


Die Suche nach ihrer leiblichen Mutter führt den ängstlichen Metzger Norman und seine extrovertierte Zwillingsschwester Annabelle nach Down Under. Doch die Einwohner der australischen Gemeinde Two Heads Creek sind ihnen von Beginn an nicht geheuer. Hier scheint etwas gehörig faul zu sein. Als das ungleiche Zwillingspaar das Geheimnis lüftet, entwickelt sich ihr Trip zu einem blutigen Schlachtfest…
Originaltitel: Two Heads Creek
Regie: Jesse O’Brien.
Drehbuch: Jordan Waller.
Darsteller: Jordan Waller, Kathryn Wilder, Kerry Armstrong, Gary Sweet, Stephen Hunter, Helen Dallimore, Don Bridges, Kasha Bajor.
Genre: Horror / Comedy / Splatter
Land: Australien / UK
FSK: 18 Jahre.
Laufzeit: 85 Minuten.
Bildformat: 2.35:1 / 16:9 Widescreen (1080/24p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Making of Action, Trailershow.
Vertrieb: Busch Media Group / AL!VE AG
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Wer glaubt, dass der makabre Wahnsinn von „2001 Maniacs“ kaum noch zu übertreffen sei, hat vermutlich noch keinen Ausflug nach Down Under unternommen. „Two Heads Creek“ aus dem Jahr 2019 treibt die Mischung aus Horror, schwarzem Humor und groteskem Körperkino mit einer derart hemmungslosen Freude auf die Spitze, dass selbst hartgesottene Freunde des gepflegten Blutbads gelegentlich überlegen dürften, ob sie gerade noch lachen oder schon den nächsten Eimer unterstellen müssen. Der Film ist ein ausgesprochen schräges Stück Horror-Komödie, das sich nicht mit gewöhnlichen Geschmacklosigkeiten zufriedengibt, sondern seine Einfälle mit einer geradezu ansteckenden Begeisterung in Eingeweide, Körperteile und möglichst viel Kunstblut verwandelt. Die große Stärke von „Two Heads Creek“ liegt in seiner vollkommen ungenierten Bereitschaft, jede noch so absurde Idee auszuspielen. Der Film besitzt nicht die Eleganz eines fein austarierten schwarzen Humors, sondern setzt lieber auf die grobe Keule, auf übertriebene Situationen und auf eine Bildsprache, die dem Wort „makaber“ eine sehr praktische Bedeutung verleiht. Nicht jeder Spruch sitzt, und manche Gags überschreiten die Grenze zur Derbheit mit einer solchen Geschwindigkeit, dass man ihnen kaum hinterherkommt. Wer empfindlich auf plumpe Witze oder geschmacklose Pointen reagiert, dürfte hier folglich schnell die kulinarische Freude verlieren. Für alle anderen gehört genau diese Hemmungslosigkeit zum eigentlichen Vergnügen. Die Komik entsteht nicht allein aus den Dialogen, sondern mindestens ebenso aus dem Kontrast zwischen dem teilweise dümmlichen Verhalten der Figuren und dem grotesken Ausmaß der Ereignisse. „Two Heads Creek“ nimmt seine Geschichte nie so ernst, dass man sich über die Logik allzu viele Gedanken machen müsste. Die Handlung darf sich hemmungslos verrennen, die Charaktere dürfen sich mit bemerkenswerter Naivität in die absurdesten Situationen manövrieren, und selbst die düstersten Momente werden noch mit einer Portion geschmacklicher Grenzüberschreitung versehen. Das ist nicht intelligent im klassischen Sinne und will es vermutlich auch gar nicht sein. Die Dummheit des Films wird nicht zum Hindernis, sondern zu einem Teil seiner Identität.
Entscheidend ist, dass „Two Heads Creek“ seine verschiedenen Tonlagen erstaunlich gut zusammenhält. Der Film kann ausgesprochen albern, grotesk und überzogen sein, ohne vollständig in eine beliebige Aneinanderreihung von Splatter-Gags auseinanderzufallen. Auf einen makabren Einfall folgt der nächste absurde Moment, auf eine derbe Pointe ein Schwall Blut, und trotzdem bleibt das Ganze als eigenwillige Horror-Komödie erkennbar. Diese Balance ist nicht immer perfekt, doch sie funktioniert gut genug, um den Film über seine gelegentlichen Ausrutscher hinwegzutragen. Er weiß, wann er auf die Geschmacklosigkeit setzen muss, wann er den Zuschauer mit einer grotesken Situation überraschen kann und wann ein weiterer übertriebener Körperhorror einfach nur noch für ein breites Grinsen sorgt. Optisch lässt sich „Two Heads Creek“ ebenfalls nicht lumpen. Die zahlreichen Eingeweide, Körperteile und blutigen Eskalationen werden mit einer sichtbaren Freude am praktischen Horror präsentiert. Hier darf es spritzen, reißen, zerlegt und ausgeschlachtet werden, bis selbst der hartnäckigste Gorefan zufrieden den metaphorischen Löffel aus der Hand legt. Die Effekte sind nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern bilden einen wesentlichen Bestandteil des Unterhaltungswerts. Das Blutbad wird mit einer solchen Selbstverständlichkeit serviert, als handele es sich um ein besonders reichhaltiges Festmahl. Mal wirkt die Angelegenheit beinahe appetitlich, dann wieder so widerlich, dass man sich über die eigene Begeisterung ein wenig wundern muss. Genau aus diesem Wechsel bezieht der Film seinen besonderen Reiz. Die Inszenierung lebt von einem bewusst überdrehten Umgang mit Horror. „Two Heads Creek“ möchte nicht in erster Linie Angst erzeugen, sondern den Zuschauer mit grotesken Bildern, absurder Situationskomik und einer möglichst schamlosen Ansammlung von Geschmacklosigkeiten unterhalten. Das funktioniert vor allem deshalb, weil der Film seine eigene Verrücktheit nicht versteckt. Er versucht nicht, seine Albernheiten als tiefgründige Gesellschaftssatire zu tarnen, und gibt auch nicht vor, ein ernsthaftes Drama mit gelegentlichen humoristischen Einlagen zu sein. Hier wird der Wahnsinn offen zur Schau gestellt, und wer sich darauf einlässt, bekommt eine bemerkenswert hemmungslose Mischung aus schwarzem Humor und blutigem Körperkino geboten.
