


Danzig, 1927: Mit gerade einmal drei Jahren beschließt der frühreife Oskar Mazerath fortan nicht mehr zu wachsen. Das scheinheilige Leben der spießigen Erwachsenen im Mief des aufkeimenden Nationalsozialismus will er so nicht akzeptieren. Mit schriller Stimme und seiner Blechtrommel protestiert der anarchische Knirps fortan gegen den fanatischen Faschismus und seine feigen Mitläufer.
Originaltitel: Die Blechtrommel
Regie: Volker Schlöndorff (Die Stille nach dem Schuss).
Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff, Franz Seitz, Günter Grass.
Darsteller: David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Katharina Thalbach, Daniel Olbrychski, Tina Engelm Berta Drewsm Roland Teubner.
Genre: Drama / Krieg
Land: Deutschland / Frankreich / Polen / Jugoslawien
FSK: 16 Jahre.
Laufzeit: 142 Minuten.
Bildformat: 1.66:1 / 16:9 Widescreen (1080p).
Sprachen: Deutsch, Deutsch.
Tonsystem: DTS-HD MA 5.1, Hörfilmfassung für Sehbehinderte.
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte.
Extras: Director’s Cut Fassung , „Von der Idee zum Oscar“ – Volker Schlöndorff Erinnerungen an „Die Blechtrommel“, Nikos Perakis über „Die Blechtrommel“, Interview mit Eberhard Junkersdorf, Volker Schlöndorff über den Director’s Cut, Aufnahmen von der Synchronisation, Fotogalerie, Trailer, 56-seitiges Booklet.
Vertrieb: STUDIOCANAL
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Filmbewertung: 5 von 5 Filmklappen.
Es gibt Filme, die man bewundert. Und es gibt Filme, die man erlebt. Die Blechtrommel gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Auch mehr als vier Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung besitzt das Werk nichts von seiner Faszination eingebüßt und zieht sein Publikum noch immer mit derselben Intensität in seinen Bann. Dabei gehen die Meinungen über den Film bis heute weit auseinander – und genau das ist einer der Gründe, warum er zu den bedeutendsten Werken der deutschen Filmgeschichte zählt. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Günter Grass durch Volker Schlöndorff ist weit mehr als eine gewöhnliche Literaturadaption. Sie ist eine mutige, kompromisslose und oftmals provokante Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte, gesellschaftlichen Abgründen und menschlichen Widersprüchen. Der Film fordert sein Publikum heraus, manchmal verstört er sogar, doch gleichgültig lässt er kaum jemanden zurück.
Im Mittelpunkt steht die unvergessliche Figur des Oskar Matzerath, einer der außergewöhnlichsten Charaktere der Filmgeschichte. Seine Entscheidung, nicht erwachsen werden zu wollen, macht ihn zu einem stillen Beobachter einer aus den Fugen geratenen Welt. Dabei wirkt Oskar gleichzeitig faszinierend, befremdlich und oftmals zutiefst verstörend. Gerade diese Ambivalenz macht die Figur so interessant. Er ist weder klassischer Held noch eindeutiger Außenseiter, sondern eine komplexe Symbolfigur, die sich jeder einfachen Einordnung entzieht. Überhaupt lebt „Die Blechtrommel“ von seinen vielschichtigen Symboliken. Kaum eine Szene wirkt zufällig, beinahe jedes Bild scheint mehrere Bedeutungsebenen zu besitzen. Die Geschichte erzählt nicht nur Ereignisse, sondern kommentiert sie zugleich. Dadurch gewinnt der Film eine Tiefe, die auch nach mehrmaligem Sehen immer wieder neue Entdeckungen ermöglicht. Besonders beeindruckend ist, wie geschickt Schlöndorff die Balance zwischen Realismus und grotesker Überhöhung hält. Viele Situationen erscheinen auf den ersten Blick absurd, entwickeln aber gerade dadurch ihre enorme Aussagekraft. Der Film bewegt sich ständig zwischen Satire, Drama, Historienfilm und gesellschaftlicher Allegorie, ohne jemals seine eigene Identität zu verlieren.
