


Das ehemalige Fotomodell Lee Miller (Kate Winslet) ist es leid, Objekt ihrer männlichen Kollegen zu sein und konzentriert sich auf ihre eigene Arbeit als Fotografin. Mitten im Krieg geht sie als Fotoreporterin an die Front nach Frankreich und dokumentiert gemeinsam mit ihrem Kollegen David E. Scherman (Andy Samberg) über Monate die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Lees Bilder werden zu den stärksten Zeugnissen jener entsetzlichen Verbrechen und brennen sich in die Geschichte ein – aber lassen auch Miller selbst bis an ihr Lebensende nicht mehr los.
Originaltitel: Lee
Regie: Ellen Kuras.
Drehbuch: Liz Hannah, Marion Hume, John Collee.
Darsteller: Kate Winslet (Die Bestimmung), Andy Samberg (Palm Springs), Alexander Skarsgard (Legend of Tarzan), Marion Cotillard (Taxi 3), Andrea Riseborough, Noémie Merlant, Josh O’Connor, James Murray, Patrick Mille, Camilla Aiko.
Genre: Biografie / Drama / Kriegsfilm / Geschichte
Land: USA / UK / Australien / Singapur / Ungarn
FSK: 12 Jahren.
Laufzeit: 118 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: Dolby Atmos, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Featurette „Ein Blick hinter die Linse“, Trailer, Trailershow.
Vertrieb: © Arthaus / Studiocanal
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Filmbewertung: 4 von 5 Clapperboards.
Biografien über berühmte Persönlichkeiten gibt es viele, doch nur wenige schaffen es, ihrem Gegenstand wirklich gerecht zu werden. Lee gelingt genau das. Der Film zeichnet ein hoch emotionales und zugleich bemerkenswert sensibles Porträt der legendären Kriegsfotografin Lee Miller und konzentriert sich dabei erfreulicherweise weniger auf klassische Hollywood-Dramatik als auf den Menschen hinter den berühmten Fotografien. Vorab sollte tatsächlich erwähnt werden, dass man möglichst unvoreingenommen an den Film herangehen sollte. Gerade der Trailer weckt teilweise Erwartungen, die dem eigentlichen Werk nicht ganz gerecht werden und dadurch den Blick auf seine tatsächlichen Qualitäten verstellen können. Denn „Die Fotografin“ ist kein reißerisches Kriegsdrama, sondern vielmehr ein ruhiger, nachdenklicher und oft tief berührender Film.
Besonders beeindruckend ist die Nähe zu den historischen Ereignissen. Die Inszenierung bemüht sich sichtbar darum, Lee Millers Lebensweg und ihre Erfahrungen als Kriegsfotografin möglichst authentisch nachzuzeichnen. Dabei entsteht nie der Eindruck, dass Geschichte lediglich nacherzählt wird. Vielmehr gelingt es dem Film, die Bedeutung ihrer Arbeit spürbar zu machen. Gerade für Zuschauer, die mit ihren Fotografien vertraut sind, entfaltet dies eine besondere Wirkung.
Ein Höhepunkt sind die zahlreichen fotografischen Nachstellungen. Einige von Millers bekanntesten Aufnahmen wurden mit bemerkenswerter Detailtreue rekonstruiert. Diese Momente wirken nicht wie bloße Verbeugungen vor historischen Bildern, sondern verdeutlichen eindrucksvoll, unter welchen Umständen sie entstanden sind. Dadurch gewinnen die Fotografien noch einmal zusätzlich an Kraft und Bedeutung. Getragen wird das Ganze von einer hervorragenden Leistung von Kate Winslet. Dass sie zu den herausragenden Schauspielerinnen ihrer Generation gehört, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Dennoch gelingt es ihr erneut, einer historischen Persönlichkeit enorme Glaubwürdigkeit und emotionale Tiefe zu verleihen. Ihre Darstellung wirkt niemals wie eine bloße Nachahmung, sondern wie eine lebendige Interpretation einer außergewöhnlichen Frau.
Eine besondere Überraschung stellt jedoch Andy Samberg dar. Vielen dürfte er vor allem durch die Serie Brooklyn Nine-Nine bekannt sein, weshalb seine Besetzung zunächst ungewohnt erscheinen mag. Umso bemerkenswerter ist seine Leistung. In einer Rolle, die weit von seinem gewohnten komödiantischen Umfeld entfernt ist, überzeugt er mit einer Ernsthaftigkeit und Präsenz, die man ihm vielleicht nicht unbedingt zugetraut hätte. Gerade deshalb gehört er zu den positiven Überraschungen des Films. Die Regie verzichtet weitgehend auf große Effekte oder übertriebene Dramatisierung. Stattdessen entwickelt der Film seine Wirkung durch Atmosphäre, Figuren und die Schwere der Ereignisse. Dadurch entsteht ein ruhiges, aber keineswegs langweiliges Tempo. Im Gegenteil: Gerade die Zurückhaltung sorgt dafür, dass viele Szenen lange nachwirken und eine bemerkenswerte emotionale Intensität entfalten. „Die Fotografin“ ist ein berührender, kluger und respektvoll erzählter Film über eine außergewöhnliche Frau, die Geschichte nicht nur dokumentierte, sondern durch ihre Bilder selbst ein Teil von ihr wurde. Die historische Genauigkeit, die eindrucksvollen Nachstellungen berühmter Fotografien und die hervorragenden schauspielerischen Leistungen machen das Werk zu einem der stärksten biografischen Filme der letzten Jahre. Ruhig erzählt, aber nicht weniger packend – und gerade deshalb so wirkungsvoll.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Das Bild der Blu-ray punktet trotz düsterer Atmosphäre mit einem hellen Kontrast. Sehr gute Details und eine gestochen klare Schärfe.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Die Soundqualität erklingt sauber und mit einer ausreichenden Dynamik bei den Dialogen. Weiteres wird so gut wie gar nicht beansprucht und muss es auch nicht, denn hier zählen nun mal die Bilder.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Das Featurette kommt über die 10 Minuten Marke nicht hinaus. Daher sollten hier Ansprüche nicht zu hoch geschraubt werden.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4006680104379
VÖ-Kauf: 16.01.2025