


Tom und Gemma (Jesse Eisenberg und Imogen Poots) sind auf der Suche nach dem perfekten Zuhause. Als der seltsame Immobilienmakler Martin dem Paar in Yonder, einer bizarren Vorstadtsiedlung mit lauter identischen Häusern und Straßen, das Haus Nummer 9 zeigt, wollen die beiden so schnell wie möglich diese unwirkliche Gegend wieder verlassen. Doch jede Straße, die sie in der labyrinthartigen Wohnsiedlung nehmen, führt sie genau wieder zu diesem Haus zurück. Bald merken sie, dass die Suche nach dem Traumhaus sie in einen schrecklichen Alptraum gestürzt hat, aus dem es wohl so schnell kein Erwachen gibt…
Originaltitel: Vivarium
Regie: Lorcan Finnegan.
Drehbuch: Lorcan Finnegan.
Darsteller: Jesse Eisenberg (Zombieland), Imogen Poots (Black Christmas), Jonathan Aris, Olga Wehrly, Danielle Ryan, Molly McCann, Eanna Hardwicke.
Genre: Horror / Mystery / Sci-FI
Land: Irland / USA / Belgien / Dänemark
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 100 Minuten.
Bildformat: 1.78:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: DTS-HD 5.1, DTS-HD 5.1
Untertitel: deutsch für Hörgeschädigte.
Extras: Behind the Scenes, Trailer, Trailershow
Vertrieb: LEONINE / Concorde Video
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Ein Neubaugebiet, identische Häuser, perfekte Straßen und kein Weg hinaus – schon diese Vorstellung besitzt etwas Unheimliches. „Vivarium“ treibt diese Idee jedoch so weit ins Surreale und Groteske, dass sich die vermeintliche Idylle nach und nach in einen regelrechten Alptraum verwandelt. Der Film wirft unzählige Fragen auf, liefert darauf aber so gut wie keine Antworten. Genau diese konsequente Verweigerung einer eindeutigen Erklärung macht das Geschehen gleichzeitig faszinierend und verstörend. Immer wenn man glaubt, schräger könne es nun wirklich nicht mehr werden, legt Lorcan Finnegan noch eine weitere irritierende Idee nach und überrollt den Zuschauer mit Bildern, bei denen man sich irgendwann fragt, ob man das gerade tatsächlich gesehen hat. Die Geschichte entwickelt eine Atmosphäre, die sich nur schwer abschütteln lässt. Was zunächst wie eine merkwürdige Situation wirkt, wird zunehmend grotesker und bedrückender, bis selbst die vertraute Vorstellung eines eigenen Zuhauses etwas Bedrohliches bekommen kann. Der Verlauf ist düster und der erschreckende Ausgang dürfte für manche Zuschauer eine ziemliche Herausforderung darstellen. Der Film spielt nicht nur mit der Angst vor dem Unbekannten, sondern mit etwas viel Alltäglicherem: dem eigenen Wohnumfeld. Straßen, Häuser und Nachbarschaften, die normalerweise Sicherheit und Vertrautheit vermitteln, erscheinen plötzlich wie Teile eines riesigen Gefängnisses. Nach diesem Film kann sich die Sicht auf eine scheinbar gewöhnliche Wohngegend durchaus verändern. Genau deshalb sollte man sich nicht zu stark in diesen Film fallen lassen. „Vivarium“ besitzt eine besondere Fähigkeit, sich im Kopf festzusetzen und seine verstörende Atmosphäre über die eigentliche Laufzeit hinaus mitzunehmen. Wenn plötzlich jedes gleich aussehende Haus etwas verdächtig wirkt und eine ganz gewöhnliche Straße wie eine Kulisse für einen Alptraum erscheint, sollte man sich daran erinnern: Es ist nur ein Film. Diese kleine gedankliche Distanz ist bei diesem Werk durchaus hilfreich. Denn der eigentliche Horror entsteht nicht allein aus dem, was auf der Leinwand passiert, sondern aus der Vorstellung, dass die gezeigte Welt irgendwie näher an der eigenen Realität liegen könnte, als einem lieb ist. Die große Stärke liegt auch im fantasiereichen Look. Die Bilder sind künstlich, steril und zugleich grotesk und schaffen eine Welt, die sich bewusst falsch anfühlt. Alles wirkt zu ordentlich, zu gleichförmig und zu perfekt, wodurch die Oberfläche der vermeintlichen Idylle immer bedrohlicher wird. Diese visuelle Konsequenz unterstützt die Geschichte hervorragend. Hinzu kommt eine überzeugende Besetzung, die das absurde Geschehen mit einer Ernsthaftigkeit