Dabei besitzt die Inszenierung eine bemerkenswerte Kraft. Obwohl die Mittel im Vergleich zu heutigen Großproduktionen überschaubar erscheinen, entfaltet der Film eine enorme Wirkung. Viele Szenen brennen sich förmlich ins Gedächtnis ein und erzeugen Bilder, die man nicht so schnell vergisst. Die Reise durch die Jahrzehnte deutscher Geschichte wirkt dadurch gleichermaßen faszinierend wie erschütternd. Auch die schauspielerischen Leistungen tragen erheblich zur Qualität des Films bei. Die Figuren wirken glaubwürdig und lebendig, selbst dann, wenn die Geschichte bewusst ins Symbolische oder Surreale abgleitet. Dadurch bleibt die Handlung stets greifbar und verliert trotz ihrer Komplexität nie ihre emotionale Wirkung. Dass „Die Blechtrommel“ bis heute kontrovers diskutiert wird, überrascht nicht. Manche Zuschauer empfinden bestimmte Szenen als provokant oder irritierend, andere sehen gerade darin die besondere Stärke des Films. Doch unabhängig von der persönlichen Sichtweise lässt sich seine Bedeutung kaum bestreiten. Nur wenige deutsche Filme haben einen derart nachhaltigen Einfluss auf die nationale und internationale Filmgeschichte ausgeübt. „Die Blechtrommel“ ist nicht nur eine meisterhafte Romanverfilmung, sondern ein Stück deutscher Kulturgeschichte. Ein Film voller komplexer Bilder, mutiger Ideen und unbequemer Fragen. Bahnbrechend, kontrovers und faszinierend zugleich. Gerade weil er sich einfachen Antworten verweigert, bleibt er auch heute noch ein großes Gesprächsthema – und vor allem ein Meisterwerk, das seinen Platz in der Filmgeschichte mehr als verdient hat.
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Bildbewertung: 4 von 5 Fernsehern.
Es gibt Aufnahmen die zeigen sich nach wie vor unscharf auch in 4K. Aber keinesfalls die wichtigsten Szenen und diese sind nicht nur fein bei der Auflösung sondern fast grandios gestochen scharf. Doch besonders ist die prächtige Farbwiedergabe und der satte Schwarzwert. Viel mehr Details beim Bestmöglichen! Beim beiliegenden „Director’s Cut“ sieht man den Unterschied, zeigt sich das Bild hier körnig, mit einem verdammt schwachen Schwarzwert und viel mehr Unschärfen. Doch man muss auch zugeben dass einige wenige Szenen von der Qualität her sich sehr ähneln.
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Tonqualität: 4 von 5 Soundboxen.
Beim Sound ist hingegen kein wirklicher Unterschied zu hören. Die Aufnahmen von damals hatten schon früher Ihre Höhen und Tiefen immer wieder mittendrin, das hat sich bis heute nicht geändert. Nur klingt vieles einfach viel sauberer. Die Dialoge sind nicht nur nicht immer ganz so verständlich wie man es sich wünscht, sondern teilweise viel zu leise. Doch ansonsten ist die Dynamik recht zufrieden stellend. Oskar schreit, Glas zersprengt, alles gut!
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Bonusbewertung: 3 von 5 Sternen.
Bei der 4K Fassung (Kinofassung) gibt es ein Interview mit dem Regisseur und den Trailer. Beim DC gibt es wesentlich mehr aber nicht unbedingt Neuartiges. Zusätzlich aber liegt der Box jetzt noch ein Booklet mit Wissenswertes bei.
Abspann: Nein! Da kommt keine Szene mehr.
Zusätzliche Infos: Gewann 1980 den Academy Award / Oscar als bester Fremdsprachiger Film.
Wendecover: Ja! Ist vorhanden!
EAN: 4006680094342
VÖ-Kauf: 02. Oktober 2020.