Natürlich ist nicht jeder Einfall ein Volltreffer. Manche Sprüche sind zu platt, manche Szenen zu derb, und gelegentlich scheint der Film selbst nicht ganz zu wissen, ob er nun noch eine Pointe vorbereitet oder bereits den nächsten grotesken Höhepunkt zündet. Doch ausgerechnet diese Unausgewogenheit passt erstaunlich gut zum Gesamtbild. „Two Heads Creek“ ist kein fein geschliffenes Genrejuwel, das jede Nuance mit chirurgischer Präzision ausarbeitet. Er ist eher ein schmutziges, schrilles und ausgesprochen lebensfrohes Monster, das sich durch seine eigene Geschmacklosigkeit wühlt und dabei sichtlich Spaß hat. Die gelegentlichen Fehltritte wirken deshalb weniger wie ernsthafte Schwächen als wie Bestandteile eines Films, der ohnehin jede Form von Zurückhaltung abgelegt hat. Für Gorefans dürfte dieses Spektakel ohnehin eine ausgesprochen köstliche Angelegenheit sein. Die Menge an Blut, Körperteilen und grotesken Details wird mit einer solchen Freude zelebriert, dass man beinahe von einer kulinarischen Inszenierung des Grauens sprechen könnte. Der Film serviert seine Splattermomente nicht heimlich oder vorsichtig, sondern stellt sie mitten auf den Tisch und wartet förmlich darauf, dass der Zuschauer zugreift. Wer sich an handgemachten Effekten, übertriebener Gewalt und geschmacklosen Einfällen erfreuen kann, wird hier reichlich bedient. „Two Heads Creek“ versteht, dass Gore nicht nur schockieren, sondern auch unterhalten darf – vorausgesetzt, man besitzt den passenden schwarzen Humor und einen ausreichend robusten Magen. Am Ende bleibt der Eindruck eines Films, der wahrscheinlich zu den schrägsten Genre-Erlebnissen seines Erscheinungsjahres gehört. Wie dümmlich manche Situationen auch geraten mögen, es spielt kaum eine Rolle, weil „Two Heads Creek“ seine Albernheit mit genügend Energie, Kreativität und blutigem Einfallsreichtum ausgleicht. Die Mischung hält die Balance zwischen appetitlich und abstoßend, zwischen lächerlich und grotesk, zwischen Horror und hemmungslosem Blödsinn erstaunlich gut. Nicht jeder Witz trifft ins Schwarze, und der Film ist zweifellos oft zu derb, doch genau diese Grenzenlosigkeit macht ihn zu einem so eigenwilligen Vergnügen. „Two Heads Creek“ ist kein Film für Zuschauer, die im Horror auf Zurückhaltung, feinsinnige Dialoge oder geschmackvolle Andeutungen hoffen. Wer allerdings Freude an absurdem Trash, makabrem Humor und möglichst fantasievoll angerichtetem Splatter hat, dürfte an diesem australischen Blutbad seine helle Freude haben. Der Film ist dumm, schrill, grotesk und gelegentlich geschmacklos – aber er weiß seine Schwächen so unterhaltsam einzusetzen, dass man sie ihm kaum übelnehmen kann. Ein derart schräges Gemisch aus Eingeweiden, Körperteilen und schwarzem Humor bekommt man schließlich nicht alle Tage serviert.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Die Farbwiedergabe ist wirklich hervorragend kräftig, die blutigen Splattereffekte sind dadurch eine Augenweide. Der Kontrast zeigt sich dabei ausgezeichnet hell, der Schwarzwert ausreichend satt. Die Schärfe präsentiert sich klar und detailreich.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Passend gute Synchronisation. Der Ton der High Definition Blu-ray Disc punktet mit sehr guter Dynamik, dabei sind die Dialoge immer klar verständlich. Die Matchgeräusche aus dem Fleischwolf erzeugt klanglich ein hohes Maß an Ekelmomente. Ein Fest!
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Das kleine Featurette geht nur knapp 2 Minuten aber ist cool und genau darum auch enttäuschend, weil man mehr will.
Abspann: Nein! Nach dem Abspann kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4260080329200
VÖ-Kauf: 27. August 2021
www.buschmediagroup.com