


Die junge College-Absolventin Jane (Julia Garner aus „Ozark“) will es zur Filmproduzentin schaffen und bekommt gleich einen Traumjob: als Junior-Assistentin eines mächtigen Unterhaltungsmoguls. Ihre Tage sind die eines typischen Assistenten: Kaffee kochen, Papier im Kopierer wechseln, Mittagessen bestellen, Reisen organisieren, Anrufe entgegennehmen und neue Mitarbeiter begrüssen. Doch je länger Jane ihrer täglichen Routine folgt, desto mehr wird ihr der Missbrauch in ihrer Branche bewusst. Als sie sich entscheidet dagegen anzukämpfen, erkennt sie, wie tief diese Behandlung im System verankert ist.
Originaltitel: The Assistant
Regie: Kitty Green.
Drehbuch: Kitty Green.
Darsteller: Julia Garner, Owen Holland, Jon Orsini, Rory Kulz, Migs Govea, Noah Robbins, Dagmara Dominczyk, Alexander Chaplin, Bregje Heinen, Devon Caraway, Clara Wong.
Genre: Drama
Land: USA
FSK: 12 Jahre.
Laufzeit: 88 Minuten.
Bildformat: 2.39:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, DTS-HD MA 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailer (deutsch/englisch).
Vertrieb: Ascot-Elite Entertainment
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Filmbewertung: 3 von 5 Filmklappen.
Ein leises Büro. Tastaturen klappern. Telefone klingeln. Menschen laufen durch die Flure, als wäre alles völlig normal. Genau aus dieser scheinbaren Normalität entwickelt The Assistant seine Wirkung. Statt lauter Skandale oder dramatischer Enthüllungen setzt Regisseurin Kitty Green auf stille Beobachtungen. Gerade deshalb überrascht es, wie häufig der Film als klassischer #MeToo-Thriller bezeichnet wird. Diese Einordnung greift aus unserer Sicht deutlich zu kurz. Vielmehr erzählt The Assistant von einem Arbeitsalltag, der geprägt ist von Kälte, Hierarchien und einer Atmosphäre, in der Menschlichkeit immer weiter in den Hintergrund rückt. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie belastend ein Bürojob werden kann, wenn Angst zum täglichen Begleiter wird. Nicht Angst vor einem Verbrechen, sondern vor Konsequenzen. Wer Fragen stellt, Missstände anspricht oder bestehende Strukturen infrage stellt, muss damit rechnen, selbst zum Problem erklärt zu werden. Die unterschwellige Drohung einer Kündigung genügt oftmals bereits, damit Menschen ihre Kritik zurücknehmen und sich entschuldigen – nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Gerade darin liegt die eigentliche Stärke des Films. The Assistant wirkt nie künstlich dramatisiert oder sensationshungrig. Vieles erscheint erschreckend alltäglich und genau deshalb so glaubwürdig. Man hat immer wieder das Gefühl, Szenen aus dem echten Leben zu beobachten, ohne dass der Film seine Botschaft mit erhobenem Zeigefinger vermitteln möchte. Dennoch stellt sich zwangsläufig eine Frage. Warum wird diese Geschichte fast ausschließlich aus weiblicher Perspektive erzählt? Selbstverständlich funktioniert dieser Blickwinkel und besitzt seine Berechtigung. Gleichzeitig bleiben männliche Figuren weitgehend Randerscheinungen. Gerade weil sowohl von vielen Kritikern als auch von der Regisseurin häufig der #MeToo-Aspekt hervorgehoben wird, hätte man sich gewünscht, den Blick etwas weiter zu öffnen. Denn Machtmissbrauch, Demütigung und psychischer Druck kennen letztlich kein Geschlecht. Auch Männer können Opfer solcher Strukturen werden. In diesem Zusammenhang wäre es durchaus interessant gewesen, auch #HeToo eine Stimme zu geben und damit die Thematik noch umfassender zu beleuchten.
Gerade diese Überlegung schmälert jedoch nicht die Qualität des Films. Im Gegenteil. The Assistant überzeugt gerade deshalb, weil er seine Geschichte niemals unnötig zuspitzt. Er verzichtet auf große Effekte und dramatische Überhöhungen. Stattdessen entwickelt sich ein beklemmendes Drama über Abhängigkeiten, Machtverhältnisse und den schleichenden Verlust von Würde im Berufsalltag. Genau diese Zurückhaltung macht den Film glaubwürdig und verleiht ihm eine unangenehme Authentizität. Vielleicht besteht die größte Stärke von The Assistant sogar darin, dass jeder Zuschauer etwas anderes darin erkennen kann. Für die einen ist es ein Film über Machtmissbrauch, für die anderen ein bedrückendes Porträt einer unmenschlichen Arbeitswelt. Aus unserer Sicht funktioniert das Drama vor allem deshalb so gut, weil es eben nicht ausschließlich für Frauen oder Männer erzählt wird, sondern weil die geschilderten Mechanismen grundsätzlich jeden treffen können. Gerade dadurch wirkt der Film ehrlich, nachdenklich und erschreckend nah an der Realität.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Das hauptsächlich ruhige Bild wird nicht sonderlich gefordert und kommt daher auch durchgehend hervorragend ruhig und ohne Detailprobleme daher. Eine klare Schärfe, leicht kühle Farben, ein heller Kontrast und der nicht immer perfekte Schwarzwert zeigen sich insgesamt sehr stimmig.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Die Büroatmosphäre erklingt schon bedrückend mit einer leicht verstörenden Note. Der sehr saubere Sound legt hervorragend wert auf feine Klangdetails und präsentiert die Dialoge zwar schüchternd zurückhaltend und doch ausreichend dynamisch und klar verständlich.
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Hier geben die Büroakten nicht mehr als den Trailer zum Film her.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Nein! Nicht vorhanden.
EAN: 7613059328648
VÖ-Kauf: 13. November 2020.