


Alfred Hitchcock gilt als einer der einflussreichsten Regisseure in der Geschichte des Films. Als Meister des Thrillers zeichnete sich sein Werk durch eine einzigartige Verbindung von Spannung und subtilen humorvollen Elementen aus. Zu seinen bedeutendsten Meilensteinen zählen Klassiker wie „Psycho“, der mit seiner ikonischen Duschszene Filmgeschichte schrieb, und „Vertigo“, der oft als einer der besten Filme aller Zeiten angesehen wird. Auch „Die Vögel“ und „Das Fenster zum Hof“ zeigen seine meisterhafte Fähigkeit, Angst und Nervenkitzel zu erzeugen. In dieser Edition sind zehn seiner frühen Werke gesammelt, in denen sich die Anfänge von Hitchcocks innovativer Nutzung von Kameratechnik und Schnitt schon abzeichnen, welche später das gesamte Thriller-Genre revolutionieren sollten. (11 Blu-rays).
Originaltitel: The Ring, The Farmer`s Wife, Champagne, The Manxman, Blackmail, Juno and the Paycock, Murder!, The Skin Game, Rich and Strange, Number Seventeen
Regie: Alfred Hitchcock (Psycho, Die Vögel, Vertigo).
Drehbuch: Alfred Hitchcock, Alma Reville, Eden Phillpotts, Eliot Stannard, Walter C. Mycroft, Hall Caine, Charles Bennett, Benn W. Levy, Sean O’Casey, Clemence Dane, Helen Simpson, John Galsworthy, Dale Collins, Joseph Jefferson Farjeon.
Darsteller: Carl Brisson, Lillian Hall-Davis, Ian Hunter, Jameson Thomas, Gordon Harker, Betty Balfour, Jean Bradin, Ferdinand von Alten, Anny Ondra, Malcolm Keen, John Longden, Sara Allgood, Charles Paton, Edward Chapman, Barry Fitzgerald, Maire O’Neill, Herbert Marshall, Norah Baring, Edmund Gwenn, Jill Esmond, Helen Haye, Henry Kendall, Jean Barry, Percy Marmont, Leon M. Lion, Anne Grey, John Stuart, Barry Jones, Donald Calthrop.
Genre: Drama / Liebesfilm / Sportfilm / Thriller / Krimi / Mystery
Land: UK
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 1085 Minuten.
Bildformat: 1.20:1 / 1.33:1 (4:3 Vollbild), Doku: 1.78:1 (16:9 Widescreen, 1080/24p).
Sprachen: Englisch, Deutsch.
Tonformat: Mono PCM, Stereo PCM (Stummfilm), DTS-HD MA 5.1 (Dokumentation).
Untertitel: deutsch, englisch für Hörgeschädigte.
Extras: (über 17 Stunden) Audiokommentare, Interviews, Featurettes, Bildergalerie, Booklet, Poster, Screen Tests, und vieles mehr.
Vertrieb: © ARTHAUS / STUDIOCANAL / PLAION PICTURES
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Filmbewertung: 5 von 5 Clapperboards.
Mit „Alfred Hitchcock – Die frühen Filme“ liefern ARTHAUS und StudioCanal eine Veröffentlichung ab, die für Filmhistoriker, Hitchcock-Liebhaber und echte Cineasten gleichermaßen als kleines Ereignis betrachtet werden darf. Die aufwendig zusammengestellte 11-Blu-ray-Box versammelt zehn frühe Werke von Alfred Hitchcock aus den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren — Filme, die im Schatten seiner späteren Meisterwerke oftmals übersehen werden, deshalb aber keineswegs weniger faszinierend sind.
Gerade für Liebhaber der Filmgeschichte liegt hier ein besonderer Reiz darin, Hitchcocks kreative Entwicklung beinahe Schritt für Schritt beobachten zu können. Die Sammlung zeigt nicht nur einen jungen Regisseur auf der Suche nach seiner eigenen Handschrift, sondern dokumentiert gleichzeitig eine der spannendsten Umbruchphasen der Filmgeschichte überhaupt: den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm. Von Werk zu Werk lässt sich erkennen, wie Hitchcock technische Möglichkeiten erprobt, Bildsprache verfeinert und langsam jene stilistischen Elemente entwickelt, die seine späteren Klassiker weltberühmt machen sollten.
Den Auftakt bildet „Der Weltmeister“ aus dem Jahr 1927, ein melodramatisch angehauchtes Liebesdreieck vor der Kulisse des Boxsports, das bereits ein bemerkenswertes Gespür für visuelle Dynamik erkennen lässt. Mit „Die Frau des Farmers“ folgt eine deutlich leichtere, fast beschwingte Liebeskomödie, die zeigt, dass Hitchcock zu dieser Zeit keineswegs ausschließlich im Thriller-Genre zuhause war. Auch „Champagne“ präsentiert sich überraschend verspielt und turbulent inszeniert, während „Der Mann von der Insel Man“ bereits emotional komplexere Zwischentöne anschlägt und von zwei Freunden erzählt, die sich in dieselbe Frau verlieben — bis eine tragische Wendung die Situation scheinbar vereinfacht und gleichzeitig moralisch komplizierter macht.
