


Um seine Ernennung gebührend zu feiern, bereitet sich der neue Papst auf eine Tour durch Lateinamerika vor. Leider stellt sich jedoch heraus, dass der Vatikan kein Reisebudget in petto hat. Eine reiche Mexikanerin bietet ihre Unterstützung an: Im Gegenzug für die Finanzierung des päpstlichen Trips soll der Papst an einem Event teilnehmen – ausgerechnet in Mexikos Hochburg der Kriminalität.
Originaltitel: Papamobile
Die Meinungen über „Papamobil – Ein Papst on Tour“ dürften mit größerem Abstand auseinandergehen als bei vielen anderen Komödien. Nur welcher Abstand am Ende der größere sein wird, lässt sich kaum vorhersagen. Positiv oder negativ – das wird sich erst noch zeigen. Denn eines dürfte der Film ziemlich sicher schaffen: Er wird sein Publikum nicht einfach nur unterhalten, sondern vermutlich auch ziemlich ratlos zurücklassen. Humor ist hier jedenfalls eine äußerst schwierige Angelegenheit. Genau genommen ist „Papamobil – Ein Papst on Tour“ überhaupt nicht lustig. Es kommen keine Lacher auf, nicht einmal besonders viele Momente, bei denen man wenigstens schmunzeln könnte. Die Gags sind flach, die Situationen bleiben ohne komödiantisches Timing und auch die Inszenierung schafft es nicht, aus der absurden Ausgangslage irgendeinen Schwung zu entwickeln. Eine Komödie, bei der die Komik offenbar irgendwann selbst das Papamobil verlassen hat.
Und vielleicht ist genau das, was zu einer absurden Genialität führt. Mehr oder weniger. Denn irgendwann wird die völlige Humorlosigkeit beinahe selbst zum Gimmick. Der Film ist so flach, dass man sich unweigerlich fragt, ob diese Konsequenz vielleicht tatsächlich beabsichtigt ist. Eine wirklich überzeugende Antwort darauf liefert das Werk allerdings nicht. Es bleibt dieses merkwürdige Gefühl, dass man eigentlich gerade eine misslungene Komödie sieht und trotzdem wissen möchte, wie weit diese ungewöhnliche Mischung aus Ernsthaftigkeit, Albernheit und völliger Pointenlosigkeit noch gehen wird. Kad Merad ist dabei der wohl größte Sympathieträger des Films. Der aus „Willkommen bei den Sch’tis“ bekannte Schauspieler besitzt eine natürliche Präsenz, die erstaunlicherweise auch dann funktioniert, wenn das Drehbuch ihm kaum etwas entgegenzusetzen hat. Seine Figur macht den Film zugänglicher, als es die Handlung eigentlich verdient. Der französische Comedy-Trash bekommt durch ihn zumindest eine menschliche Seite, die nicht völlig im luftleeren Raum hängt.
Die Geschichte selbst bleibt allerdings genauso flach wie ihr Humor. Die Ausgangslage hätte genügend Möglichkeiten für absurdes Chaos, schräge Begegnungen und bissige Einfälle geboten. Stattdessen fehlt es an Dynamik, Tempo und vor allem an jenem komödiantischen Funken, der eine solche Geschichte überhaupt erst tragen müsste. Die Inszenierung ist handwerklich solide, aber auch das rettet die Sache nicht. Alles funktioniert irgendwie, nur das Entscheidende funktioniert nicht: der Humor. „Papamobil – Ein Papst on Tour“ bleibt damit ein ziemlich eigenwilliges Stück Comedy-Trash. Nicht weil die Witze schlecht funktionieren, sondern weil eigentlich gar keine echte Komik entsteht. Und genau diese Konsequenz macht den Film auf eine seltsame Weise interessant. Eine Komödie ohne Lacher, eine absurde Geschichte ohne wirkliche Dynamik und Kad Merad als sympathischer Ruhepol inmitten dieser ziemlich flachen Angelegenheit. Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich – und bei diesem Film darf man das vermutlich sogar geistlich verstehen. 3 von 5 Clapperboards, weil es so herrlich absurd unlustig ist!
Visuell macht Papamobil – Ein Papst on Tour durchaus eine kleine Weltreise. Je nachdem, wo sich die Handlung gerade befindet, verändert sich auch die optische Gestaltung spürbar. Mal präsentiert sich das Bild mit einer angenehm natürlichen und zurückhaltenden Farbgebung, dann wird deutlich kräftiger aufgedreht und mit grellen, fast schon knalligen Farben gearbeitet. Die beiden Stilrichtungen könnten unterschiedlicher kaum ausfallen, funktionieren im jeweiligen Umfeld aber überraschend gut. Technisch kann die Bildqualität unabhängig vom gewählten Look überzeugen. Die Farben werden sauber und präzise wiedergegeben, während der Kontrast für eine ordentliche Bildtiefe sorgt. Auch die Detailzeichnung hinterlässt einen guten Eindruck. Feinere Strukturen bleiben sichtbar und die Schärfe präsentiert sich angenehm klar, ohne künstlich überzeichnet zu wirken. Die DVD beziehungsweise Veröffentlichung liefert damit eine abwechslungsreiche und zugleich technisch ordentliche Bildpräsentation. Der wechselnde Look gehört zur Inszenierung und sorgt sogar dafür, dass die unterschiedlichen Schauplätze ihren eigenen visuellen Charakter bekommen.
Akustisch fährt Papamobil – Ein Papst on Tour dagegen deutlich ruhiger durch die Gegend. Die Dialoge sind verständlich, wurden allerdings etwas leise abgemischt. Wer den Film über eine eher zurückhaltende Lautstärkeeinstellung schaut, dürfte deshalb gelegentlich zum Lautstärkeregler greifen. Auch dynamisch hält sich die Tonspur stark zurück. Große akustische Ausbrüche bleiben aus und wirklich viel Schwung kommt aus den Lautsprechern nicht. Das passt fast schon unfreiwillig zum Humor, der ebenfalls nicht gerade mit einem Presslufthammer daherkommt. Klanglich gibt es dafür wenig zu beanstanden. Die Abmischung bleibt sauber und ordentlich abgestimmt. Stimmen und übrige Tonelemente fügen sich stimmig zusammen, auch wenn der ganz große akustische Aha-Moment ausbleibt.
Wer auf göttliche Bonusgaben zum Film gehofft hat, muss leider feststellen: Der Himmel bleibt geschlossen.