

Die Tage von RoboCop (Peter Weller) im Polizeidienst scheinen gezählt: Nach einem fatalen Kampf gegen den mächtigen Drogenkönig Cain (Tom Noonan), dessen Privatarmee in den Straßen von Detroit für Angst und Schrecken sorgt, wird er von OCP umprogrammiert und aus dem Verkehr gezogen. Nun soll das optimierte Modell RoboCop 2 seine Nachfolge als Wunderwaffe gegen das Verbrechen antreten – solange es OCPs eigenen Interessen dient. Aber noch gibt RoboCop sich nicht geschlagen. Mit der Hilfe seiner loyalen Kollegin Anne Lewis (Nancy Allen) stellt er sich seinem schier unbezwingbaren Widersacher entgegen…
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Metall, Stop-Motion und handgemachte Effekte haben auch Jahrzehnte später noch ihren ganz eigenen Charme. „RoboCop 2“ ist gerade dann stark, wenn seine mechanische Welt sichtbar aus Modellen, Puppen und aufwendig animierten Einzelbildern besteht. Die Stop-Motion-Arbeiten von Phil Tippett besitzen eine Wucht, die viele heutige digitale Effekte trotz aller technischen Möglichkeiten nicht automatisch erreichen. Hinzu kommen harte Actionsequenzen, die dem Film jene körperliche Direktheit verleihen, für die das Kino dieser Zeit noch ein ganz anderes Gefühl hatte. Auch der gesellschaftliche und wirtschaftliche Zynismus wird erneut kräftig aufgedreht. Der Konzern OCP und die Droge „Nuke“ stehen für eine Welt, in der wirtschaftliche Interessen, Gewalt und gesellschaftlicher Verfall längst miteinander verschmolzen sind. „RoboCop 2“ treibt diese satirische Seite stellenweise sogar so weit, dass der Film seinen eigenen Zynismus beinahe mit dem Vorschlaghammer präsentiert. Die Idee dahinter funktioniert, wirkt aber nicht immer so clever und präzise wie noch im Vorgänger.
Ausgerechnet RoboCop selbst wird zum Problem. Charakterlich wirkt er deutlich anders als in „RoboCop“, weil seine Programmierung und die damit verbundenen Einschränkungen ihn über weite Strecken geradezu ausbremsen. Wenn RoboCop blockiert, umprogrammiert oder in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt wird, verliert der Film einen Teil jener Härte und Spannung, die seine Figur eigentlich ausmacht. Der Zuschauer wartet auf den metallischen Gesetzeshüter, bekommt aber immer wieder eine Maschine präsentiert, die erst einmal selbst herausfinden muss, wie sie überhaupt funktionieren darf. Unterhaltsamer wird es durch die neuen Bedrohungen und Gegenspieler. Sie sorgen für einige spannende Momente und geben dem Film genügend Konfliktstoff, wobei die Inszenierung gelegentlich zu stark auf Komik setzt. Gerade die Figur des jugendlichen Kriminellen Hob wirkt teilweise so plakativ und clownesk, dass sie den wesentlich härteren und geerdeteren Ton des ersten Teils verwässert. Aus gesellschaftlicher Satire wird stellenweise fast schon überdrehter Comic-Unsinn. Auch die Handlung selbst ist deutlich lauter geworden. Während „RoboCop“ seine Ideen noch vergleichsweise konzentriert und bissig miteinander verband, wirkt die Fortsetzung häufig überladen. Zu viele Figuren, Nebenhandlungen und Einfälle konkurrieren miteinander, wodurch die Struktur weniger clever erscheint. Der Film möchte größer, härter, witziger und spektakulärer sein und verliert gerade dadurch etwas von der Präzision seines Vorgängers.
Visuell darf sich „RoboCop 2“ allerdings einiges erlauben. Vor allem der finale Kampf ist ein echtes Highlight. Die Stop-Motion-Effekte des Roboter-Gegenspielers besitzen eine beeindruckende physische Präsenz und erinnern an eine Zeit, in der solche Kreaturen noch tatsächlich gebaut, bewegt und Bild für Bild zum Leben erweckt wurden. Diese handgemachte Qualität verleiht dem Finale eine ganz eigene Energie. „RoboCop 2“ erreicht damit nicht die clever konzentrierte Wirkung des ersten Teils, besitzt aber genügend eigene Qualitäten, um als Action-Satire zu funktionieren. Die handgemachten Effekte, Phil Tippetts Stop-Motion-Arbeiten und die harten Actionmomente sind bis heute erstaunlich cool. Inhaltlich ist die Fortsetzung lauter, überladener und stellenweise deutlich komischer geraten, während RoboCop selbst durch seine Programmierung eher ausgebremst wird. Sobald jedoch die Maschinen aufeinanderprallen, zeigt der Film wieder ziemlich eindrucksvoll, warum diese mechanische Welt auch heute noch ihren Reiz besitzt.
Das überarbeitete Bild von Robocop 2 macht aus dem dystopischen Detroit eine erfreulich präzise Angelegenheit. Die Blu-ray holt aus dem Ausgangsmaterial einen guten Detailgrad heraus und präsentiert sowohl feinere Strukturen als auch Gesichter und Kulissen mit überzeugender Klarheit. Die Schärfe bleibt dabei angenehm präzise, ohne den Film künstlich glatt oder überschärft wirken zu lassen. Auch die optische Abstimmung passt hervorragend zum rauen Look der Produktion. Der Kontrast verleiht den Aufnahmen ordentlich Tiefe, während die Farbwiedergabe den markanten Stil des Films sehr schön unterstützt. Die dunkleren Bildbereiche profitieren zusätzlich vom kräftigen Schwarzwert, wodurch gerade die düsteren Szenen ordentlich Druck bekommen. Für einen Film dieses Alters ist das eine wirklich gelungene Restaurierung. Das Bild bewahrt den Charakter der ursprünglichen Inszenierung und verbindet ihn gleichzeitig mit einer erfreulich sauberen technischen Präsentation.
Akustisch darf die Blechbüchse ebenfalls ordentlich loslegen. Der Sound kracht mit spürbarer Energie durch die Lautsprecher und bringt vor allem während der Action ordentlich Bewegung ins Heimkino. Schüsse, Explosionen und sonstige Krawallmomente besitzen genügend Druck, um dem Film die nötige akustische Wucht zu verleihen. Die Kehrseite dieser durchaus kräftigen Abstimmung: Wenn es richtig kracht, müssen sich einzelne Dialoge gelegentlich gegen die Geräuschkulisse durchsetzen. Manche Gesprächspassagen werden dadurch kurzfristig etwas verschluckt. Während der Action fällt dieser kleine Makel allerdings kaum ins Gewicht. Abseits davon präsentiert sich die Tonspur erfreulich sauber und detailreich. Die verschiedenen Klangelemente werden ordentlich voneinander getrennt und sorgen für einen insgesamt überzeugenden Höreindruck. RoboCop darf also auch akustisch wieder kräftig aufräumen.
Bei den Extras wird zumindest etwas mehr aufgefahren. Gleich zwei Audiokommentare laden dazu ein, den Film noch einmal mit zusätzlichem Hintergrundwissen zu erleben. Dazu kommen verschiedene Teaser und Trailer, die einen kleinen Blick auf die damalige Vermarktung ermöglichen. Keine überbordende Bonusoffensive, aber immerhin mehr als nur ein einzelner Trailer. Wem das reicht, darf zufrieden sein.