


Die Ehe des Jazzsaxophonisten Fred Madison ist am Abgrund. Als er nach einer Party festgenommen wird und des Mordes seiner Frau Renee beschuldigt wird, landet er in der Todeszelle. Geplagt von starken Kopfschmerzen und Visionen des Mystery Mans, verwandelt sich Fred in den Automechaniker Pete Dayton. Die Wärter, die den unschuldigen Fremden in der Zelle finden, müssen Pete gehen lassen. Doch es stellt sich bald raus, dass alle, gefangen in ihrem eigenen Schicksal, verloren sind…auf dem Lost Highway.
Originaltitel: Lost Highway
Regie: David Lynch.
Drehbuch: David Lynch, Barry Gifford.
Darsteller: Bill Pullman, Patricia Arquette, John Roselius, Louis Eppolito, Jenna Maetlind, Michael Massee, Robert Blake, Henry Rollins.
Genre: Mystery / Thriller
Land: USA / Frankreich
FSK: 16 Jahren.
Laufzeit: 135 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: The Dumbland Series (8 Kurzfilme), Hinter den Kulissen, Featurette, davidlynch.com Kurzfilme, Interview mit David Lynch (2005), Trailer.
Vertrieb: ARTHAUS / STUDIOCANAL
![]()
![]()
![]()
Filmbewertung: 4 von 5 Clapperboards.
Es gibt Filme, die man versteht. Und es gibt Filme von David Lynch. Während viele Regisseure versuchen, ihrem Publikum Antworten zu liefern, scheint Lynch regelrecht Freude daran zu haben, neue Fragen aufzuwerfen. Genau deshalb übt Lost Highway auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung noch eine beinahe hypnotische Faszination aus. Der Film entzieht sich konsequent jeder einfachen Erklärung und entwickelt gerade dadurch eine Wirkung, die weit über das eigentliche Seherlebnis hinausgeht.
Bereits die Ausgangssituation wirkt verstörend. Ein Musiker erhält mysteriöse Videokassetten, auf denen sein eigenes Haus zu sehen ist. Was zunächst wie ein klassischer Mystery-Thriller beginnt, verwandelt sich nach und nach in etwas völlig anderes. Realität, Traum, Erinnerung, Schuld und Identität beginnen miteinander zu verschmelzen, bis man als Zuschauer kaum noch unterscheiden kann, was tatsächlich geschieht und was lediglich in den Köpfen der Figuren existiert. Lynch interessiert sich dabei nicht für logische Erklärungen. Vielmehr erschafft er Bilder, Stimmungen und Gefühle, die unmittelbar wirken und sich jeder rationalen Analyse widersetzen.
Ein großer Teil dieser Faszination entsteht durch die außergewöhnlich stimmige Besetzung. Bill Pullman verkörpert die zunehmende Verunsicherung seiner Figur mit beeindruckender Intensität. Ebenso unvergesslich ist Patricia Arquette, die gleich mehrere Facetten ihrer Rolle ausspielt und damit einen wesentlichen Beitrag zur geheimnisvollen Atmosphäre leistet. Hinzu kommen markante Auftritte von Robert Loggia und dem legendären Robert Blake, dessen „Mystery Man“ bis heute zu den unheimlichsten Figuren der Filmgeschichte zählt.
Doch es sind nicht allein die Schauspieler, die Lost Highway so einzigartig machen. Die düsteren Bilder, die beklemmende Tonkulisse und der großartige Soundtrack erschaffen eine nahezu traumartige Atmosphäre. Die Musik von Angelo Badalamenti trifft dabei auf Songs von Künstlern wie David Bowie, Nine Inch Nails und Rammstein. Das Ergebnis ist ein Klangbild, das die düstere und surreale Wirkung der Bilder perfekt unterstützt.
Viele betrachten den Film als eines der bizarrsten Werke Lynchs, manche sogar als sein radikalstes. Und tatsächlich scheint Lost Highway oftmals jenseits dessen zu existieren, was man von einem herkömmlichen Film erwartet. Die Handlung zerbricht, Figuren verändern sich scheinbar grundlos und Ereignisse folgen einer Logik, die eher emotional als rational funktioniert. Gerade deshalb ist der Film für viele Zuschauer entweder ein Meisterwerk oder eine Zumutung. Dazwischen gibt es nur selten etwas.
Vielleicht liegt genau darin seine Größe. Lost Highway ist kein Film, den man einfach konsumiert. Er fordert Geduld, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, das nicht erklärt werden möchte. Verstörend, faszinierend, manchmal abstoßend und zugleich von einer kaum greifbaren Schönheit – David Lynch erschafft hier ein Werk, das sich jeder Einordnung entzieht. Auch nach über zwanzig Jahren wirkt der Film noch immer wie ein dunkler Traum, aus dem man längst erwacht sein müsste und der einen dennoch nicht loslässt. Keine leichte Kost, aber für Liebhaber außergewöhnlichen Kinos ein wahrhaft fesselndes Erlebnis.
![]()
![]()
![]()
![]()
Bildbewertung: 5 von 5 Fernsehern.
Das Bild der Blu-ray zeigt sich weich und etwas gedämmt, was sich als stimmigen Stil betrachten lässt. Ab und an auch mit Hochglanzflair, das heißt die Details sind fein, die Schärfe hervorragend klar und der Schwarzwert zeigt sich satt. Die UHD ist dann noch minimal feiner im Detail und punktet mit einem natürlichen Filmkorn.
![]()
![]()
![]()
Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Ein sehr räumlicher Sound, die Tracks im Film erklingen eindringlich, die Dialoge sind klar verständlich und doch hintergründig sehr hypnotisch. Sehr sauberer Ton der klanglicher psychedelischer ist als der Film. Geht unter die Haut. Bei der UHD das exakt gleiche Spiel.
![]()
![]()
Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Ohne die Kurzfilme würde das Bonusmaterial auf dem Lost Highway zu einer unbeachteten Nebenspur führen. Das Steelbook liefert ein klassisches Design, ist aber sehr stabil verarbeitet und zeigt sich stimmig zum Film.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Deckblatt zum abnehmen.
EAN: 4006680103396
VÖ-Kauf: 16.11.2023
www.studiocanal.de