


Gewalt, Mord und brennende Kirchen kennzeichnen die norwegische Black-Metal-Szene der 1990er Jahre. Im Mittelpunkt des „Chaos“ stehen Øystein „Euronymus“ Aarseth, Gründer der legendären Band Mayhem und selbst ernannter Erfinder des „True Norwegian Black Metal“, sowie Varg Vikernes, ein Freund und Bandkollege auf der Suche nach Anerkennung in der Szene. Was als Freundschaft zwischen den beiden jungen Musikern beginnt, endet mit einer Serie von satanischen Gräueltaten und blutigen Morden…
Originaltitel: Lorrds of Chaos
Regie: Jonas Åkerlund.
Drehbuch: Jonas Åkerlund, Dennis Magnusson.
Darsteller: Rory Culkin (Scream 4), Emory Cohen (Brooklyn), Jack Kilmer (The Nice Guys), Sky Ferreira (The Green Inferno), Valter Skarsgård (Prey), Anthony De La Tore (Vida), Wilson Gonzalez (Der Nachtmahr).
Genre: Biografie / Drama / Horror / Thriller
Land: UK / Schweden / Norwegen
FSK: 18 Jahre.
Laufzeit: 108 Minuten.
Bildformat: 1.78:1 / 16:9 Widescreen (1920x1080p).
Sprachen: Deutsch, Englisch.
Tonsystem: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch.
Extras: Trailershow.
Vertrieb: OneGate Media GmbH.
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Filmbewertung: 4 von 5 Filmklappen.
Wer sich mit der Geschichte des norwegischen Black Metal beschäftigt hat, das gleichnamige Buch gelesen oder die Dokumentation Until the Light Takes Us kennt, sollte bei Lords of Chaos eine wichtige Sache beachten: Dieser Film ist keine verlässliche Geschichtsstunde. Regisseur Jonas Åkerlund, der selbst aus der skandinavischen Musikszene stammt und einst sogar kurzzeitig Schlagzeuger von Bathory war, interessiert sich deutlich mehr für eine provokante und filmisch zugespitzte Erzählung als für historische Genauigkeit. Genau das dürfte viele Kenner der tatsächlichen Ereignisse verärgern. Andere wiederum könnten gerade an dieser eigenwilligen Interpretation ihren Spaß haben.
Denn eines kann man dem Film nicht vorwerfen: Langweilig ist er keineswegs. Åkerlund erzählt die Geschichte um die berüchtigten Ereignisse der frühen norwegischen Black-Metal-Szene mit einer Mischung aus schwarzem Humor, bitterer Ironie und schockierender Härte. Dabei wirkt vieles bewusst überzeichnet. Die Figuren erscheinen oft wie Karikaturen ihrer realen Vorbilder und zahlreiche Ereignisse werden stark vereinfacht oder verändert dargestellt. Gerade deshalb sollte man den Film eher als düsteren Thriller betrachten, der von realen Personen inspiriert wurde, als als authentische Rekonstruktion historischer Ereignisse.
Besonders auffällig ist die drastische Gewaltdarstellung. Einige Szenen sind so unangenehm und schonungslos inszeniert, dass sie selbst hartgesottenen Zuschauern zusetzen können. Hier geht es nicht um stylische Filmgewalt, sondern um Momente, die bewusst schockieren und verstören sollen. Genau dadurch entwickelt der Film eine bedrückende Wirkung, die noch lange nach dem Abspann nachhallt. Gleichzeitig besteht aber auch die Gefahr, dass Zuschauer ohne Hintergrundwissen ein völlig falsches Bild der damaligen Metalszene erhalten. Viele Zusammenhänge werden vereinfacht dargestellt oder auf sensationsheischende Aspekte reduziert, wodurch ein verzerrter Eindruck entstehen kann.
Trotz aller Kritik funktioniert Lords of Chaos als Film erstaunlich gut. Die Besetzung ist stark gewählt, die Atmosphäre düster und beklemmend, und die Inszenierung besitzt eine Energie, die den Zuschauer nahezu permanent gefangen hält. Besonders Rory Culkin und Emory Cohen liefern überzeugende Leistungen ab und tragen viel dazu bei, dass die Geschichte trotz ihrer Überzeichnung glaubwürdig genug wirkt, um emotional zu funktionieren.
Vielleicht ist genau das das Faszinierende an Lords of Chaos. Als Verfilmung der tatsächlichen Ereignisse ist er höchst fragwürdig und oftmals erschreckend ungenau. Als eigenständiger Film hingegen funktioniert er überraschend gut. Er ist provokant, schräg, unangenehm, brutal und manchmal geradezu absurd. Wer historische Präzision erwartet, dürfte enttäuscht sein. Wer sich jedoch auf eine düstere, überzeichnete und kompromisslose Interpretation einlassen kann, wird womöglich positiv überrascht. Gerade deshalb spaltet der Film bis heute die Gemüter – und vermutlich war genau das auch beabsichtigt.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Schöne Details bei Schärfe und Auflösung, stimmige Farbwiedergabe und ein guter Kontrast. Lediglich der Schwarzwert schwächelt ein wenig.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Klare Dialoge und jeden Menge fette Metall-Soundklänge.
Bonusbewertung: 0 von 5 Sternen.
Leider mangelt es der Disc an zusätzlichen Einblicken und Informationen.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: —-
Wendecover: Ja! Ist vorhanden.
EAN: —
VÖ-Kauf: 05. April 2019.
www.onegate.de