Aufwand nur wenig übrig. „U-235“ ist keine schlechte Filmidee, aber leider kein besonders guter Film daraus geworden. Die Ausgangslage stimmt, das Potenzial ist vorhanden und die ersten Minuten wecken Erwartungen, die später kaum eingelöst werden. Handwerklich fehlt es an Spannung, Konsequenz und Inspiration, während die Schauspieler die Glaubwürdigkeit der Geschichte nicht ausreichend stützen können. Schade ist das vor allem deshalb, weil ausgerechnet die Schwächen nicht unvermeidbar gewesen wären. Mit einer fokussierteren Erzählweise und einer deutlich mutigeren Inszenierung hätte aus diesem U-Boot-Szenario ein wesentlich fesselnderer Thriller werden können.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Das Bild der High Definition Blu-ray Disc überzeugt mit einem guten Kontakt, dieser wird allerdings nur von einem leicht schwachen Schwarzwert unterstützt. Die klare Schärfe kommt wie auch die Farbwiedergabe ausreichend gut daher.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Irgendwie ist der Sound fade. Er präsentiert sich zwar sehr sauber und recht solide bezüglich der Räumlichkeit und auch die Dialoge sind klar. Doch die Dynamik bei der Action und die Details dabei, haben nicht nur einen matten Klang sondern erklingen leider auch ungenau. Der Ton harmonisiert nicht mit den Bildern und auch nicht mit der wenigen Spannung.
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Als Extra gibt es von EuroVideo standardmäßig wieder einmal nur den Trailer zum Film. Mager!
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 22. Oktober 2020.