


Bereits mit seinem Filmdebüt profilierte sich David Lynch als wahres Multitalent: er agierte hier nicht nur als Produzent und Regisseur, sondern steuerte außerdem das Drehbuch bei. ERASERHEAD, mit der außergewöhnlichen Schwarzweißfotografie von Kameramann Frederick Elmes, Alan Splets bewegendem Sounddesign und der Darstellung von Jack Nance, erscheint neu in 4K abgetastet.
In einer trostlosen Welt in einem unwirklich erscheinenden Industriegebiet, in dem dröhnender Maschinenlärm zum Alltag gehört, lebt der schüchterne, unbeholfene Drucker Henry Spencer. Das einzige Fenster in seiner Wohnung ist zugemauert. Nachdem der Nachwuchs von Henry und seiner Freundin Mary sich als vollkommen missgebildet herausstellt, verlässt sie ihn und lässt Henry mit dem unentwegt schreienden Wesen allein. Als die Situation außer Kontrolle gerät, greift der völlig überforderte Henry zur Schere… und die Katastrophe nimmt ihren Lauf.
Originaltitel: Eraserhead
Regie: David Lynch (Mulholland Drive).
Drehbuch: David Lynch (Inland Empire).
Darsteller: Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph, Jeanne bates, Judith Roberts, Laurel Near, Jack Fisk:
Genre: Horror
Land: USA
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 89 Minuten.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Englisch.
Tonsystem: DTS-HD MA 2.0
Untertitel: deutsch.
Extras: 6 Kurzfilme jeweils mit Einführung von David Lynch, Trailershow.
Vertrieb: Filmconfect Home Entertainment GmbH (Rough Trade)
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Filmbewertung: 5 von 5 Filmklappen.
Wie bewertet man einen Film, der sich jeder einfachen Erklärung entzieht? Einen Film, der verstört, verwirrt, fasziniert und manchmal sogar erschöpft? Genau darin liegt die besondere Stärke von Eraserhead. Auf den ersten Blick wirkt das Regiedebüt von David Lynch wie ein düsterer Albtraum ohne klare Regeln. Die Handlung scheint sich jeder logischen Struktur zu entziehen, Figuren verhalten sich seltsam und die Bilder wirken wie direkt aus einem unruhigen Unterbewusstsein entsprungen. Und doch entfaltet gerade dieses Chaos eine eigentümliche Anziehungskraft. „Eraserhead“ ist kein Film, den man einfach konsumiert. Er fordert Geduld, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, das nicht erklärt werden möchte. Viele Szenen ergeben zunächst keinen Sinn und genau dadurch beginnen sie im Kopf des Zuschauers weiterzuarbeiten.
Der eigentliche Horror entsteht dabei nicht durch Schockeffekte oder Gewalt. Er entsteht aus Gefühlen. Aus Ängsten, Unsicherheiten, Schuldgefühlen und dem Eindruck, in einer Welt gefangen zu sein, die sich jeder Kontrolle entzieht. Lynch macht sichtbar, was normalerweise verborgen bleibt: die dunklen und oft irrationalen Ströme des menschlichen Bewusstseins. Besonders beeindruckend ist die Bildsprache. Selbst Jahrzehnte nach seiner Entstehung besitzt der Film eine visuelle Kraft, die ihresgleichen sucht. Die schwarz-weißen Bilder wirken zugleich grotesk und wunderschön, abstoßend und faszinierend. Fast jede Einstellung besitzt eine albtraumhafte Intensität, die sich tief ins Gedächtnis einprägt. Natürlich wird nicht jeder Zuschauer Zugang zu diesem Werk finden. Dafür ist der Film zu eigenwillig, zu sperrig und zu kompromisslos. Wer nach klaren Antworten sucht, wird vermutlich frustriert zurückbleiben. Wer sich jedoch auf die Erfahrung einlässt, entdeckt ein Werk, das lange nach dem Abspann weiterlebt. Vielleicht ist „Eraserhead“ gerade deshalb so bedeutend. Weil er nicht versucht, verstanden zu werden, sondern empfunden werden möchte. Ein Film, der keinen Sinn ergeben muss, um etwas auszulösen. Bis heute bleibt Lynchs Erstlingswerk sein vielleicht verstörendster und zugleich reinster Film. Eine bizarre Reise durch die Schatten des Unterbewusstseins, voller makabrer Schönheit und hypnotischer Bilder. Ein polarisierender Kultfilm, der den wahren Horror dort sucht, wo er am stärksten wirkt: im eigenen Kopf.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Die Neuauflage bietet ebenfalls kein hundertprozentiges HD-Feeling. Man sollte allerdings dazu anmerken das dieser Film nicht unbedingt HD benötigt, würde diese vermutlich die Grundstimmung des Films verschlechtern. Der Schwarzwert ist trotz leichter Körungen ausgezeichnet.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Überwiegend kommt der Film fast ohne Dialoge aus, die wenigen Textzeilen wurden nicht übersetzt sondern mit deutschem Untertitel versehen. Die Klangkulisse ist hier das Highlight und wurde hervorragend abgemischt. Sehr sauber und ebenfalls mit einer verstörenden Note. Stimmig!
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Bonusbewertung: 2 von 5 Sternen.
Keine Extras zum Film. Nur 6 Kurzfilme des Regisseur als Entschädigung. Schade!
Abspann: Nein! Da kommt nichts mehr.
Zusätzliche Infos: —
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 19. Juli 2018
www.studiocanal.de