


„Wenn Gangster nach einem Coup jemanden brauchen, der sie sicher aus der Gefahrenzone bringt, wenden sie sich an den „Driver“ (Ryan O’Neal). Er ist der beste Fluchtwagenfahrer in ganz Los Angeles und bekannt dafür, dass er keine Fragen stellt. Doch ein nahezu wahnhaft ehrgeiziger Polizist (Bruce Dern) hat sich längst an seine Fersen geheftet. Als er von einem neuen Auftrag erfährt, legt er sich auf die Lauer. Nur mit Hilfe von „Player“ (Isabelle Adjani), die ihm ein Alibi verschafft, entkommt der Driver. Verärgert sinnt der Cop nach Rache: Er inszeniert einen Raubüberfall und heuert den Driver dafür an.
Originaltitel: The Driver
Regie: Walter Hill (Nur 48 Stunden)
Drehbuch: Walter Hill (Blue City).
Darsteller: Ryan O’Neal (Paper Moon), Bruce Dern (The Hateful 8), Isabelle Adjani (Diabolisch), Ronee Blakley, Matt Clark, Felice Orlandi, Joseph Walsh, Rudy Ramos.
Genre: Action / Krimi / Thriller
Land: USA
FSK: 18 Jahre.
Laufzeit: 92 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch.
Tonsystem: PCM 2.0 Mono, PCM 2.0 Mono
Untertitel: deutsch, französisch.
Extras: Masterclass mit Walter Hill, Interview mit Walter Hill, Alternativer Anfang, Originaltrailer, Originalteaser.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Ein Auto, ein namenloser Fahrer, eine Stadt voller krimineller Geschäfte und eine Flucht, bei der jedes Geräusch des Motors wichtiger scheint als zehn Seiten Dialog. The Driver von Walter Hill ist genau die Sorte Film, die sich nicht lange damit aufhält, sich selbst zu erklären. Er fährt einfach los. Und irgendwo auf dieser nächtlichen Strecke entstand ein Kultfilm, dessen Spuren Jahrzehnte später noch immer deutlich zu erkennen sind. Besonders häufig landet dabei Drive mit Ryan Gosling im selben Gespräch. Die inhaltlichen Übereinstimmungen sind tatsächlich frappierend. Ein wortkarger Fahrer, das nächtliche Los Angeles beziehungsweise die nächtliche Großstadt als eigener Charakter, kriminelle Aufträge, Fluchten und diese besondere Mischung aus Coolness und Einsamkeit: Vieles erinnert unübersehbar an Walter Hills Film. Auch einzelne Szenen lassen durchaus Vergleiche zu. Trotzdem wäre es zu einfach, Drive lediglich als Remake von The Driver abzutun. Beide Filme besitzen ihre eigene Identität und gehen mit ihren Gemeinsamkeiten letztlich sehr unterschiedlich um. Gerade wer genauer hinschaut, wird die Unterschiede beinahe genauso deutlich erkennen wie die Parallelen. Die Oberfläche mag sich an manchen Stellen ähneln, doch darunter arbeiten zwei eigenständige Filme. The Driver ist härter, konzentrierter und stärker auf seine eigentliche Bewegung reduziert. Er braucht weniger Erklärung und weniger emotionale Ausschmückung. Walter Hill erzählt über Blicke, Bewegungen, Fahrzeuge und Räume. Vieles wird nicht ausgesprochen, sondern einfach gefahren. Und genau dadurch entsteht dieser zeitlose Look, der dem Film bis heute eine außergewöhnliche Präsenz verleiht.
Auch die Spannung sitzt hier anders. The Driver besitzt einen Nerv, der sich beinahe wie eine gespannte Leine durch den gesamten Film zieht. Man weiß, dass irgendwann etwas passieren wird – entscheidend ist nur, wann und wie. Walter Hill versteht es, diese Erwartung auszunutzen, ohne den Film mit unnötigem Ballast zu beladen. Die Handlung bleibt fokussiert und lässt den Fahrer durch eine Welt gleiten, in der jede falsche Bewegung Konsequenzen haben kann. Besonders stark sind dabei die Actionszenen. Sie wirken nicht wie bloße Pflichtübungen zwischen zwei Handlungspassagen, sondern sind ein wesentlicher Bestandteil der Inszenierung. Die Fahrzeuge werden zu Werkzeugen, die Straßen zu Rennstrecken und die Fluchten zu echten Spannungsspitzen. Was dabei auffällt: Diese Action funktioniert auch heute noch. Sie besitzt eine physische Direktheit, die vielen überproduzierten modernen Verfolgungsjagden fehlt. Hier spürt man noch Geschwindigkeit, Gefahr und Blech. Keine übertriebene digitale Zirkusnummer, sondern Action, die tatsächlich auf der Straße stattfindet. Und genau deshalb darf man beide Filme durchaus nebeneinanderstellen. Drive hat seine eigene Atmosphäre, seinen eigenen Stil und seine eigene filmische Sprache. The Driver steht aber nicht im Schatten dieses späteren Kultfilms. Im Gegenteil: Er besitzt eine Spannung und eine zeitlose Optik, die ihn bis heute hervorragend funktionieren lassen. Beide Werke haben Gemeinsamkeiten, beide haben ihre eigenen Stärken und beide haben sich ihren Platz als Kultstreifen verdient. Vielleicht liegt gerade darin der Reiz dieses Vergleichs. Man kann Drive sehen und anschließend The Driver einlegen und plötzlich beginnt man, auf Kleinigkeiten zu achten. Eine Bewegung hier, eine Situation dort, ein bestimmter Blick, eine Verfolgungsjagd – und schon wird aus dem vermeintlichen Remake-Vergleich ein interessantes Spiel zwischen zwei Filmen, die sich kennen könnten, aber trotzdem nicht dieselbe Geschichte erzählen. The Driver bleibt damit ein zeitloser Kultfilm von Walter Hill: spannend, cool, konzentriert und mit Actionszenen, die auch Jahrzehnte später noch ordentlich Druck aufbauen. Drive mag jünger sein und Ryan Gosling zum modernen Kultfahrer gemacht haben. Aber bevor dieser Fahrer nachts durch Los Angeles fuhr, hatte Walter Hill seinen eigenen längst auf die Straße geschickt.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Auch hier hat Studiocanal etwas zu sehr in den Rotstich gegriffen. Die warmen Farben passen nicht ganz zum Gesamtbild des Films. Doch dafür überzeugen hervorragend die Details bei der Auflösung und bei der sehr klaren Schärfe. Zudem punktet der Schwarzwert mit einem ordentlich kräftigen Schwarz und auch der Kontrast ist gut.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Der saubere Sound überzeugt mit einer guten Dynamik. Auch ordentlich räumliche Akzente sind gesetzt. Lediglich die Dialoge sind nach wie vor etwas schwach und einige Soundeffekte erklingen etwas blechern.
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Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Die zusätzlichen Extras präsentieren alle nötigen Informationen die man auch erwartet.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Wendecover vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 10. November 2022.
www.studiocanal.de