Mit „Erpressung“ erreicht die Box schließlich einen besonders wichtigen historischen Moment. Hitchcocks erster Tonfilm markiert nicht nur einen technischen Meilenstein, sondern zeigt bereits viele Themen, die sein späteres Werk prägen sollten: Schuld, Angst, psychischer Druck und die Verarbeitung traumatischer Ereignisse. Die Geschichte um einen Mord aus Notwehr entwickelt bereits jene nervöse Spannung und moralische Unsicherheit, die später zu einem Markenzeichen des Regisseurs werden sollte.
Auch die weiteren Filme der Sammlung verdeutlichen eindrucksvoll, wie vielseitig Hitchcock damals arbeitete. „Juno und der Pfau“ verbindet Familiendrama mit den politischen Spannungen des irischen Bürgerkriegs, während „Mord – Sir John greift ein!“ kriminalistische Elemente mit gesellschaftlicher Kritik verknüpft. „Bis aufs Messer“ konzentriert sich stärker auf familiäre Konflikte und menschliche Spannungen, wohingegen „Endlich sind wir reich“ beinahe schon bittersüße Züge einer Beziehungsgeschichte trägt, die zwischen Geldsorgen, Hoffnung und der Sehnsucht nach einem besseren Leben schwankt. Mit „Nummer Siebzehn“ nähert sich Hitchcock schließlich wieder stärker dem Suspensekino an und liefert einen Kriminalfilm, in dem ein Detektiv einem Mordfall nachgeht.
Besonders bemerkenswert ist dabei die enorme Restaurierungsarbeit, die hinter dieser Veröffentlichung steckt. Viele frühe Filme jener Zeit gelten heute als verloren oder existieren nur noch in beschädigten Fassungen, da unzählige Originalnegative durch schlechte Lagerung oder verheerende Brände vernichtet wurden. Umso beeindruckender ist es, in welch sorgfältiger Qualität diese Werke hier präsentiert werden. Allein dafür kann man und kaum genug danken.
Natürlich besitzen diese frühen Arbeiten noch nicht die erzählerische Komplexität oder psychologische Raffinesse von Hitchcocks späteren Meisterwerken wie Psycho oder Vertigo. Doch gerade darin liegt ihr besonderer Wert. Sie zeigen einen Filmemacher im Wandel, einen Künstler beim Experimentieren, Lernen und Ausprobieren. Von Film zu Film werden technische Fortschritte, stilistische Verfeinerungen und erzählerische Entwicklungen sichtbar. Gleichzeitig offenbart die Box eindrucksvoll, wie vielseitig Hitchcock ursprünglich arbeitete und wie unterschiedlich die Genres waren, die er damals bediente.
Genau deshalb verändert diese Sammlung auch den Blick auf seine späteren Klassiker. Viele Motive, visuelle Ideen und erzählerische Ansätze wirken plötzlich wie frühe Skizzen dessen, was Jahre später perfektioniert werden sollte. „Alfred Hitchcock – Die frühen Filme“ ist dadurch weit mehr als nur eine nostalgische Archivveröffentlichung. Es ist eine faszinierende Reise durch die Entstehung eines der größten Regisseure der Filmgeschichte — und eine Veröffentlichung, für die man als Filmfan tatsächlich einfach dankbar sein darf.
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Bildbewertung: 3 von 5 Fernsehern.
Durch schlechte Lagerungen ist die Bildqualität niemals wirklich gut und doch wurde das Optimale immer raus geholt. Dennoch sollte man nicht zu viel erwarten. Zwar sind zwar alle Filme bezüglich des Kontrasts hervorragend, doch kämpfen sie ansonsten sehr mit Kratzern, schwankenden Lichtverhältnissen und starken Unschärfen. Doch wenn man das Alter von Teils 100 Jahren und die Umstände beachtet, sieht das doch alles absolut fantastisch aus.
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Tonqualität: 3 von 5 Soundboxen.
Der Ton bei allen High Definition Blu-ray Discs erklingt immer klar, recht sauber und unaufdringlich. Bei den Stummfilmen sind zudem neuere Musikklänge wahrzunehmen, die sich klar im Frontbereich präsentieren. Auch die deutschen Synchronisationen sind aktueller und kommen klar und sauber daher, legen die jeweiligen Scores allerdings zu sehr in den Hintergrund. Irgendwie scheint man beabsichtigt einen dumpfen Klangfilter über alle Filme gelegt zu haben. Vielleicht damit es „Alt“ wirkt?
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Bonusbewertung: 4 von 5 Sternen.
Neben einem 64-seitigen Booklet der Box liegt auch noch ein Poster bei. Doch auch zu jedem Film wurde etwas an Extras beigesteuert, Bildergalerien, Einführungen, Interviews, Screen Tests, ja sogar Audiokommentare, die jeden Film auf respektvolle Weise begleiten. Doch das wahre Highlight befindet sich auf der 11. Disc. Diese enthält nämlich die Dokumentation „Becoming Hitchcock“ von 2024, die sich nicht nur überwiegend auf Hitchcocks ersten Tonfilm „Erpressung“ konzentriert, sondern auch auf die Punkte die einen echten „Hitch“ ausmachten. Den Elementen mit denen sich ein Film zusammensetzte. Alles im allem wurde hier eine stimmige Box von Anfang bis Ende produziert.
Abspann: Nein! Nach dem jeweiligen Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzlicher Hinweis: Bitte beachten Sie, das jeder Film historische Handlungen enthält, die als veraltet und beleidigend empfunden werden können.
Wendecover: Aufkleber auf der Folie.
EAN: 4006680104751
VÖ-Kauf: 16.01.2025