


Wien, 1948: Der amerikanische Schriftsteller Holly Martins (Joseph Cotten) will in der besetzten Stadt seinen alten Freund Harry Lime (Orson Welles) besuchen, doch am Tag seiner Ankunft wird Lime beerdigt. Von einem britischen Offizier erfährt Martins, dass Lime ein skrupelloser Schwarzhändler gewesen sei. Martins glaubt dies nicht und stellt eigene Nachforschungen an. Limes Geliebte Anna (Alida Valli), die aus dem russischen Sektor geflohen ist, hilft ihm dabei. Seine Suche nach der Wahrheit zieht Martins immer tiefer in einen gefährlichen Teufelskreis aus Betrug, Korruption und Mord. Schließlich führt ihn die Jagd nach dem „dritten Mann“ in das unterirdische Kanalisationsnetz der Stadt…
Originaltitel: The Third Man
Regie: Carol Reed.
Drehbuch: Graham Greene, Orson Welles, Alexander Korda.
Darsteller: Orsen Welles, Joseph Cotton, Alida Valli, Trevor Howard, PaulHörbiger, Ernst Deutsch, Erich Ponto, Siegfried Breuer, Hedwig Bleibtreu, Bernard Lee.
Genre: Film Noir / Mystery / Thriller
Land: UK
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 104 Minuten.
Bildformat: 1.33:1 / 4:3 Vollbild.
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 2.0 Mono, DTS-HD MA 2.0 Mono
Untertitel: deutsch, englisch für Hörgeschädigte, französisch.
Extras: 64-seitiges Booklet, Audiokommentar, Audio-Interview, Featurettes, Alternativer Anfang der US-Fassung, Interview, Bildergalerie, Radio Special, Trailer.
Vertrieb: © STUDIOCANAL / Arthaus
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Filmbewertung: 5 von 5 Clapperboards.
Viele Zuschauer betrachten diesen Film heute vor allem als bedeutendes Stück Filmgeschichte. Das wird seinem außergewöhnlichen Stellenwert zwar gerecht, greift aber gleichzeitig viel zu kurz. Denn The Third Man ist nicht nur historisch bedeutsam, sondern vor allem ein bis heute beeindruckend inszeniertes Meisterwerk. Besonders bemerkenswert ist die Bildgestaltung. Das Schwarzweißformat dient hier keineswegs nur als Relikt seiner Entstehungszeit, sondern als bewusstes erzählerisches Mittel. Licht und Schatten werden zu einem festen Bestandteil der Handlung und verleihen dem Film eine visuelle Ausdruckskraft, die in Farbe vermutlich niemals dieselbe Wirkung entfaltet hätte. Die Atmosphäre lebt von diesen Kontrasten und erschafft eine Welt voller Unsicherheit, Geheimnisse und moralischer Grauzonen.
Überhaupt ist Atmosphäre einer der wichtigsten Bausteine des Films. Jede Straße, jeder Innenraum und jede Gasse scheint eine eigene Geschichte zu erzählen. Die Kulissen wirken dabei niemals bloß dekorativ, sondern entwickeln eine nahezu greifbare Präsenz. Mit jeder Szene entdeckt man neue Details, die das Gesamtbild weiter bereichern. Hinzu kommt die außergewöhnliche Figurenzeichnung. Selbst kleinste Nebenrollen besitzen Persönlichkeit, Eigenheiten und eine klare Kontur. Kaum eine Figur erscheint beliebig oder austauschbar. Gerade diese Sorgfalt verleiht der Geschichte ihre enorme Glaubwürdigkeit und Tiefe. Auch die Dramaturgie beeindruckt noch heute. Die Wendungen entfalten eine Dynamik, die den Zuschauer kontinuierlich fesselt. Was zunächst wie ein klassischer Kriminalfall beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer vielschichtigen Geschichte über Loyalität, Täuschung und moralische Verantwortung. Dabei bleibt der Film jederzeit spannend, ohne sich auf einfache Effekte verlassen zu müssen.
Besonders bemerkenswert ist, wie harmonisch sämtliche Elemente ineinandergreifen. Regie, Kameraarbeit, Schauspiel, Atmosphäre und Erzählweise verfolgen dieselbe Vision und ergänzen sich perfekt. Genau dadurch entsteht jene seltene Form von Kino, bei der jede einzelne Entscheidung der Inszenierung eine klare Funktion besitzt. Die wahre Größe von „Der dritte Mann“ lässt sich deshalb kaum in wenigen Sätzen zusammenfassen. Zu vielschichtig ist die Inszenierung, zu präzise die Umsetzung und zu eindrucksvoll die Art, wie Geschichte, Atmosphäre und Figuren miteinander verschmelzen. Ein zeitloses Meisterwerk des Kinos, dessen Genialität weit über seinen historischen Stellenwert hinausgeht. Ein Film, der auch Jahrzehnte später noch zeigt, wie kraftvoll und faszinierend visuelles Erzählen sein kann.
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Bildbewertung: 5 von 5 Fernsehern.
Das Bild der Blu-ray präsentiert sich bereits ausgezeichnet mit einer glasklaren Schärfe, hervorragenden Schwarzwert und erstklassigen Kontrast. Die 4K UHD Disc verleiht dem Bild dann nochmals mehr räumliche Tiefe und lässt den Schwarzwert viel satter aussehen.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Klanglich wird beim Ton bei beiden Discs ähnliches geboten. Beeindruckend sauberer Sound mit kräftigen und klar verständlichen Dialogen. Bewegt sich allerdings nur im Frontbereich.
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Bonusbewertung: 4 von 5 Sternen.
Ebenfalls großartig ist das zusätzliche Bonusmaterial, das keine Wünsche übrig lässt und im beiliegenden Booklet wird dann zum 75. Jahrestag noch einiges über die immer noch aktuellen Aspekte erzählt. Leider besteht das Booklet aus sehr, sehr dünnem Papier.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4006680104652
VÖ-Kauf: 07.11.2024