


In der Gegend von Arles und Auvers-sur-Oise, wohin sich Vincent van Gogh (Willem Dafoe) zurückgezogen hat, um dem Druck des Lebens in Paris zu entkommen, wird er von den einen freundlich und von den anderen brutal behandelt. Die Inhaberin des örtlichen Restaurants hat Mitleid mit ihm und schenkt ihm ein Notizbuch für seine Zeichnungen. Andere haben Angst vor seinen dunklen und unberechenbaren Stimmungsschwankungen. Auch sein enger Freund und Künstler Paul Gauguin findet ihn zu erdrückend und verlässt ihn. Allein sein Bruder und Kunsthändler Theo unterstützt ihn unerschütterlich, auch wenn es ihm nicht gelingt, auch nur eines von Vincents Werken zu verkaufen.
Originaltitel: At Eternity’s Gate
Regie: Julian Schnabel.
Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Julian Schnabel.
Darsteller: Willem Dafoe (Spider-Man), Rupert Friend (Hitman: Agent 47), Oscar Isaac (Star Wars), Mads Mikkelsen (Die Jagd), Mathieu Amalric (München), Emmanuelle Seigner (Frantic), Niels Arestrup, Anne Consigny, Amira Casar, Vincent Perez.
Genre: Biografie / Drama
Land: Ireland / Schweiz / UK / Frankreich / USA
FSK: 6 Jahre.
Laufzeit: 113 Minuten.
Bildformat: 2.40:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: 2 Featurettes, Musée D’Orsay as seen by Julian Schnabel.
Vertrieb: DCM / Universum Film GmbH
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Schon die Besetzung von Vincent van Gogh sorgt bei diesem Film für eine Diskussion, an der man kaum vorbeikommt. Wer sich vorab ein wenig mit „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ beschäftigt oder bereits Kommentare zum Film gelesen hat, wird unweigerlich auf die auffällige Tatsache stoßen, dass der 37-jährig verstorbene Künstler von Willem Dafoe verkörpert wird, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits 64 Jahre alt war. Eine solche Abweichung lässt sich nicht einfach ausblenden, denn sie prägt die Wahrnehmung der Hauptfigur von der ersten Minute an. Hinzu kommt, dass Dafoe auch optisch nicht unbedingt die Vorstellung vermittelt, die man von Van Gogh haben könnte. Seine schauspielerische Leistung steht dabei auf einem anderen Blatt: Er nimmt die Figur ernst und versucht, ihre innere Zerrissenheit greifbar zu machen. Trotzdem bleibt die Diskrepanz zwischen Schauspieler und dargestelltem Alter so präsent, dass sie immer wieder aus der eigentlichen Geschichte herausführt. Noch stärker polarisiert die ungewöhnliche Kameraführung. Teile der Inszenierung erinnern an einen Found-Footage-Stil, allerdings nicht in dem klassischen Sinne eines Horrorfilms, sondern als bewusst eingesetztes Mittel, um Van Goghs Wahrnehmung und seine unmittelbare Umgebung beinahe körperlich erfahrbar zu machen. Die Kamera rückt den Figuren extrem nahe, bewegt sich unruhig und erzeugt dadurch eine eigenwillige, teilweise geradezu verstörende Nähe. Statt dem Zuschauer eine sichere Distanz zum Geschehen zu geben, zieht sie ihn mitten hinein. Das kann als konsequente künstlerische Entscheidung verstanden werden, wirkt aber ebenso aufdringlich und lässt stellenweise sowohl Geschichte als auch Drehbuch hinter sich. Die Inszenierung möchte nicht einfach erzählen, sondern einen Zustand vermitteln. Genau diese Entscheidung macht den Film zu einem ungewöhnlichen Kunstwerk, kann den Zugang aber auch erheblich erschweren. Das Drehbuch besitzt durchaus seine Stärken, vor allem in den Dialogen. Viele Gespräche sind ausgezeichnet geschrieben und vermitteln den Figuren eine sprachliche Tiefe, die gut zur Auseinandersetzung mit Kunst, Wahrnehmung und Van Goghs persönlicher Welt passt. Trotzdem ziehen sich die Dialoge häufig unnötig in die Länge. Gedanken werden nicht immer dort beendet, wo ihre Wirkung bereits erreicht ist, sondern weitergeführt und ausformuliert, bis die zuvor entstandene Intensität wieder etwas verloren geht. In Verbindung mit der extrem nahen und unruhigen Kamera entsteht dadurch ein Film, der den Zuschauer nicht nur beobachten, sondern regelrecht in seine eigene künstlerische Wahrnehmung hineinziehen möchte. Das ist ambitioniert, aber nicht immer angenehm. Die ungewöhnliche Inszenierung besitzt zweifellos eine eigene Handschrift und macht den Film dadurch interessanter, als es eine konventionelle Künstlerbiografie vermutlich geschafft hätte. Gleichzeitig verlangt sie dem Publikum einiges ab. Wer eine klassische Biografie über Van Gogh erwartet, dürfte sich schnell über die Art der Erzählung wundern. Hier geht es weniger darum, das Leben des Malers nüchtern nachzuerzählen, als eine subjektive und teilweise verstörende Annäherung an einen Künstler zu schaffen. Die Kamera wird dabei beinahe selbst zu einem Ausdrucksmittel, das nicht nur zeigt, sondern interpretiert. Genau darin liegt die Faszination, aber auch die größte Schwäche dieser Arbeit. So bleibt ein Film, der sich einer einfachen Bewertung entzieht. Die schauspielerische Besetzung kann aufgrund des erheblichen Altersunterschieds irritieren, die Kamera ist stellenweise so nah und aufdringlich, dass sie den eigentlichen Film beinahe verdrängt, und die starken Dialoge hätten an einigen Stellen durchaus etwas mehr Zurückhaltung vertragen. Auf der anderen Seite besitzt die Inszenierung einen Mut und eine künstlerische Eigenständigkeit, die man nicht einfach beiseiteschieben kann. Diese Annäherung an Van Gogh möchte kein bequemes Biopic sein und wird dadurch zu einem Werk, das ebenso stark über seine Form wie über seine Geschichte funktioniert. Ob diese Form als faszinierend, verstörend oder schlicht anstrengend empfunden wird, dürfte sehr stark vom persönlichen Zugang des Zuschauers abhängen. Dieses Kunstwerk ist wahrlich Geschmackssache.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Bildtechnisch gibt es kaum etwas zu bemängeln. Der Film besitzt zwar seine ganz eigenen Stilmittel, doch bei der Bildabmischung wurde darauf geachtet das die ganze Stile in einander gut fließen. Die Schärfe ist klar, der Kontrast zeigt sich stimmig, der Schwarzwert kommt gut. Lediglich leichte Körnungen sind gegeben.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Hauptsächlich stehen hier die Dialoge im Vordergrund, auch wenn diese doch recht melancholisch leise sind. Dennoch präsentiert sich dieser insgesamt sehr eindringlich und durchgehend sauber.
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Kurzweiliges Bonusmaterial ohne malerische Einblicke.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4061229111515
VÖ-Kauf: 04. Oktober 2019.