


Das Regie-Debüt von Robin Hardy vereint neben dem Equalizer-Serienhelden Edward Woodward auch Bond-Girl Britt Ekland und den legendären Horrorfilm-Veteran Christopher Lee in einer seiner besten Rollen. Mit seinen atmosphärischen Schauplätzen, beunruhigenden Bildern und dem eindringlichen Soundtrack baut Hardy allmählich einen der furchterregendsten und kultigsten Höhepunkte des modernen Kinos auf. Der unkonventionelle Kultfilm nach dem brillanten Drehbuch von Anthony Shaffer setzt auf einen Mix aus Kriminalfilm, experimentellem Horror und einer Prise Musical und wurde 1978 mit dem Saturn Award für den besten Horrorfilm ausgezeichnet.
Originaltitel: The Wicker Man
Regie: Robin Hardy.
Drehbuch: Edward Woodward.
Darsteller: Edward Woodward, Christopher Lee, Diane Cilento, Britt Ekland, Ingrid Pitt, Lindsay Kemp, Russell Waters, Aubrey Morris, Irene Sunters.
Genre: Horror / Mystery / Thriller
Land: UK
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 282 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 2.0, DTS_HD MA 2.0
Untertitel: deutsch.
Extras: Poster, Die Verehrung des „Wicker Man“, Die Musik zu „The Wicker Man“, Interview mit Robin Hardy, Restaurationsvergleich, Video Essay von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Trailer.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Ein Polizist, eine abgelegene Insel, merkwürdige Bewohner, eigenartige Rituale und erstaunlich viel Gesang – „The Wicker Man“ war schon bei seiner Entstehung kein Film, der sich bequem in eine Schublade stecken ließ. Heute wirkt dieser Mystery-Thriller-Klassiker in vieler Hinsicht surreal und auf geheimnisvolle Weise beinahe entrückt. Was vor rund 40 Jahren vermutlich für reichlich Aufregung sorgte, erscheint aus heutiger Sicht stellenweise schlicht merkwürdig. Genau diese Eigenart macht das Werk aber bis heute so faszinierend. Die Geschichte bewegt sich permanent zwischen Mystery, Folklore und verstörender Absurdität. Vieles wirkt zunächst harmlos, manches sogar beinahe heiter, während unter der Oberfläche eine zunehmend unheimliche Atmosphäre entsteht. Der ungewöhnliche Umgang mit Gesang und Ritualen verleiht dem Film eine ganz eigene Identität. „The Wicker Man“ ist ausgesprochen musikalisch, ohne deshalb zu einem gewöhnlichen Musical zu werden. Die Lieder gehören vielmehr zu dieser eigentümlichen Welt und machen sie gleichzeitig noch fremdartiger. Das Ergebnis ist ein grotesker Mystery-Thriller, der sich nicht darum bemüht, seine Zuschauer mit klassischen Horror-Mitteln permanent zu erschrecken. Seine Wirkung entsteht vielmehr aus dem Gefühl, dass mit dieser Insel und ihren Bewohnern irgendetwas grundsätzlich nicht stimmt. Die Faszination liegt im Unausgesprochenen, in den merkwürdigen Bräuchen und in der immer stärker werdenden Erkenntnis, dass man sich hier in einer Welt befindet, deren Regeln nicht mehr mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen.
So entwickelt sich „The Wicker Man“ beinahe zu einem Kunstwerk voller Eigenarten. Nicht alles wirkt heute noch so schockierend wie einst, manches erscheint sogar unfreiwillig skurril. Doch gerade diese Mischung aus Fremdartigkeit, Gesang, Folklore und verstörender Atmosphäre besitzt einen Reiz, den viele konventionellere Horrorfilme nicht erreichen. Es ist ein unheimliches Vergnügen, ein schauderhaft eigenwilliger Film, der seine Wirkung weniger durch Geschwindigkeit als durch seine bizarre Konsequenz entfaltet. Mit dem später entstandenen US-Remake mit Nicolas Cage sollte man den Film allerdings besser nicht auf eine Stufe stellen. „The Wicker Man“ besitzt eine Atmosphäre und eine eigene Identität, während das Remake vor allem zeigt, wie schwer sich ein solch ungewöhnlicher Stoff nachbauen lässt. Gegen diese Version wirkt das Original noch einmal deutlich stärker. Die Veröffentlichung bietet auf zwei High-Definition-Blu-ray-Discs gleich drei Fassungen: Kinofassung, Director’s Cut und Final Cut. Die Unterschiede fallen allerdings überschaubar aus. Die Kinofassung ist gegenüber den beiden anderen Versionen um beinahe fünf Minuten kürzer, während sich Director’s Cut und Final Cut nur vergleichsweise gering voneinander unterscheiden. Für die Sichtung bietet sich der Director’s Cut aufgrund des gelungensten Schnitts an. Einen kleinen Haken gibt es bei der Sprachfassung: Nur der Final Cut verfügt über deutschen Ton. Wer die anderen Varianten sehen möchte, muss entsprechend auf die Originalfassung mit Untertiteln zurückgreifen. „The Wicker Man“ bleibt damit ein Film, der sich auch Jahrzehnte später nicht vollständig erklären oder glattbügeln lässt. Er ist merkwürdig, faszinierend, musikalisch, verstörend und stellenweise beinahe absurd. Genau diese Mischung macht seinen besonderen Reiz aus. Ein Klassiker, der nicht jedem gefallen muss, aber seine ganz eigene Welt erschaffen hat – und diese Welt ist bis heute wesentlich interessanter als das missglückte Remake.
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Bildbewertung: 3 von 5 Fernsehern.
Der Final Cut zeigt sich körnig und matt, passt aber zum etwas eingestaubten Look des Films. Die Farben hätten durchaus kräftiger sein können und auch die Schärfe ist nicht immer ganz klar. Die Kinofassung zeigt sich ähnlich. Der Director’s Cut präsentiert sich qualitativ am schlechtesten. Man bedenke aber auch das Alter und dafür ist die Qualität jetzt auch nicht zu schlecht. Studiocanal hat es doch schön bearbeitet.
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Tonqualität: 3 von 5 Soundboxen.
Der Sound setzt leider keine räumlichen Akzente aber dafür jede Menge Dynamik mit klaren Dialogen. Überwiegend sauber aber auch dumpf und doch schaffen es die Musicaleinlagen Schwung durch die Kanäle zu fegen.
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Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Ein paar informative und interessante Extras sowie ein schickes Poster für Film Liebhaber runden die Box hervorragend ab.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Wendecover vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 07. April 2022.
www.studiocanal.de