


Tom will sich als Trainee-Security-Katze im Museum beweisen, doch ausgerechnet Jerry schleicht sich in die Ausstellung rund um den mythischen Astral-Kompass. Die beiden jagen sich durch das Museum und öffnen dabei versehentlich ein Portal, das Tom und Jerry ins China einer längst vergangenen Ära transportiert. Dort wird Tom für einen vom Himmel gesandten Helden gehalten und von den Bewohnern der goldenen Stadt verehrt. Doch gleich zwei Gruppen sind hinter dem magischen Kompass her: Der Phönix-Meister und seine Helfer, darunter die hübsche Katzendame Jade, brauchen den Kompass, damit der Phönix-Meister aus seinem Exil in den Himmel zurückkehren kann. Die verwunschene Mega-Ratte und ihr Ratten-Clan, die Jerry auf ihre Seite ziehen wollen, haben dagegen viel finsterere Pläne.
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Wer behauptet, Tom und Jerry würden in „Tom und Jerry: Der verlorene Kompass“ nur kurz auftauchen, liegt schlicht daneben. Die beiden sind sehr wohl die Hauptcharaktere. Das eigentliche Problem ist ein anderes: Sie fühlen sich in ihrer eigenen Geschichte erstaunlich deplatziert an. Die Handlung führt Tom und Jerry ins historische China, wo ein magischer Kompass zum Mittelpunkt eines ziemlich überladenen Fantasy-Abenteuers wird. Zwischen den zahlreichen Figuren, der aufwendigen Geschichte und dem Kampf um das magische Artefakt geraten die beiden Kultfiguren zunehmend in eine Nebenrolle. Sie sind zwar die zentralen Figuren, agieren aber häufig eher wie austauschbare Sidekicks innerhalb einer fremden Fantasy-Handlung. Genau hier verliert der Film einen wesentlichen Teil dessen, was Tom und Jerry eigentlich ausmacht. Die beiden brauchen keine komplizierte Fantasy-Mythologie, um zu funktionieren. Ihre Stärke liegt in der wortlosen Kommunikation, im körperlichen Slapstick und in der ewigen Auseinandersetzung zwischen Katze und Maus. „Tom und Jerry: Der verlorene Kompass“ gibt ihnen dafür jedoch erstaunlich wenig Raum. Stattdessen müssen sie sich in eine laute und chaotische Geschichte einfügen, die mit ihren vielen Elementen permanent um Aufmerksamkeit kämpft.
Eine kurze Erinnerung an den ursprünglichen Charme gelingt ausgerechnet zu Beginn. Die rasante Eröffnungsszene im Museum besitzt Tempo, Bewegung und jene klassische Tom-und-Jerry-Energie, die sofort vertraut wirkt. Für einen Moment fühlt sich das Abenteuer tatsächlich wie ein neues Kapitel der Trickserie an. Danach wird diese Spur allerdings schnell von der Fantasy-Handlung überlagert. Optisch ist der Film durchaus ordentlich. Die Animationen wirken solide und zweifelsohne farbenfroh. Das historische China bietet zudem eine abwechslungsreiche Kulisse, die visuell einiges hergibt. Die Bildgestaltung kann sich sehen lassen, nur wird die optische Vielfalt von einer Geschichte begleitet, die immer lauter und überladener wird. Der Kampf um den magischen Kompass entwickelt sich zunehmend zum chaotischen Fantasy-Spektakel.
Für eingefleischte Fans von Tom und Jerry ist das Ergebnis deshalb ziemlich unausgewogen. Die Figuren sind vorhanden, aber ihr eigentliches Wesen wird von der Handlung nicht konsequent genutzt. Ausgerechnet die beiden, die normalerweise mit wenigen Gesten und einem Blick mehr erzählen können als andere Figuren mit zehn Dialogseiten, werden in eine Geschichte gesteckt, die ihnen ständig neue Aufgaben und Konflikte auflädt. Kinder ab sechs Jahren, die bislang noch keine Berührung mit Tom und Jerry hatten, könnten an diesem farbenfrohen Fantasy-Abenteuer durchaus Vergnügen finden. Nur entsteht daraus ein kurioses Problem: Wer die Kultfiguren hier zum ersten Mal kennenlernt, bekommt kaum das zu sehen, was die klassische Serie eigentlich ausmacht. Für diese Zuschauer mag der Film als eigenständiges Fantasy-Abenteuer funktionieren – für Fans bleiben Tom und Jerry allerdings auffällig oft genau das, was sie eigentlich nicht sein sollten: Sidekicks in ihrer eigenen Geschichte.
Die Blu-ray von Tom und Jerry: Der verlorene Kompass präsentiert sich mit einer ausgesprochen leuchtenden und farbenfrohen Bildgestaltung. Die Farben strahlen regelrecht vom Bildschirm und kommen angenehm kräftig, teilweise auch bewusst knallig daher. Das verleiht dem Bild eine sehr lebendige Wirkung und passt hervorragend zur bunten Welt des Animationsfilms. Auch bei der Schärfe zeigt sich die Veröffentlichung von ihrer starken Seite. Die Darstellung bleibt hervorragend klar und bringt selbst feinere Details äußerst präzise zur Geltung. Kleine Strukturen werden sauber herausgearbeitet, wodurch die Animation eine schöne Detailfülle erhält. Der Kontrast wurde freundlich hell abgestimmt und unterstützt damit den farbenfrohen Gesamteindruck. Die Bildqualität macht hier schlicht Spaß und liefert eine klare, kräftige und optisch sehr ansprechende Präsentation.
Akustisch geht es deutlich temperamentvoller zur Sache. Die Tonspur präsentiert sich ausgesprochen dynamisch und nutzt die räumliche Klangverteilung mit ordentlich Wucht. Die verschiedenen Effekte werden großzügig über die Lautsprecher verteilt und sorgen dadurch für eine sehr lebendige akustische Bühne. Für die kleineren Zuschauer könnte diese Dynamik vielleicht sogar ein wenig zu kräftig ausfallen. An der Sauberkeit des Klangs gibt es dagegen nichts auszusetzen. Die Abmischung bleibt klar und ordentlich und entwickelt gerade durch die starke räumliche Verteilung ordentlich Druck. Ein sehr dynamischer und gewaltig räumlicher Sound, der das Geschehen akustisch entsprechend schwungvoll begleitet.
Bei der Bonusausstattung herrscht dagegen völlige Leere. Extras zum Film gibt es keine.