trägt, ohne den surrealen Charakter zu zerstören. Die Figuren wirken nicht wie Menschen in einem gewöhnlichen Horrorfilm, sondern wie Personen, die langsam begreifen müssen, dass die Regeln ihrer Welt nicht mehr funktionieren. Spannend ist vor allem die Tatsache, dass „Vivarium“ sein Rätsel nicht auflösen möchte. Viele Filme stellen Fragen, um sie später zu beantworten. Hier werden Fragen gestellt, weitere Fragen hinzugefügt und irgendwann steht man vor einem großen offenen Rätsel. Wer auf eine eindeutige Erklärung wartet, könnte deshalb ziemlich unbefriedigt zurückbleiben. Für die Wirkung des Films ist diese Offenheit jedoch entscheidend. Die verschiedenen Interpretationen können immer unterschiedlich ausfallen, aber wohl kaum jemals vollkommen gleich sein. Jeder Zuschauer kann in den Bildern und Abläufen etwas anderes erkennen, und genau diese persönliche Deutung gehört zu dem eigentlichen Erlebnis. Eine mögliche Lesart macht den Film sogar ausgesprochen traurig. Für uns ist „Vivarium“ eine Symbolik dafür, wie das Leben bei den meisten Menschen verläuft: eintönig, unterbewusst vorgeschrieben und dadurch immer gleich. Das identische Haus, die immer gleichen Straßen und die scheinbar vorgegebene Existenz lassen sich als überspitztes Bild eines Lebens verstehen, in dem Menschen bestimmte Wege einschlagen, weil sie von ihnen erwartet werden, ohne ständig zu hinterfragen, warum sie eigentlich genau diesen Weg gehen. Arbeit, Wohnen, Alltag, Wiederholung – alles funktioniert, alles hat seinen Platz und gerade deshalb kann es irgendwann erschreckend leer wirken. Der Horror bekommt dadurch eine zweite Ebene, die weit über Monster oder groteske Bilder hinausgeht. Diese Symbolik macht das Geschehen auf eine eigenartige Weise melancholisch. Hinter dem grotesken Horror steckt nicht nur die Angst vor einer fremden Welt, sondern auch die Vorstellung, dass eine scheinbar normale Existenz selbst zu einem Gefängnis werden kann. Das macht „Vivarium“ ungewöhnlich, weil der Film seine verstörenden Bilder nicht ausschließlich als Schockmittel verwendet. Die Bilder bleiben im Kopf und lassen sich auf unterschiedliche Weise interpretieren, während die Geschichte bewusst jede eindeutige Lösung verweigert. Genau darin liegt der Reiz dieses offenen Rätsels. Als surrealer Horror-Thriller funktioniert der Film deshalb ausgesprochen gut. Er ist grotesk, verstörend, fantasievoll und auf seine ganz eigene Weise spannend. Nicht jede Frage muss beantwortet werden, damit ein Film seine Wirkung entfalten kann. Hier entsteht die Spannung gerade aus der Unsicherheit und aus dem Gefühl, niemals vollständig zu verstehen, welchen Regeln diese Welt folgt. Die gute Besetzung und der eigenwillige Look verstärken diesen Eindruck zusätzlich. Am Ende bleibt buchstäblich ein spannender Alptraum zurück, der mehr Fragen als Antworten hinterlässt und gerade dadurch noch lange im Kopf weiterarbeitet. Und wenn nach dem Abspann plötzlich das eigene Wohnviertel ein wenig anders aussieht, sollte man sich einfach noch einmal daran erinnern: Es ist nur ein Film.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Ab und an ist die Auflösung und auch die Schärfe nicht immer optimal. Was aber auf den Filmstil zurück zuführen ist. Ansonsten macht das Bild aber einen hervorragenden Eindruck, besonders bei der Farbwiedergabe und Kontrast. Der Schwarzwert hingegen ist nur solide.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Hier stechen die Dialoge besonders hervor, auch wenn diese größtenteils eher unwichtig sind. Von der Atmosphäre her ist man gefesselt, diese präsentiert sich immer bei den richtigen Momenten hervorragend dynamisch. Insgesamt ein sauberer Klang der ebenfalls sehr viel Verstörendes mit sich bringt.
Bonusbewertung: 1 von 5 Sternen.
Das zusätzliche Bonusmaterial ist mit 7 Minuten allerdings sehr kurz ausgefallen.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: 4010324043764
VÖ-Kauf: 12. Juni 2020.